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IG BCE will mehr Lohnerhöhung als Metallbranche
10.03.2010: (dpa) Die Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) sieht die Tarifabschlüsse in der Metallindustrie und im öffentlichen Dienst nicht als Muster und will höhere Lohnzuwächse. «Wir werden dem Vorbild der Metaller nicht folgen», sagte der Tarifexperte der IG BCE Peter Hausmann am Montagabend in Hannover. Die Situation in der chemischen Industrie sei so differenziert wie nie zuvor, sagte der Tarifexperte der IG BCE Peter Hausmann. Dem müsse die Tarifrunde Rechnung tragen. Es gebe auch Unternehmen, die gutes Geld verdienen. «Eine Nullrunde ist mit uns auch in der Krise daher nicht zu machen», sagte Hausmann.
Eine konkrete Lohnforderung hat die Gewerkschaft aber nicht aufgestellt. Die Verhandlungen beginnen am 16. März auf regionaler Basis. Die IG Metall hatte sich mit den Arbeitgebern für 2010 auf eine Nullrunde mit einer Einmalzahlung von 320 Euro geeinigt.
Entgeltanhebung, Beschäftigungssicherung und Perspektiven für junge Berufsanfänger sieht die IG BCE nach Worten Hausmann als drei gleichrangige Forderungen. «Wir suchen einen chemiespezifischen Weg», sagte Hausmann.
Vorstellbar sei etwa, dass Beschäftigte in Betrieben mit hohen Gewinnen mehr Lohnzuschläge bekommen könnten als die in Unternehmen, die von der Wirtschaftskrise schwer in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Wie das aussehen könnte - darüber müsse noch diskutiert werden. Eine Erhöhung der Entgelte müsse aber für alle gelten.
Nach Angaben von Hausmann gibt es in der Branche, die insgesamt massive Einbrüche in der Rezession hinnehmen musste, sowohl Unternehmen in Insolvenz als auch solche, die noch gute Gewinne machen, wie etwa die Pharmaindustrie. «Wir haben in der chemischen Industrie ein bunteres Bild als in anderen Branchen, wo alles grau in grau aussieht», sagte Hausmann. Die IG BCE erwarte schwierige Verhandlungen.
Die Laufzeit für den neuen Tarifvertrag, der für rund 550.000 Beschäftigten in knapp 1.900 Betrieben gelten soll, sollte keinesfalls zwölf Monate überschreiten. Die Situation in der Branche sei noch geprägt von der Wirtschaftskrise und könne sich sehr schnell wieder ändern.
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