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Titan(IV)-chlorid



Strukturformel
Allgemeines
Name Titan(IV)-chlorid
Andere Namen

Titantetrachlorid

Summenformel TiCl4
CAS-Nummer 7550-45-0
Eigenschaften
Molare Masse 189,71 g·mol−1
Aggregatzustand flüssig
Dichte 1,726 g·cm−3[1]
Schmelzpunkt −24,8 °C[1]
Siedepunkt 136,5 °C[1]
Dampfdruck

1200 Pa (12 mbar) (20 °C)[1]

Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung aus RL 67/548/EWG, Anh. I
R- und S-Sätze R: 14-34
S: (1/2-)7/8-26-36/37/39-45
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Titan(IV)-chlorid (Titantetrachlorid) ist eine chemische Verbindung aus Chlor und Titan. Das Titan liegt in TiCl4 in seiner höchsten und stabilsten Oxidationsstufe vor.

Es sind weitere Chlorverbindungen des Titans, darunter beispielsweise Titan(III)-chlorid, das ein starkes Reduktionsmittel ist, bekannt.[2]

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Inhaltsverzeichnis

Herstellung

Titantetrachlorid wird durch Chlorierung von Titandioxid in Gegenwart von Kohle bei 700–1000 °C hergestellt. Es ist ein Zwischenprodukt des Kroll-Prozesses zur Herstellung von Titan.

Verwendung

Titantetrachlorid ist eine wichtige Lewissäure und wird in der Organischen Chemie in Knoevenagel-Reaktionen und der Mukaiyama-Michael-Reaktion verwendet. Es ist zudem Grundstoff für Katalysatoren, wie beispielsweise Ziegler-Natta-Katalysatoren, und Ausgangsstoff für Organo-Titan-Verbindungen. Titantetrachlorid findet in Raucherzeugern für militärische Zwecke Verwendung (vergleiche: Nebelkampfstoff). Das Titantetrachlorid wird heute überwiegend im „Chloridverfahren“ durch Sauerstoff oder Luft zu Titandioxid umgesetzt. Es wird auch in der nass-analytischen Chemie zum Nachweis von Peroxiden benutzt. Bei Peroxidanwesenheit verfärbt sich die Lösung gelblich bis orange.

Eigenschaften

Titantetrachlorid hydrolysiert mit Wasser in einer heftigen Reaktion zu Titandioxid (Rauch) und Chlorwasserstoff (korrosiv). Bereits bei Kontakt mit Luftfeuchtigkeit findet die Hydrolyse statt.

Wirkung im Körper

Besonders beim militärischen Einsatz als Nebelkampfstoff besteht die Gefahr des Einatmens des entstehenden Chlorwasserstoffes HCl. Dieses kann zu Reizungen oder sogar Verätzungen der Schleimhäute oder des Lungengewebes führen. Erste Symptome beim Einatmen sind Husten und Brustschmerzen. Dauern die Symptome länger als 20 Minuten, ist mit einem toxischen Lungenödem zu rechnen.

Einzelnachweise

  1. a b c d Eintrag zu Titan(IV)-chlorid in der GESTIS-Stoffdatenbank des BGIA, abgerufen am 5.12.2007 (JavaScript erforderlich)
  2. Zur Bestimmung von Titandichlorid und -trichlorid in Alkali- oder Erdalkalichloridschmelzen, in Fresenius' Journal of Analytical Chemistry, 171/1959, S.151–2]
 
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