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Tränengas



Tränengase sind Substanzen, die auf Augen und Schleimhäute reizend wirken.

Sie werden bei der Polizei als Reizstoffe bezeichnet. Nach den Polizeirechten der Länder wird Reizstoff z.T. als Waffe, überwiegend aber als Hilfsmittel der körperlichen Gewalt bezeichnet.

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Inhaltsverzeichnis

Einsatzgebiete

Sie werden von Polizeikräften eingesetzt, um zum Beispiel Demonstrationen aufzulösen oder Unruhen zu bekämpfen. Auch für das Militär sind Tränengase als nicht-tödliche Waffen interessant. Die Tränengase zählen dabei, wie beispielsweise auch Nebelkerzen, zu den chemischen Kampfmitteln und sind nicht wie etliche andere chemische Kampfstoffe völkerrechtlich verboten. Gemäß dem Übereinkommen über das Verbot der Entwicklung, Herstellung, Lagerung und des Einsatzes chemischer Waffen und über die Vernichtung solcher Waffen von 1993, Artikel I, Abs. (5) sind sie allerdings nicht zur Kampfführung zugelassen. Zwar gilt Tränengas nicht als chemische Waffe, aber um Definitionslücken zu vermeiden verbietet das Abkommen auch den Einsatz von Waffen, die damit verwechselt werden könnten. Vielmehr gilt Tränengas nach selbigem Übereinkommen als „Mittel zur Bekämpfung von Unruhen“.

Stoffe

Früher wurden oft Substanzen auf Acetonbasis verwendet (vor allem Bromaceton), wegen der Gesundheitsgefahren dieser Substanzen werden sie aber heute nicht mehr eingesetzt. Häufig verwendet wird Chloracetophenon, das sogenannte CN-„Gas“, was jedoch meist von dem heute am häufigsten verwendete Tränengas CS-„Gas“ abgelöst wurde (Chlorbenzylidenmalodinitril, strenggenommen keine Gase sondern Aerosole). Zunehmend werden Sprays auf Basis von Oleoresin Capsicum, sogenannte Pfeffersprays eingesetzt, aufgrund von Vorteilen wie schnellerer Verteilung und Wirkung.

Probleme

Auch moderne Tränengase können zu Gesundheitsproblemen führen. In großen Mengen können sie zu leichten Verätzungen der Augen und Schleimhäute führen. Bei Personen jedoch mit Atemwegsproblemen (wie Asthma oder Bronchitis), Nieren- oder Leberschäden kann es zu ernsteren Komplikationen kommen. Bei CS-Gas sind schon seit über 30 Jahren aus Tierversuchen erbschädigende Wirkungen bekannt, die auch beim Menschen zu erwarten sind.

Einsatzformen

Verwendet werden Reizstoffe in Reizstoffsprühgeräten (Chemical Mace), Reizstoffwurfkörpern oder -geschossen (Granaten), als Zumischungen in Wasserwerfern oder auch in Reizgasmunition für Schreckschusspistolen.

Im Ersten Weltkrieg wurden ähnliche Stoffe (Nasen-Rachen-Reizstoffe wie zuerst Clark 1) beim sogenannten Buntschießen in Kombination mit Giftgasen (Diphosgen) verwendet, um deren Einsatz effektiver zu machen.

Siehe auch

Augenkampfstoff, Wasserwerfer, Liste chemischer Kampfstoffe

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Tränengas aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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