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Rosenquarz



    Rosenquarz ist eine Varietät des Minerals Quarz. Er besitzt eine rosarote Färbung, ist milchig-trüb bis durchscheinend und tritt meist in körnigen Aggregaten auf.

Rosenquarz bestimmter Lokalitäten verliert seine Farbe durch Einwirkung von Sonnenlicht, während Rosenquarze anderer Lagerstätten, auch nachdem sie 50 Jahre dem Sonnenlicht ausgesetzt waren, ihre Farbe behalten haben. Beim Erhitzen über 575 °C verliert Rosenquarz seine Farbe.

Neben den immer vorhandenen Einschlüssen feinster Fasern von einem Dumortierit-ähnlichem Mineral finden sich häufig feinste Rutilnadeln. Beide Mineraleinschlüsse sind oft senkrecht zur Prismenachse (kristallographischen c-Achse) orientiert in den Quarz eingewachsen und für den gelegentlich beobachteten Asterismus des Rosenquarzes verantwortlich.

Rosa Quarz: Idiomorphe Kristalle (Kristalle mit regulär entwickelten Flächen) sind äußerst selten und frei von trübenden Einschlüssen. Die Farbe verblasst bei Einwirkung von UV-Licht und beim Erhitzen über 200 °C.

Rosenquarz wird üblicherweise zu Schmucksteinen und Kunstgegenständen verarbeitet.

Inhaltsverzeichnis

Farbursachen

Die Ursachen der rosa Farbe von derbem, trübem Rosenquarz und klarem Rosa Quarz sind unterschiedlich.

Die Farbursache von trüben Rosenquarz war lange umstritten und viele Ursachen wurden diskutiert, so z. B. Einbau von Mangan oder manganhaltigen Mineralen, Lichtstreuung an feinsten Rutileinschlüssen, Einschlusse von rosafarbenen Mineralen oder Wechselwirkung von Eisen- und Titanionen im Quarz. Neuere Untersuchungen konnten belegen, dass feinste Einschlüsse von einem faserigen Dumortierit-ähnlichem Mineral Rosenquarz seine Farbe verleihen. Dumortierit, ein Borsilikat, ist durch gekoppelten Einbau von Spuren von Eisen und Titan rosa gefärbt.

Klare Kristalle von Rosa Quarz erhalten ihre Farbe nicht durch Einschlüsse sondern durch den gekoppelten Einbau von Aluminium und Phosphor in die Quarzstruktur und nachfolgende Bestrahlung. Quelle ionisierender Strahlung ist im allgemeinen der Zerfall des radioaktiven Kaliumisotops 40K.

 

Bildung und Fundorte

Rosenquarz findet sich in granitischen Pegmatiten, wo er zusammen mit Kalifeldspat, Schörl, Cassiterit, Beryll und Phosphatmineralen vorkommt. Weiterhin findet sich Rosenquarz in massiven hydrothermalen Quarzgängen.

Klare, ideomorphe Kristalle von Rosa Quarz sind sehr selten. Bekannt ist z. B. das Vorkommen im Sapucaia Pegmatit in Minas Gerais, Brasilien.

Esoterik

In der Esoterik gilt Rosenquarz als starkes Symbol für Liebe und Fruchtbarkeit. Es soll körperliche und geistige Schwächen des Liebeslebens heilen. Andere Quellen sprechen auch von der Wirkung als Strahlenabsorber (Wasseradern, Computerstrahlen). Für beides gibt es keine wissenschaftlichen Belege.

Warnhinweis

Auch wenn im Internet gelegentlich zu lesen ist, man könne dies ruhig tun: Rosenquarz darf man auf keinen Fall als Aufguss-Steine für einen Saunaofen verwenden! Durch die große Hitze werden von dem sehr spröden Stein immer wieder Bruchstücke abgesprengt, und zwar selbst dann, wenn man keinen Aufguss macht, das Material also nicht abgeschreckt wird. Dabei kann sogar so viel kinetische Energie frei werden, dass die manchmal messerscharfen Splitter quer durch die Saunakabine fliegen. Da Rosenquarz zu den härtesten Materialien überhaupt gehört, kann dies zu ernsten Verletzungen führen! Auch ohne dies wird man an Aufguss-Steinen aus Rosenquarz keine Freude haben, da sie unter starker Hitzeeinwirkung schnell zerfallen und ihre schöne rosa Färbung verlieren.

Siehe auch

Literatur

  • Edition Dörfler: Mineralien Enzyklopädie. Nebel Verlag, ISBN 3-89555-076-0
  • Rossman, G.R. (1994) Colored varieties of the silica minerals. In P.J. Heaney, C.T. Prewitt, and G.V. Gibbs, Eds., Silica. Physical Behavior, Geochemistry and Material Applications, 29, p. 433–462. Reviews in Mineralogy, Mineralogical Society of America, Washington, D.C. ISBN 0-939950-35-9
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Rosenquarz aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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