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Primordial




In der Kernphysik bezeichnet man ein radioaktives Isotop bzw. Nuklid als primordial (lat.: "von erster Ordnung"), wenn es schon bei der Entstehung der Erde vorhanden war, aber aufgrund seiner langen Halbwertszeit noch nicht vollständig zerfallen ist und daher in der Natur vorkommt. Die primordialen Nuklide sind meist mit anderen, zum Teil stabilen Nukliden des gleichen Elements vermischt. Wichtige primordiale Nuklide sind z.B. 234U, 235U, 238U, 232Th, 40K, 190Pt, 204Pb. Es existieren noch diverse weitere primordiale Nuklide. 40K hat beispielsweise eine Halbwertszeit von 1,28 Milliarden Jahren.

Bei einigen der primordialen Nuklide - insbesondere 235U, 238U und 232Th - ist das Zerfallsprodukt ("Tochternuklid") nicht stabil, sondern ebenfalls radioaktiv. Bei den vorgenannten Nukliden ist dies über mehrere Generationen von Tochternukliden der Fall. Wenn die Halbwertszeiten der Tochternuklide kürzer sind als die des Ausgangsnuklids, was bei den vorgenannten Nukliden der Fall ist, dann stellt sich nach längerer Zeit ein säkulares Gleichgewicht zwischen den Nukliden ein, bei dem die Aktivität der Tochternuklide gleich der Aktivität der Mutternuklide ist. In ungestörten Gesteinen, die Uran oder Thorium enthalten, sind daher immer auch alle Tochternuklide der Uran- und Thorium-Zerfallsreihen enthalten.

In den Sozialwissenschaften, insbesondere der Ethnologie, wird der Begriff meist im Zusammenhang mit Konzepten zu Identität und Ethnizität verwendet. Primordiale (primordialistische) Ansätze gehen davon aus, dass Identität und ethnische Zugehörigkeit natürliche Kategorien sind, die auf der Basis mehr oder weniger objektiver, naturgegebener Kriterien und Dispositionen existieren und als solche analysiert werden können. Dem stehen konstruktivistische Ansätze gegenüber, die Identität und ethnische Zugehörigkeit als soziale Konstrukte interpretieren und somit als etwas Subjektives, gesellschaftlich Verhandeltes und Verhandelbares begreifen.

 
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