Meine Merkliste
my.chemie.de  
Login  

Rostocker Katalyse-Forscher ausgezeichnet

Dr. Karl Wamsler Innovation Award für Matthias Beller

06.12.2017

Heddergott / TUM

Preisträger Prof. Matthias Beller (mitte) mit TUM-Präsident Wolfgang A. Herrmann und Susanne Wamsler, der Tochter von Dr. Karl Wamsler.

Der 2017 erstmals verliehene „Dr. Karl Wamsler Innovation Award“ für Katalyse-Forschung geht an Prof. Matthias Beller, Direktor des Leibniz-Instituts für Katalyse in Rostock. Die Auszeichnung vergeben die Technische Universität München (TUM) und das Chemieunternehmen Clariant in Erinnerung an den 2016 verstorbenen Dr. Karl Wamsler, TUM-Ehrensenator, bedeutender Gestalter der deutschen Nachkriegschemie und großzügiger Förderer von Wissenschaft und Kunst.

Prof. Matthias Beller habe auf dem Gebiet der interdisziplinären Homogen- und Heterogenkatalyse international herausragende Entdeckungen gemacht und damit neuartige und umweltfreundliche Anwendungen in der chemischen Industrie ermöglicht, heißt es in der Begründung der Jury. Die Auszeichnung ist mit 50.000 Euro dotiert. Beller entwickelte katalytische Verfahren, um Kohlendioxid in chemische Grundbausteine zu veredeln.

„Innovatives Denken und unternehmerisches Handeln“

Ursprünglich in der Industrie (Hoechst AG), wurde Prof. Beller von der TUM für die Academia entdeckt: 1996-1998 war er Professor am Anorganisch-Chemischen Institut in Garching. Heute ist er Direktor des Leibniz Instituts für Katalyse (LIKAT) an der Universität Rostock. „Prof. Bellers Werk und seine Leistungen stehen in besonderem Maße für die Werte, die auch Karl Wamsler verkörperte: exzellente wissenschaftliche Arbeit, innovatives Denken und unternehmerisches Handeln zum Wohle der Gesellschaft“, sagte Prof. Wolfgang A. Herrmann bei der Verleihung des Preises am Montagabend.

„Katalysatoren spielen bei chemischen Prozessen in Bezug auf Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit eine bedeutende Rolle. Wollen wir in der Katalyse Fortschritte erzielen, sind Forschungs- und Entwicklungs-Kooperationen von essentieller Bedeutung“, sagte Dr. Hariolf Kottmann, CEO von Clariant. „Aus diesem Grund ist es gerade für Clariant, eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich der heterogenen Katalyse, eine Verpflichtung, herausragende Arbeiten auf diesem Gebiet auszuzeichnen. Dies wäre ganz im Sinne von Dr. Karl Wamsler.“

Ein Chemiker und Mäzen

Der Namensgeber des Preises, der 2016 verstorbene Chemiker Dr. Karl Wamsler, war lange Mitglied des Vorstands von Süd-Chemie, von 1984 bis 1992 auch dessen Vorsitzender. Danach wechselte er in den Aufsichtsrat, dessen Vorsitz er bis 2004 innehatte. Als Familienaktionär war Karl Wamsler der Süd-Chemie engstens verbunden. Nach dem Erwerb des Unternehmens durch Clariant hielt er diese Verbindung aufrecht und nahm bis zu seinem Tod an der weiteren Entwicklung regen Anteil. Als Mäzen förderte er großzügig Wissenschaft und Kunst. 2015 verlieh ihm die TUM die Würde eines Senators ehrenhalber und würdigte damit sein beispielgebendes Engagement für die TUM Universitätsstiftung.

Clariant und die TUM blicken auf eine langjährige Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Katalyse zurück. Das im Jahr 2016 eröffnete Katalyseforschungszentrum der TUM ist Standort von MuniCat (Abkürzung für „Munich Catalysis"), der strategischen Forschungspartnerschaft mit Clariant. Hier arbeiten Forscher von Clariant gemeinsam mit Kollegen der TUM in der Grundlagen- und Anwendungsforschung auf dem Gebiet der chemischen Katalyse. Leiter von MuniCat ist Prof. Richard Fischer.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
Mehr über TU München
  • News

    Tausend Mal schneller als Flash-Speicher

    Neuartige Phasenwechselmaterialien könnten tausend Mal schneller und dabei erheblich langlebiger sein als bisherige Flash-Speicherchips. Mithilfe der Forschungs-Neutronenquelle der Technischen Universität München (TUM) haben deutsche und US-amerikanische Forscher wichtige Erkenntnisse über ... mehr

