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Paul Peter Ewald



Paul Peter Ewald (* 23. Januar 1888 in Berlin, † 22. August 1985 in Ithaca, New York) war ein deutscher Physiker.

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Ewald promovierte an der Universität München bei Arnold Sommerfeld. 1921 wurde er außerordentlicher Professor an der TH Stuttgart und lehnte im gleichen Jahr eine angebotene Stelle an der Universität Münster ab. 1928 erhielt er ein eigenes kleines Institut an der TH Stuttgart, das mit dem Röntgeninstitut von Richard Glocker eng kooperierte.

Paul Peter Ewald war der erste, der die Röntgeninterferenzen der Kristalle mit einer theoretischen Grundlage versah und die Einzelheiten der Röntgenstreuungsversuche von Max von Laue (1911/12) verständlich machen konnte.

Ewald begründete die dynamische Theorie der Röntgeninterferenzen, die auch auf andere Strahlungsarten (Elektronen, Neutronen, Licht) angewendet werden kann. Unter anderem erhielt Ewald hierfür die höchste Auszeichnung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, die Max-Planck-Medaille.

Ausgiebig genutzt wird heute die Ewaldsche Konstruktion, deren Ziel in der Bestimmung der möglichen Beugungsrichtungen eines primären Röntgenstrahls beim Auftreffen auf einen Kristall liegt. Der Kern der Ewaldschen Konstruktion ist die so genannte Ewaldkugel im reziproken Punktgitter (des Kristalls), dessen Punkte Richtungen im Kristall charakterisieren.

Paul Peter Ewald war 1932/33 Rektor der Technischen Hochschule Stuttgart. Im April 1933 trat er von diesem Amt zurück, da unter den Nationalsozialisten keine ordnungsgemäße Durchführung der Aufgaben möglich sah. Im Jahre 1938 verließ er Deutschland.

Paul Peter Ewald war der Schwiegervater des Physik-Nobelpreisträgers Hans Bethe. Er starb am 22. August 1985 im Alter von 97 Jahren in Ithaca, New York.

Im Mai 1991 ließ die Stadt Stuttgart zu Ehren des Physikers eine Erinnerungsplakette am Gebäude des früheren Röntgeninstituts, Seestraße 71, anbringen.

 
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