12.03.2010 - Messe München GmbH

analytica Conference 2010: Fortschritte in der Medizin durch analytische Chemie

Neuentwicklungen in der analytischen Chemie erschließen in der Medizin und in anderen Disziplinen riesige neue Forschungsfelder. Die neuesten Methoden und Entwicklungen in diesem Bereich diskutieren führende Wissenschaftler aus der Chemie, Biochemie, Molekularbiologie, Klinischen Chemie und Laboratoriumsmedizin vom 23. bis 25. März 2010 auf der analytica Conference. Die größte Analytiker-Konferenz Europas ist seit Jahren der wissenschaftliche Treffpunkt der analytica, der weltgrößten Fachmesse für Analytik, Labortechnik und Biotechnologie.

Wege der modernen Labormedizin für eine Personalisierte Medizin

Jeder Mensch ist ein Individuum und damit auch chemisch anders „zusammengesetzt“. Jede Krankheit beruht auf fehlgeleiteten (bio)chemischen Reaktionen oder hat solche zur Folge. Wenn man all die Moleküle und ihre Reaktionsabläufe gezielter analysieren kann, kann man fehlerhafte Abläufe auf molekularer Ebene besser beeinflussen als mit Medikamenten, die nach konventionellen Methoden entwickelt werden. Genau das, sprich die gezieltere Behandlung von Krankheiten, ist das Ziel der so genannten „Personalisierten Medizin“. Professor Dr. Joachim Thiery, Direktor des Instituts für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik der Universität Leipzig und Dekan der Medizinischen Fakultät, ist einer der Protagonisten der Personalisierten Medizin. In seinem Plenarvortrag stellt er hochmoderne spektroskopische und molekulare Methoden vor, die an seinem Leipziger Institut angewandt werden, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Tumorerkrankungen besser diagnostizieren und behandeln zu können. Die Forschungsarbeiten des Instituts dienen darüber hinaus der Untersuchung und Prävention von Stoffwechselerkrankungen, vor allem bei Neugeborenen.

Verleihung des Bunsen-Kirchhoff-Preis

Am 25. März findet anlässlich der analytica Conference die Verleihung des Bunsen-Kirchhoff-Preises statt, mit dem der Deutsche Arbeitskreis für Angewandte Spektroskopie (DASp), ein Arbeitskreis in der Fachgruppe Analytische Chemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker, in diesem Jahr Professor Dr. Janina Kneipp auszeichnet. Der mit 2.500 Euro dotierte Preis geht an jüngere Wissenschaftler, die auf neuen Anwendungsgebieten der Spektroskopie arbeiten, wie beispielsweise der Spektroskopie im Nanobereich und der Spektroskopie an Biomolekülen. Die diesjährige Preisträgerin ist studierte Biologin und Physikerin und arbeitet zur Zeit als Juniorprofessorin für Optische Spektroskopie/Prozessananlytik am Institut für Chemie der Berliner Humboldt-Universität sowie als Arbeitsgruppenleiterin an der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung in Berlin-Adlershof. Auf der analytica Conference wird sie in ihrem Preisträgervortrag über Metall-Nanostrukturen als effiziente SERS-Substrate in der Bioanalytik zeigen, wie sehr sich dieses Gebiet weiter fortentwickelt hat.

Mit der Verleihung des Bunsen-Kirchhoff-Preises und dem Vortrag der Preisträgerin beginnt auf der analytica Conference die Session über neueste Entwicklungen in der Atom- und Molekülspektroskopie für die chemische Analyse, die der DASp-Vorsitzende, Professor Dr. José A. Broekaert, Universität Hamburg, leitet. Im Fokus seines Vortrags steht die Weiterentwicklung von Mikrofluid-Systemen, also die Miniaturisierung vieler Verfahren und die Entwicklung von Kleingeräten. Beispiele sind Quecksilberanalysatoren, die man zur Untersuchung von Wasserproben mit ins „Feld“ nehmen kann, oder die Online-Bestimmung von Blutzucker am Patientenbett mit Hilfe der Infrarot-Spektroskopie.

Point of Care Diagnostik (POCT)

Auch die patientennahe Labordiagnostik zählt zu den Highlights der diesjährigen analytica Conference. Bereits am ersten Konferenztag beleuchtet ein Symposium unter der Leitung des stellvertretenden Vorsitzenden der GDCh-Fachgruppe Analytische Chemie, Professor Dr. Günter Gauglitz von der Universität Tübingen, das Themengebiet. Einen aktuellen Überblick gibt Professor Dr. Peter B. Luppa vom Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie am Klinikum rechts der Isar der TU München. Er zeichnet Porträts der verschiedenen instrumentellen Kategorien, zeigt den Entwicklungsstand der zugrunde liegenden Technologien, Methoden der Qualitätsprüfung und die Anwendungsbreite vom Krankenhaus bis zum heimischen Krankenbett. Trends in der Gesundheitsvorsorge und bei neuen Techniken werden das Spektrum der Anwendungen verbreitern.

Strategien, die verfolgt werden, um POCT-Analysen in der Diagnostik verstärkt einsetzen zu können, beschreibt Professor Dr. Brian D. MacCraith vom Institut für Biomedizinische Diagnostik der Dublin City University, Irland. Sein Hauptaugenmerk gilt innovativen Biosensoren und ihrer Integration in die Mikrofluid-Technik, also die Lab-on-a-chip-Technologie. Dabei fokussiert er insbesondere die Photonik (beispielsweise supercritical angle fluorence, SAF) und die Nanotechnologie (beispielsweise high-brightness nanoparticles). Vertieft werden diese und weitere Aspekte der POCT-Anwendungen durch Vorträge aus Italien und Deutschland.

Die analytica Conference wird organisiert vom Forum Analytik, bestehend aus der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) und der Deutschen Vereinten Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL).

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