11.10.2019 - Technische Universität München

TU München, Oerlikon, GE Additive und Linde gründen Cluster für Additive Fertigung in Bayern

3D-Druck verändert die Art der industriellen Fertigung

Die Technische Universität München (TUM), Oerlikon, GE Additive und Linde gründen gemeinsam ein Cluster für Additive Fertigung. Dieses Cluster ist ein Zusammenschluss von Unternehmen und Organisationen mit dem Ziel, an einem einzigen Standort Additive Fertigungstechnologien zu erforschen und zu entwickeln.

Die Kooperation wird dazu beitragen, AM in den Fertigungsprozess zu integrieren, und es den Unternehmen ermöglichen, diese Technologie in ihrer Produktion einzusetzen. Dem offenen Cluster gehören auch akademische Einrichtungen (TUM) an, die im Bereich AM forschen und lehren. Zudem gehören dem Cluster Regulierungsbehörden an, die den Einsatz dieser Technologie in den einzelnen Branchen überwachen und regulieren. Das Cluster wird künftig weiteren Teilnehmern offenstehen.

„Durch Bündelung aller Akteure in einem einzigen Hub treiben wir die Entwicklung und Anwendung der Technologie für verschiedene Branchen voran“, erklärt Prof. Dr. Michael Süß, Präsident des Verwaltungsrats des Oerlikon Konzerns. „Bayern ist der perfekte Standort für diese Initiative, da hier Energie- und Produktionseffizienz gefördert und damit die deutschen Nachhaltigkeitsziele und der Wunsch des Landes nach Einbindung neuer Technologien unterstützt werden.“

„Das Projekt ist ein herausragendes Beispiel für die enge Zusammenarbeit zwischen Industrie, Wissenschaft und Politik, um mit Innovationen die Industrialisierung einer Technologie wie der Additiven Fertigung voranzutreiben“, so Dr. Roland Fischer, CEO des Oerlikon Konzerns. „AM ist eine Technologie, die unser Ziel unterstützt, nachhaltige Lösungen für alle Branchen anzubieten.“

Mit der additiven Fertigungstechnologie, auch als 3D-Druck bezeichnet, lassen sich Metallbauteile in einem „Schicht für Schicht“-Fertigungsprozess herstellen. TUM, Oerlikon, GE Additive und Linde nehmen im additiven Fertigungsprozess jeweils verschiedene Aufgaben wahr. Die Additive Fertigung verändert den Produktionsprozess vollständig. Sie erfordert ein Umdenken in jedem Aspekt der Fertigung – Lieferkette, Produktion, Mitarbeiterschulung, Qualitätsprüfung, Produktvalidierung und Regulierung.

Jason Oliver, Präsident und CEO von GE Additive: „Bayern genießt bereits heute einen hervorragenden Ruf als globaler Hotspot für die Additive Fertigung – mit einem florierenden Ökosystem und einem umfangreichen Talentpool. Wir sind stolz, von Anfang an Teil dieser Initiative zu sein. Wir freuen uns, auf dieser starken Partnerschaft aufzubauen und sowohl für die Region selbst als auch darüber hinaus spürbare Auswirkungen zu erzielen.“

„Wir betrachten diese Möglichkeit zur Zusammenarbeit als Gewinn für die Unternehmen und die TUM wie auch für die Region“, so Dr. Christian Bruch, Executive Vice President & CEO Linde Engineering. „Wir erwarten, dass der neue Hub Arbeitsplätze in der Region schafft und gleichzeitig neue Technologien und Fähigkeiten für die hier ansässigen Unternehmen bereitstellen wird.“

Neues Institut für Additive Fertigung

Als eine der ersten Initiativen des AM-Clusters bauen Oerlikon und die TUM ein neues Forschungsinstitut auf. Das Institut für Additive Fertigung wird sich auf die interdisziplinäre Forschung in den Bereichen Metallpulver, optimierte AM-Produktion und ganzheitliche Prozessintegration, einschließlich Automatisierung und AM-Digitalisierung, konzentrieren. Ingenieure und Wissenschaftler von Oerlikon werden hier eng mit Forschern und Studierenden verschiedener Fakultäten der TUM (hauptsächlich Maschinenbau, aber auch Chemieingenieurwesen, Physik und Informatik) zusammenarbeiten, um alle Aspekte der AM-Forschung und -Produktion zu untersuchen. Dazu gehören auch die Verifizierung und Qualifizierung von Produkten und die Entwicklung neuer AM-Geschäftsmodelle.

