21.05.2019 - Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)

Neue Definition für das Kilogramm in Kraft

(dpa) Das Ur-Kilogramm als Maß aller Dinge hat ausgedient. Seit Montag gilt eine neue Definition der Gewichtseinheit. Statt über den berühmten Klotz, der seit 130 Jahren in einem Pariser Tresor lagert, wird ein Kilogramm nun mit Hilfe einer bestimmten Anzahl von Silizium-Atomen und weiterer Faktoren festgelegt. Beschlossen wurde die Änderung bereits vergangenen November auf der Generalkonferenz für Maße und Gewichte in Versailles, in Kraft getreten ist sie erst jetzt. Für den Otto-Normalverbraucher ändert sich laut Physikalisch-Technischer Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig, die an der neuen Definition beteiligt war, nichts.

Zum Stichtag bekam das Deutsche Museum in München als Symbol für die neue Definition eine Siliziumkugel von der PTB geschenkt. Die neue Definition wurde notwendig, weil das Ur-Kilogramm stetig an Masse verlor, laut Deutschem Museum vermutlich bisher mehr als 50 Mikrogramm. Das sei etwa so viel, wie ein Salzkorn wiege. «Für Menschen, die sich hauptberuflich mit dem Messen befassen und die versuchen, weltweit gleiche Maßeinheiten zu gewährleisten, ist das eine fast genauso große Katastrophe wie das Maß-Chaos im Mittelalter, als das Längenmaß «Fuß» je nach Schuhgröße des jeweiligen Königs variierte», erläuterte das Museum.

Das Kilogramm ist nur eine von mehreren Messeinheiten, die mittels Naturkonstanten - wie etwa Lichtgeschwindigkeit und Ladung des Elektrons - bestimmt werden. Auch die Sekunde (Zeit), der Meter (Länge), das Ampere (Stromstärke), das Kelvin (Temperatur), das Mol (Stoffmenge) und die Candela (Lichtstärke) wurden zum 20. Mai als Weltmetrologietag neu definiert.

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    Dr. Jens Simon

    Jens Simon, Jahrgang 1962, hat zwei akademische Wege mit Stationen in Braunschweig, Jülich und Köln verfolgt. Der eine Weg führte zu einer Promotion an der Technischen Universität Braunschweig in germanistischer Linguistik über die Sprache Arno Schmidts. Der andere Weg führte zu einer Promo ... mehr

    Prof. Dr. Joachim H. Ullrich

    Joachim Ullrich, Jahrgang 1956, studierte Geophysik und Physik an der Universität Frankfurt, wo er nach dem Diplom 1983 auch 1987 promovierte und sich 1994 habilitierte. Von 1989 bis 1997 war er als wissenschaftlicher Angestellter an der Gesellschaft für Schwerionenforschung in Darmstadt tä ... mehr

    Dr. Horst Bettin

    Horst Bettin, Jahrgang 1955, studierte Physik an der Technischen Universität Braunschweig und promovierte dort am Institut für Halbleiterphysik und Optik. Im Jahr 1990 trat er in die Physikalisch-Technische Bundesanstalt ein und forschte hauptsächlich auf dem Gebiet der Dichtemessungen. Auß ... mehr