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Dehydroepiandrosteron



Strukturformel
Bezeichnungen
Freiname Prasteron
IUPAC-Name 3β-Hydroxy-androst-5-en-17-on
Summenformel C19H28O2
CAS-Nummer 53-43-0
Chemisch-physikalische Daten
Molare Masse 288,43 g/mol
Schmelzpunkt 148,5 °C
Siedepunkt

Dehydroepiandrosteron (DHEA), Prasteron (INN), ist das am häufigsten vorkommende Steroidhormon im Menschen. In Abhängigkeit vom jeweiligen hormonellen Niveau kann es sich wie ein Estrogen oder wie ein Androgen verhalten.

DHEA ist die Vorstufe sowohl für die männlichen Sexualhormone (Androgene), als auch für weiblichen Sexualhormone (Estrogene).

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Ebenso wie Androsteron ist es eine der metabolischen Zwischenstufen des Testosteron und wird daher auch als Prohormon oder Mutterhormon bezeichnet.

Es ist nach dem Dopingreglement des Internationalen Olympischen Komitees verboten.

DHEA wurde 1934 von Butenandt und Dannenbaum im Urin entdeckt, 1954 gelang erstmals die Isolierung aus Blut. Bekannt wurde DHEA etwa ab 1980 als so genanntes Anti-Aging-Hormon.

Biosynthese

DHEA wird bei Männern zu 100 % in der inneren Schicht (Zona reticularis) der Nebennierenrinde produziert. Bei Frauen entstehen dort nur etwa 70 % die anderen 30 % in den Ovarien.

  Bei der Biosynthese entsteht das DHEA aus Cholesterin über die Zwischenstufen Pregnenolon und Hydroxy-Pregnenolon. Danach erfolgt die Umsetzung zu 4-Androstendion, das in einem chemischen Gleichgewicht zu Testosteron steht. In einem nächsten Schritt kann aus Testosteron dann 17β-Estradiol entstehen. Aus 4-Androstendion ist aber auch die Synthese von Östron möglich, das wiederum im Gleichgewicht zu 17β-Estradiol steht.

Die vom Körper gebildeten Mengen an DHEA sind vom Alter und vom Geschlecht abhängig, außerdem unterliegt die DHEA-Konzentration im Blut einer Tagesrhythmik.

Die Nebennieren produzieren in den ersten Lebensjahren nur geringe Mengen an DHEA, größere Mengen sind erstmals im Alter von sechs bis sieben Jahren nachzuweisen. Die Produktion an DHEA erreicht ihren Höhepunkt im Alter von etwa 25 Jahren und geht dann ständig zurück.

In allen Altersstufen haben Männer etwas höhere DHEA-Werte als Frauen.

Norm-Konzentration an DHEA im menschlichen Blut
Patient Konzentration
Männer 20.–50. LJ 1,5–9 ng/ml
Frauen 20.–50. LJ 1,0–8 ng/ml
Kinder 1.–5. LJ 0,2–0,7 ng/ml
Kinder 10.–12. LJ 0,22–2,54 ng/ml
Kinder 14.–16. LJ 0,42–9,31 ng/ml

DHEA wird in der Leber zum Sulfat DHEA-S (entdeckt 1994) metabolisiert.

Verwendung und therapeutische Wirksamkeit

In Deutschland werden alle Prohormone als Arzneimittel angesehen und zwar als nicht zugelassene Medikamente. DHEA ist hierbei die einzige Ausnahme. Es wird in der evidenzbasierten Medizin derzeit nur als Kombinationspräparat (zusammen mit Estradiolvalerat, beispielsweise in Gynodian® Depot Spritzampullen) zur Behandlung charakteristischer Symptome (Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Depressionen) im Klimakterium der Frau oder nach Ovarektomie oder Strahlenkastration eingesetzt.

Ansonsten ist DHEA nur von geringem medizinischen Interesse, da kein konstanter Blutspiegel an physiologisch wirksamem Testosteron erreicht werden kann.

In den USA werden DHEA-Präparate dagegen seit 1994 wieder als Nahrungsergänzungsmittel eingestuft und sind somit rezeptfrei erhältlich.

DHEA als Anti-Aging-Hormon

Die Hersteller von Nahrungsergänzungsmittel preisen DHEA unter anderem als lebensverlängernd an. Begründet wird dies damit, daß DHEA den Energieverbrauch der Zellen senke, damit deren Lebensdauer erhöhe. Dieses und ebenso alle anderen „Vorzüge“ von DHEA konnten bisher in Deutschland nicht wissenschaftlich fundiert nachgewiesen werden. Der Einsatz von DHEA als Anti-Aging-Medikament ist daher nach heutigem Wissensstand als zumindest unnötig einzuordnen.

Prof. Dr. Wolf hat dazu relativ viele doppelt verblindete, Placebo-kontrollierte Untersuchungen bei älteren Menschen durchgeführt und sie kognitiv geprüft. Die Ergebnisse sprachen jedoch nicht für die lebensverlängerten Effekte. Die Studien wurden dennoch gut publiziert, weil der Fehlglaube an dieses Hormon damit ein Stück weit belegt werden konnte.(Siehe Buch: „Effects of Dehydroepiandrostone (DHEA) Replacement on CognitivePerformance in Humans: Four Placebo Controlled Double Blind Studies“, Göttingen, 1998)

Eventuelle Nebenwirkungen

Noch nicht bestätigt, doch vermutet wird eine Ovario- (Eierstöcke), Mammo- (Brust) und Prostatakarzinomgenese. Zusätzlich kann es bei der Frau zu einer Art Vermännlichung kommen. Es wird also vor einem unkontrolliertem Verzehr gewarnt!

Quellen

  • Pope,J.; Cupp,M.; Tracy,T.: Dietary Supplements - Toxicology and Clinical Pharmacology. 2002, ISBN 1-59259-303-8.
Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen!
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Dehydroepiandrosteron aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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