Meine Merkliste
my.chemie.de  
Login  

Bürette



  Eine Bürette (frz. Kännchen; veraltet: Ausfluss-Rosette) ist eine kalibrierte Glasröhre mit Skala und eingeschliffenem Hahn am unteren Ende und dient im chemischen Labor zur quantitativen Abmessung kleiner Flüssigkeitsvolumina in der Titration (Maßanalyse).

Auf der Vorderseite ist eine Gradierung (ml) in das Glasrohr geätzt, auf der Rückseite des Rohres befindet sich oft ein weißer Farbstreifen mit blauer Linie (der so genannte Schellbach-Streifen), der am oberen Flüssigkeitsrand durch den Meniskus beim Hindurchblicken einen Zeiger bildet, was die Ablesegenauigkeit erhöht. Bei einfachen Modellen muss die Maßlösung oben eingegossen werden, komfortabler sind Büretten mit Glasschliffrand, die direkt auf den Behälter mit Maßlösung aufgesetzt werden.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Digitalbüretten

Digitalbüretten sind üblicherweise in Größen zwischen 10 ml und 50 ml erhältlich und werden direkt auf die Vorratsflasche aufgeschraubt. Sie besitzen einen Kolben, der mit Hilfe einer Mechanik mit der Maßlösung befüllt wird, einem Ventil, das ein Zurückstoßen der Maßlösung in die Vorratsflasche verhindert, und einer Auslasskapillare. Das titrierte Volumen wird auf einer Digitalanzeige mit einer Genauigkeit von bis zu 0,01 ml angezeigt.

Elektronische Büretten

Es existieren auch elektronische Büretten mit einer Auflösung von bis zu 0,001 ml, die Dosierungen mit höchster Präzision und einem exakt steuerbaren Titrationsverlauf ermöglichen. Diese bilden zusammen mit einer Glaselektrode für die pH-Erfassung und einem Steuer- und Auswertegerät ein automatisches Titrationssystem. Diese Büretten bestehen zumeist aus einem Grundgerät, das einen elektronisch gesteuerten Schrittmotor, und einen Auslöser beinhaltet.

Mit dem Grundgerät verbindet man verschieden große Kolbenbüretten, die automatisch mit Hilfe des Schrittmotors aus einer Vorratsflasche befüllt werden.

Durch Betätigen des Auslösers wird die Flüssigkeit in der Kolbenbürette in einer vordefinierten Geschwindigkeit über einen Schlauch ausgestoßen und das Volumen am Grundgerät angezeigt.

Geschichte

  Die erste Bürette wurde 1791 vom französischen Apotheker und Chemiker François Antoine Henri Descroizilles entwickelt. Joseph Louis Gay-Lussac entwickelte eine verbesserte Version einer Bürette die einen Seitenarm aufwies und prägte in einer Arbeit über die Standardisierung von Indigolösungen 1824 die Begriffe „Pipette“ und „Bürette“. Einen Durchbruch in der Methodologie und Popularisierung der volumetrischen Analyse gab es durch Karl Friedrich Mohr, der die Bürette umgestaltete indem er eine Klammer sowie eine Spitze am unteren Ende anbrachte.

Siehe auch

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Bürette aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.