"Die Voraussetzung für eine Industrialisierung additiver Fertigungsverfahren ist die integrative Zusammenarbeit kraftvoller Partner aus Industrie und Wissenschaft", erklärt Prof. Dr. Thomas Hofmann, Präsident der TUM. "Nur so können wir technologische Hürden überwinden und offene Fragen der Standardisierung beantworten."

Wie der Cluster wird auch das Forschungsinstitut nach Festlegung der ersten Rahmenbedingungen offen für Forschungskooperationen mit Wissenschaft und Wirtschaft sein. Ziel ist es, das internationale Netzwerk zu erweitern und eine offene Partnerschaftsarchitektur zu fördern.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
  • Fertigungstechnik
  • 3D-Druck
Mehr über TUM
  • News

    Die TUM-Ausgründung LiBCycle kümmert sich um gebrauchte E-Auto-Akkus

    Was mit der Idee zu einer Transportbox für alte Akkus begann, hilft mittlerweile bei der Wiederverwertung alter Akkus. Das Start-up LiBCycle, das an der Technischen Universität München (TUM) gegründet wurde, hat sich der Kreislaufwirtschaft verschrieben und trägt so seinen Teil zu einer nac ... mehr

    Start-ups von Männern dominiert

    Frauen sind in deutschen und französischen Start-ups deutlich unterrepräsentiert, vor allem im Technologiebereich. Dies gilt sowohl für Gründerinnen als auch für Mitarbeiterinnen, wie eine Studie der TUM in Zusammenarbeit mit der Roland Berger Stiftung für europäische Unternehmensführung ze ... mehr

    Neues Material ermöglicht lokal flexible Dioden

    Dioden sorgen für einen gerichteten Stromfluss und sind aus der modernen Elektronik nicht mehr wegzudenken. Bisher müssen sie aus zwei Materialien mit unterschiedlichen Eigenschaften hergestellt werden. Ein Forschungsteam der Technischen Universität München (TUM) hat nun ein Material entdec ... mehr

  • q&more Artikel

    Vitalkleber, ein Protein mit Potenzial

    In fast jedem der 17 Ziele der Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung spielen Lebensmittel und deren Wertschöpfungskette eine wichtige Rolle [1]. Mit der Agenda haben die Vereinten Nationen einen globalen Handlungsrahmen geschaffen, der sich an alle gesellschaftlichen Akteure richtet. mehr

    Biobasierte Rohstoffströme der Zukunft

    Der anthropogene Klimawandel und die steigende Weltbevölkerung im Verbund mit zunehmender Urbanisierung induzieren globale Herausforderungen an unsere Gesellschaft, die nur durch technologische Fortschritte gelöst werden können. mehr

    Ein Geschmacks- und Aromaschub im Mund

    Der Ernährungstrend hin zu gesünderen Snacks ist ungebremst. Snacks aus gefriergetrockneten Früchten erfüllen die Erwartungen der Verbraucher an moderne, hochwertige Lebensmittel. Allerdings erfordert die Gefriertrocknung ganzer Früchte lange Trocknungszeiten ... mehr

  • Autoren

    Prof. Dr. Thomas Becker

    Thomas Becker, Jahrgang 1965, studierte Technologie und Biotechnologie der Lebensmittel an der Technischen Universität München (TUM). Im Anschluss arbeitete er von 1992 bis 1993 als Projektingenieur in der Fa. Geo-Konzept. Die Promotion erfolgte 1995 an der TUM. Von 1996 bis 2004 war er als ... mehr

    Monika C. Wehrli

    Monika Wehrli, Jahrgang 1994, schloss ihr Studium mit Schwerpunkt Lebensmittelverfahrenstechnik an der ETH Zürich ab. Seit 2018 forscht sie an der Technischen Universität München am Lehrstuhl für Brau- und Getränketechnologie, wo sie ihre Promotion im Bereich Getreidetechnologie und -verfah ... mehr

    Prof. Dr. Thomas Brück

    Thomas Brück, Jahrgang 1972, absolvierte sein Bachelorstudium (B.Sc.) 1996 in den Fächern Chemie, Biochemie und Management an der Keele University in Stoke on Trent, U.K. Er hält einen Masterabschluss (1997) in Molekularmedizin von derselben Universität und promovierte 2002 auf dem Gebiet d ... mehr

Mehr über Oerlikon
  • News

    Atlas Copco will Oerlikon Leybold Vacuum kaufen

    Oerlikon gab bekannt, dass sie eine Vereinbarung zum Verkauf des Leybold Vacuum-Geschäfts an das Unternehmen Atlas Copco unterzeichnet hat. Der Transaktion liegt ein Unternehmenswert für das Segment Vacuum von CHF 525 Mio. zugrunde. Der Abschluss der Transaktion wird zur Mitte des Jahres 20 ... mehr

