23.10.2019 - Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Erste Synthese eines kationischen Tetraederclusters in Lösung

Hauptgruppenatome kommen oft in kleinen Clustern vor, die neutral, negativ oder positiv geladen sein können. Das bekannteste neutrale sogenannte Tetraedercluster ist der weiße Phosphor (P4), aber darüber hinaus sind weitere Tetraeder als Substanz isolierbar. Es handelt sich um Moleküle aus vier Atomen, deren räumliche Anordnung einem Tetraeder aus gleichseitigen Dreiecken entspricht. Bisher waren neben mindestens sechs neutralen Versionen wie As4 oder AsP3 eine Vielzahl von negativ geladenen Tetraedern wie In2Sb22– bekannt, jedoch keine kationischen, also positiv geladenen Varianten. Ein Team um Prof. Dr. Ingo Krossing vom Institut für Anorganische und Analytische Chemie der Universität Freiburg ist es gelungen, diese positiv geladenen Tetraeder zu erzeugen: drei davon, also P3E+ (E = S, Se, Te), sind nun in Lösung zugänglich.

Die Freiburger Chemiker konnten die Tetraeder in Mischungen in kondensierter Phase herstellen. Die Charakterisierung durch die Untersuchungen mit den Methoden der NMR-Spektroskopie und MS-Spektrometrie war eindeutig, erklärt Krossing, und ließ keinen Zweifel daran, dass es die Verbindungen P3E+ mit E = S, Se und Te seien. Indem sie das P4 Tetraeder mit den Kationen ECl3+ (E = S, Se, Te) umsetzten, konnten die Freiburger Forscher P3E+-Salze mit sehr guten schwach koordinierenden Anionen erhalten. Zudem ergab sich dadurch zum ersten Mal ein Zugang zu sehr Lewis-sauren ECl3+-Salzen, die sich gut in organischen Lösungsmitteln lösen lassen und von denen daher neue Folgechemie zu erwarten ist.

Das Team ist nun auf der Suche nach weiteren synthetischen Möglichkeiten: „Wir haben Ideen, um fortzufahren und arbeiten daran, aber das wird einige Zeit dauern", erwartet Krossing.

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