SGL Carbon bleibt in roten Zahlen - Personalabbau belastet
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Wiesbaden (dpa) - Der Wiesbadener Kohlenstoffspezialist SGL Carbon ist auch im vergangenen Jahr voraussichtlich in den roten Zahlen geblieben. Im 4. Quartal hätten Personalabbau und Rückstellungen für eine EU-Kartellstrafe das Betriebsergebnis gedrückt, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Wiesbaden mit. Dadurch werde das Betriebsergebnis für das Gesamtjahr nur nahe an die Gewinnschwelle (2001: -17,3 Millionen Euro) kommen. 2001 hatte SGL einen Vorsteuerverlust von 65,8 Millionen Euro eingefahren. Der Umsatz sei nach vorläufigen Zahlen von 1,2 auf 1,1 Milliarden Euro zurückgegangen.
In den ersten neun Monaten hatte das Unternehmen noch ein positives Betriebsergebnis von 19,2 Millionen Euro gemeldet. Doch nach Abzug von Zinszahlungen ergab sich daraus ein Vorsteuerverlust von drei Millionen Euro.
Mit rund zehn Millionen Euro hätten die Stellenstreichungen das Ergebnis im letzten Vierteljahr belastet, sagte ein Sprecher. Weitere 22 Millionen Euro seien als Rückstellungen für die Strafe der EU wegen verbotener Preisabsprachen bei Spezialgrafiten angefallen. Es ist bereits das zweite Mal, dass die Wettbewerbskommission die Wiesbadener zur Kasse gebeten hat. Im Juli 2001 gab es eine Strafe von mehr als 80 Millionen Euro wegen Preisabsprachen bei Grafitelektroden.
Durch die eingeleiteten Sparmaßnahmen rechnet das Unternehmen 2003 mit einer «deutlichen Steigerung des Betriebsergebnisses». Die endgültigen Zahlen für 2002 will das Unternehmen am 13. März präsentieren. dpa sto yyhe ra