    Clariant und TU München verleihen Dr. Karl Wamsler Innovation Award

    Clariant und die Technische Universität München (TUM) haben zum zweiten Mal den mit 50.000 Euro dotierten »Dr. Karl Wamsler Innovation Award« verliehen. Preisträger ist Prof. Stephen L. Buchwald, Ph.D., vom Massachusetts Institute of Technology (MIT). Der Award zeichnet Wissenschaftler für ... mehr

    Kohlefasern aus Treibhausgas

    Zusammen mit Forscherkollegen haben Chemiker der Technischen Universität München (TUM) einen Prozess entwickelt, der nach ersten Berechnungen eine wirtschaftliche Entfernung des Treibhausgases Kohlendioxid aus der Atmosphäre ermöglichen könnte. Der aktuellste Weltklimareport (IPCC Special R ... mehr

  • Videos

    Scientists pair up two stars from the world of chemistry

    Many scientists consider graphene to be a wonder material. Now, a team of researchers at the Technical University of Munich (TUM) has succeeded in linking graphene with another important chemical group, the porphyrins. These new hybrid structures could also be used in the field of molecular ... mehr

  • Veranstaltungen
    Startup-Event
    25.06.2019
    Garching bei M..., DE

    IKOM Start-Up 2019

    Start-Ups geben dem Arbeitsmarkt seit Jahren mehr Farbe. Sie bereichern ihn vor allem durch ihre neuen Geschäftsmodelle und frischen Ideen. Besonders in der IT-Branche dominieren sie seit Jahren das Bild. Von dieser Vielfalt inspiriert, wurde im Jahre 2013 die IKOM Start-Up ins Leben gerufe ... mehr

  • Universitäten

    Technische Universität München

    Mit ihren 13 Fakultäten und 460 Professoren bildet die TUM in 133 Studiengängen ca. 25.000 Studierende aus, davon 20 Prozent aus dem Ausland. Die Schwerpunktfelder sind die Ingenieur- und Naturwissenschaften, Medizin und Lebenswissenschaften sowie die Wirtschaftswissenschaften und Lehrerbil ... mehr

    Technische Universität München im Wissenschaftszentrum Straubing

    mehr

  • q&more Artikel

    Translation

    Die Struktur der chemischen und pharmazeutischen Großindustrie hat sich gewandelt. Traditionelle Zentralforschungsabteilungen, in denen grundlagennahe Wissenschaft ­betrieben wurde, sind ökonomischen Renditebetrachtungen zum Opfer gefallen. mehr

    Molekülgenaue ­Detektivarbeit

    Die drei Ausdrücke im Titel ebenso wie „Known Unknowns“ und „Unknown Unknowns“ sind eingedeutschte Schlagwörter, die derzeit die analytische Wasserszene durcheinanderwirbeln. Die Vorgehensweise in der Nutzung eben dieser Technologien ist jedoch häufig noch nicht ­einheitlich. mehr

    Renaissance der ­kleinen Moleküle

    Pyruvat, Succinat, Fumarat, Oxalacetat, Mevalonat und Hydroxymethylgluta­ryl-CoA – wer erinnert sich nicht an seine ­Biochemieprüfungen. Allosterische ­Regulation, Substrate, Produkte, Metabolite. Gene­rationen von Biochemikern haben uns die Grundlage für das Verständnis von Stoffwechselvor ... mehr

  • Autoren

    Prof. Dr. Arne Skerra

    Arne Skerra, Jg. 1961, studierte Chemie an der TU Darmstadt und wurde 1989 zum Dr. rer. nat. am GenZentrum der LMU München promoviert. Nach Stationen am MRC Laboratory of Molecular Biology in Cambridge, Großbritannien und am Max-Planck-Institut für Bio­physik in Frankfurt/M. wurde er 2004 P ... mehr

    Dr. Thomas Letzel

    Thomas Letzel, geb. 1970, studierte Chemie (1992–1998) an der TU München sowie der LMU München und promovierte 2001 mit einem umweltanalytischen Thema an der TU München und absolvierte im Anschluss einen zweijährigen Postdoc-Aufenthalt an der Vrijen Universiteit Amsterdam. 2009 habilitierte ... mehr

    Prof. Dr. Hannelore Daniel

    Hannelore Daniel, Jg. 1954, studierte Ernährungswissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen und promovierte 1982. 1989 habilitierte Sie sich für Physiologie und Biochemie der Ernährung. Danach war sie bis Ende 1992 an der School of Medicine der Universität Pittsburgh (USA) tätig un ... mehr

Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.