Bayer feiert 50' Geburtstag von Makrolon®

Ein außergewöhnliches Produkt feiert Geburtstag

17.10.2003

Leverkusen - Es ist eine weltweite Erfolgsgeschichte - bis heute, und sie begann mit einer wissenschaftlichen Verweigerung: Dr. Hermann Schnell, Bayer Chemiker und Erfinder des High-tech-Kunststoffs Makrolon®, ignorierte die gängige wissenschaftliche Denkweise und versuchte, wider das chemische Wissen der Zeit, aus Carbonaten einen Kunststoff zu entwickeln - mit Erfolg. Vor 50 Jahren, am 17. Oktober 1953, wurde Makrolon® zur Patentierung eingereicht.

In den folgenden Jahren entwickelte sich der Kunststoff von Bayer Polymers, einem Unternehmensbereich der Bayer AG, aufgrund seiner vielen und exzellenten Eigenschaften zu einem Multitalent. Makrolon® ist sehr leicht, hoch bruchfest, vollkommen transparent und verformt sich auch bei sehr hohen Temperaturen von über 100 Grad Celsius nicht. Ob Fahrzeugtechnik, Architektur, Sport, Konsumgüter oder Medizintechnik: Makrolon® ist Material der Wahl und kommt zum Einsatz.

Ein Beispiel: Am 17. August 1982 ging eine zukunftsweisende Anwendung in Serie, die jeder kennt - die CD. Gemeinsam mit Philips und PolyGram hatte Bayer in den Jahren zuvor den Werkstoff für Compact Discs entwickelt - und damit den Siegeszug der rausch- und kratzfreien Tonwiedergabe eingeläutet. Makrolon® bot eine der wichtigsten Voraussetzungen für den ungeahnten Erfolg der kleinen "Silberscheiben". Heute ist jede dritte CD weltweit aus dem High-tech-Polycarbonat von Bayer Polymers.

Doch zurück: In den sechziger Jahren wurden "unkaputtbares" Geschirr, Tabletts, Melkkannen, Ampelgehäuse, Heckleuchten und Kraftstromstecker aus Makrolon® gefertigt. In den siebziger Jahren eroberten hochtransparente Massiv- und Stegplatten aus Makrolon® als Verscheibungselemente den Bausektor. Auch Brillenhersteller kamen wegen der Splitterfreiheit und Bruchfestigkeit auf den Makrolon® Geschmack. In den Achtzigern hielt Makrolon® nicht nur in die Phono-, Video- und Computer-Bereiche Einzug, sondern auch in die Medizintechnik. Das High-tech-Material findet seitdem unter anderem in so genannten Oxygenatoren Verwendung, die bei Bypass-Operationen oder beim Einbau künstlicher Herzklappen die Funktion von Herz und Lunge übernehmen.

Und die Zukunft? Makrolon® ist für neue Anwendungen bereit: Mit der so genannten Blu-ray Disc wird ein neuer Standard bei optischen Speichermedien geschaffen. Sie kann die fünffache Datenmenge einer Standard-DVD speichern: 25 Gigabyte. Für Makrolon® kein Problem, auch hier ist der High-tech-Kunststoff in der Entwicklung vorne mit dabei. Die hervorragenden Voraussetzungen zur Herstellung von optischen Fasern könnten beispielsweise in Großbildschirmen eingesetzt werden, die keine Trennlinien aufweisen und eine sehr gute Bildqualität haben. In Textilien eingewobene Fasern aus Makrolon® könnten nach Ansicht von Experten per Chip-Etikett die wesentlichen Informationen zum korrekten Waschen der Wäsche an die Waschmaschine weiterleiten, und Autoscheiben aus dem High-tech-Kunststoff ermöglichten den Konstrukteuren völlig neue Gestaltungsmöglichkeiten. Bereits heute tüfteln Wissenschaftler und Techniker an den Produkten von morgen, und denken, wie einst Dr. Schnell, was vor Ihnen noch niemand gedacht hatte - denn nur wer Visionen sät, wird Fortschritt ernten.

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