Ein wichtiger Schritt zum Quantencomputer
Forscher aus Bielefeld, Grenoble und Beer-Sheeva überwinden "Vergesslichkeit" von Quantensystemen
Anzeigen
Noch sind Quantencomputer Zukunftsmusik. Zumindest in der Theorie könnten sie eine Leistung erreichen, die um das eine Millionfache höher liegt als die der heute leistungsfähigsten Rechner. Höhere Schreibdichte und Schnelligkeit erreichen sie dadurch, dass sie für die klassische binäre Codierung (0/1) unterschiedliche Molekülzustände verwenden. Dabei macht man sich bei Forschungen zu einer vielversprechenden Variante solcher Computer der Zukunft den Spin, die Eigenrotation von Elektronen, zunutze. Das größte Problem bei der Entwicklung eines spinbasierten Quantencomputers ist die so genannte Dekohärenz. Mit anderen Worten, der Computer ist vergesslich. Anders als die konventionellen Computer kann er seine Zustände (ob 0 oder 1) nicht speichern. Es geht nun darum, die Gründe für diese Vergesslichkeit zu verstehen, und herauszufinden, wodurch sie verursacht wird und wie man sie beseitigen kann.
Ein experimenteller Meilenstein auf diesem Weg konnte jetzt vom Arbeitskreis um Professor Achim Müller (Fakultät für Chemie der Universität Bielefeld) gemeinsam mit Fachkollegen aus Grenoble (Frankreich) und Beer-Sheeva (Israel) erreicht werden. Darüber berichten sie in der aktuellen Ausgabe von NATURE (Band 453). Als wesentliche Quelle der Dekohärenz identifizierten sie experimentell die fehlende Distanz zwischen den Molekülen, und nicht nur das: Es gelang ihnen zugleich, diese Quelle auszuschalten. Für ihre Forschungen nutzten sie einen molekularen Magneten aus Vanadium- und Sauerstoffatomen als Zweizustand-Quantensystem, mit dem sich logische Operationen durchführen lassen. Die Herstellung der Distanz zwischen den molekularen Magneten gelang durch deren geschickt über Copolymere gesteuerte Anordnung.
Meistgelesene News
Weitere News aus dem Ressort Wissenschaft
Holen Sie sich die Chemie-Branche in Ihren Posteingang
Mit dem Absenden des Formulars willigen Sie ein, dass Ihnen die LUMITOS AG den oder die oben ausgewählten Newsletter per E-Mail zusendet. Ihre Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Die Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch die LUMITOS AG erfolgt auf Basis unserer Datenschutzerklärung. LUMITOS darf Sie zum Zwecke der Werbung oder der Markt- und Meinungsforschung per E-Mail kontaktieren. Ihre Einwilligung können Sie jederzeit ohne Angabe von Gründen gegenüber der LUMITOS AG, Ernst-Augustin-Str. 2, 12489 Berlin oder per E-Mail unter widerruf@lumitos.com mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Zudem ist in jeder E-Mail ein Link zur Abbestellung des entsprechenden Newsletters enthalten.
Meistgelesene News
Weitere News von unseren anderen Portalen
Zuletzt betrachtete Inhalte
Eli Lilly will ICOS für 2,1 Milliarden Dollar übernehmen
Kölner Forscher: Wasser im Diesel vermindert Rußpartikel
Ein "umgekehrter" Metalloxidkäfig kann CO2 aus CO trennen - Sphärische Vanadiumoxid-Cluster, die Kohlendioxid einfangen und halten können
Alte Zeitungen für den Aufbau von Kohlenstoff-Nanoröhrchen
Songwon kündigt globale Preiserhöhung für Thioester-Antioxidantien an
Presse: Bristol-Myers Squibb zahlt 300 Millionen US-Dollar in Vergleich
VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel: Umsatz im zweiten Quartal 2010 imposant gestiegen - Branche verdoppelt Umsatzprognose 2010 auf 24 Prozent
Evonik von Janssen Pharmaceutica ausgezeichnet
Neues elektronisches Papier zeigt brillante Farben - Elektrochrome anorganische Nanostrukturen mit hoher Chromatizität und überragender Helligkeit