    Oerlikon stiftet Nachwuchsprofessur für Terahertz-Photonik

    Der Oerlikon-Konzern stiftet für fünf Jahre eine Nachwuchsprofessur für Terahertz-(THz)-Photonik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Eingebunden in die Forschungskooperation ist das Ferdinand-Braun-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH), Berlin, ein Institut der Leibniz-Gemeinsch ... mehr

Mehr über General Electric
  • News

    General Electric zerlegt sich weiter

    (dpa-AFX) Der strauchelnde US-Industrieriese General Electric (GE) sucht mit einer Radikalkur den Weg aus der Krise. Der Konzern will sich künftig nur noch auf die mehr Wachstum versprechenden Felder Kraftwerke, Alternative Energien und Luftfahrt konzentrieren. Die Medizintechnik werde hing ... mehr

    ABB übernimmt GE Industrial Solutions für 2,6 Milliarden US-Dollar

    ABB hat die Übernahme von GE Industrial Solutions angekündigt, GEs globalem Geschäft für Elektrifizierungslösungen. GE Industrial Solutions verfügt über starke Kundenbeziehungen in mehr als 100 Ländern und eine etablierte installierte Basis mit starken Wurzeln in Nordamerika, dem grössten M ... mehr

    Immelt tritt als General-Electric-Chef ab

    (dpa) Der US-Industriekonzern General Electric (GE) bekommt einen neuen Chef. John Flannery (55), der bisher das Medizintechnikgeschäft des Siemens-Rivalen leitet, wird ab 1. August den Vorstandsvorsitz von Jeffrey Immelt (61) übernehmen, wie das Unternehmen am Montag in Boston mitteilte. I ... mehr

Mehr über Linde
  • News

    BASF, SABIC und Linde beginnen mit dem Bau der weltweit ersten Demonstrationsanlage für großtechnische elektrisch beheizte Steamcracker-Öfen

    BASF, SABIC und Linde haben mit dem Bau der weltweit ersten Demonstrationsanlage für großtechnische elektrisch beheizte Steamcracker-Öfen begonnen. Durch die Nutzung von Strom aus erneuerbarer Energie anstelle von Erdgas hat die neue Technologie das Potenzial, die CO2-Emissionen eines der e ... mehr

    Linde regelt Chefnachfolge

    (dpa-AFX) Der Gaskonzern Linde hat die Nachfolge für die Spitze des Unternehmens geregelt. So wird Sanjiv Lamba zum 1. März 2022 das Amt des amtierenden Vorstandschefs Steve Angel übernehmen, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Über den Wechsel war bereits spekuliert worden. Lamba ist ... mehr

    BASF, SABIC und Linde arbeiten gemeinsam an der Realisierung des weltweit ersten elektrisch beheizten Steamcracker-Ofens

    BASF, SABIC und Linde haben eine gemeinsame Vereinbarung zur Entwicklung und Pilotierung von elektrisch beheizten Steamcracker-Öfen unterzeichnet. Die Partner haben bereits gemeinsam an Konzepten gearbeitet, um die im Heizprozess eingesetzten fossilen Brennstoffe durch erneuerbaren Strom zu ... mehr

  • Firmen

    Linde AG, Linde Gases Division

    Der Geschäftsbereich Linde Gas der Linde AG ist in Deutschland und Europa führender Industriegaseproduzent und einer der bedeutendsten weltweit. Unsere erfahrenen Spezialisten beraten gezielt vor Ort, bieten kundenspezifische Hardware und optimieren durch den Einsatz von Gasen Ihre Verfahr ... mehr

    Linde AG, Linde Engineering Division

    Unsere Division Engineering ist mit der Fokussierung auf die zukunftsträchtigen Marktsegmente Olefin-Anlagen, Erdgas-Anlagen, Luftzerlegungs-Anlagen sowie Wasserstoff- und Synthesegas-Anlagen weltweit erfolgreich. Im Unterschied zu fast allen Wettbewerbern können wir bei der Planung, der Pr ... mehr

    Linde AG

    The Linde Group ist ein weltweit führendes Gase- und Engineeringunternehmen, das mit mehr als 50.000 Mitarbeitern in etwa 100 Ländern vertreten ist und im Geschäftsjahr 2007 einen Umsatz von 12,3 Mrd. Euro erzielt hat. Die Strategie der Linde Group ist auf ertragsorientiertes und nachhaltig ... mehr