24.03.2020 - Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE)

Chemiegewerkschaft erwartet «sehr schnell» mehr Kurzarbeit

(dpa) Nach den beschlossenen Hilfen für die Wirtschaft in der Corona-Krise rechnet die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie mit einem starken Anstieg von Kurzarbeit in ihren Branchen. Gewerkschaftschef Michael Vassiliadis sagte am Montag, unter den rund 1,1 Millionen Beschäftigten dürfte die Zahl der Kurzarbeiter nun «sehr schnell in die Höhe schnellen». Für Teilbereiche wie Chemie und Papier seien Aufstockungen über die 60 beziehungsweise - bei Arbeitnehmern mit Kind - 67 Prozent des Nettolohns hinaus vereinbart. Es müssten aber noch mehr Beschäftigte deutlicher unterstützt werden.

Zur Beratung von Mitgliedern und Betrieben bildete die IG BCE inzwischen verschiedene «Taskforces zu den drängendsten Themen». Am Mittwoch soll zudem eine Krisen-Hotline freigeschaltet werden.

Um Beschäftigung und Liquidität in den Unternehmen angesichts der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu sichern, hatte die Gewerkschaft zusammen mit dem Arbeitgeberverband BAVC für das laufende Jahr eine Reihe spezieller Regelungen beschlossen. Demnach können Firmen zum Beispiel Kurzarbeit mit einer verkürzten Ankündigungsfrist von drei Tagen einführen. Freie Tage, die die Beschäftigten gemäß dem jüngsten Tarifpaket für spätere Zeiten auf Konten ansparen können, dürfen dieses Jahr schon vorgezogen werden.

Auch viele Pharmafirmen sind in der Branche vertreten. Vassiliadis hatte mit Blick auf die Abhängigkeit von China und Indien gemahnt, die Produktion wichtiger Arzneien nach Europa zurückzuholen. Zu lange hätten Unternehmen hier auf Gewinnmaximierung gesetzt: «Es kann nicht sein, dass die einstige Apotheke der Welt heute bei Blutdrucksenkern, Schmerzmitteln oder Antibiotika auf andere angewiesen ist.»

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