LANXESS befeuert erstmals Großanlage mit Wasserstoff

Vorteil Verbundstandort: Wasserstoff entsteht bei Covestro als Nebenprodukt in der Chlorelektrolyse

12.08.2026
LANXESS

Michael Ertl, Leiter des LANXESS Geschäftsbereichs Inorganic Pigments, und Rob Eek, Produktionsleiter bei Covestro in Krefeld-Uerdingen, stehen vor der neuen Wasserstoffleitung, die die Anlage für Eisenoxide von LANXESS versorgt.

LANXESS macht seine Produktion am Standort Krefeld-Uerdingen noch nachhaltiger: Der Spezialchemie-Konzern trocknet seine Eisenoxidpigmente künftig mit Wasserstoff anstelle von Erdgas. Der Sprühtrockner ist damit eine der ersten großtechnischen Industrieanlagen in Deutschland, die Wasserstoff im Dauerbetrieb als Brennstoff einsetzen. LANXESS reduziert seinen CO2-Fußabdruck dadurch um rund 6.000 Tonnen pro Jahr.

Der Wasserstoff fällt bei der Chlorelektrolyse im benachbarten Covestro- Betrieb an und gelangt über eine Pipeline direkt in den LANXESS-Betrieb.

„Der Schritt vom Erdgas- zum Wasserstoffbrenner markiert für uns einen technologischen Meilenstein hin zu treibhausgasarmen Prozessen“, sagt Michael Ertl, Leiter des Geschäftsbereichs Inorganic Pigments bei LANXESS. „Wir zeigen damit, dass die Dekarbonisierung der Industrie nicht nur in Modellprojekten funktioniert, sondern im laufenden Betrieb großer Produktionsanlagen“.

LANXESS hat den Wasserstoffbrenner Ende 2025 installiert und seitdem schrittweise in Betrieb genommen. Die Anlage ist so ausgelegt, dass sie vollständig mit Wasserstoff betrieben werden kann. Die technische Anbindung umfasst eine eigene Wasserstoffleitung, angepasste Brenner- und Messregeltechnik sowie zusätzliche Sicherheits- und Steuerungssysteme.

Verbundstandort als Erfolgsfaktor

„Das Projekt zeigt, dass Industriepartner in einem Verbundstandort den Wandel hin zu einer klimaschonenden Produktion besonders erfolgreich gestalten können“, sagt Rob Eek, Produktionsleiter von Covestro in Krefeld-Uerdingen.

Grundlage dafür ist die enge Vernetzung am Verbundstandort: Kurze Leitungswege, gemeinsame Infrastruktur und etablierte Sicherheitskonzepte sorgen für eine verlässliche Wasserstoffversorgung.

LANXESS und Covestro verbindet am Standort Krefeld-Uerdingen eine langjährige Zusammenarbeit. Covestro liefert Nitrobenzol, das LANXESS zur Herstellung seiner Eisenoxidpigmente einsetzt. Als Nebenprodukt entsteht dabei Anilin, das wiederum als wichtiger Rohstoff für die Kunststoffproduktion an Covestro zurückfließt. Der nun implementierte Wasserstoffeinsatz im Sprühtrockner erweitert den etablierten Produktionsverbund um eine zusätzliche klimarelevante Komponente.

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