08.07.2022 - Universität Augsburg

Neuer Masterstudiengang Materialchemie bildet gesuchte Fachkräfte aus

Nachfrage nach hochqualifiziertem Personal in der Chemieindustrie nimmt stetig

Forschung im Bereich innovativer Materialien sind für den Technik- und Wirtschaftsstandort Deutschland von immenser Bedeutung, die Nachfrage nach hochqualifiziertem Personal in der Chemieindustrie nimmt stetig zu. Als Reaktion darauf startet die Universität Augsburg im WS 2022/2023 den Masterstudiengang „Materialchemie“, der Bachelorabsolventinnen und -absolventen der Materialwissenschaften, der Chemie und Physik gleichermaßen offensteht.

Ob Klimawandel, Ressourcenproblematik, Medizintechnik oder Energieversorgung – bei allen globalen Herausforderungen und Zukunftstrends spielt die chemische Materialforschung als Schlüsseltechnologie eine tragende Rolle. Wer energieeffizienter heizen und fahren oder Licht erzeugen will, muss an neuartigen, innovativen Materialien forschen. Denn Brennstoffzellen, Akkumulatoren und Trägersysteme sind nur so gut, wie die Eigenschaften der Materialien, aus denen sie stammen.

„Die Universität Augsburg hat früh erkannt, dass der Trend zu immer komplexeren Materialien geht und sich auf die Fahne geschrieben, hochqualifizierte Chemiker und Chemikerinnen auszubilden“, erklärt Prof. Dr. Dirk Volkmer. Er ist Lehrstuhlinhaber der Festkörperchemie und als Vorsitzender des Prüfungsausschusses maßgeblich an der Konzeption des neuen Masterstudiengangs „Materialchemie“ beteiligt gewesen, für den sich Studierende erstmalig im Wintersemester 2022/2023 einschreiben können.

Zwar ist der Masterstudiengang „Materialchemie“ neu, dennoch kann die Universität Augsburg auf über 20 Jahre Erfahrung in der Lehre und Forschung auf dem Feld der Materialchemie zurückblicken. Als eine der ersten Universitäten in Deutschland richtete Augsburg im Jahr 2000 den Bachelorstudiengang „Materialwissenschaften“ am Institut für Physik ein.

Besonderheit: Smarte Materialien

Der Materialchemie-Master ist auch eine Reaktion auf die stete Nachfrage chemischer Unternehmen nach Absolventinnen und Absolventen, die eine Ausbildung im sogenannten Bottom-Up-Design durchlaufen haben. „Das bedeutet vereinfacht, wir bringen unseren Studierenden bei, wie man ein Material und seine Eigenschaften aus seinen kleinsten Bausteinen (Atome, Moleküle) plant und zu komplexen Funktionsmaterialien mit besonderen neuen Eigenschaften aufbaut“, sagt der Studiengangsbeauftragte Prof. Dr. Wolfgang Scherer. Im Gegensatz zu einem klassischen Chemie-Master, der an anderen Universitäten angeboten wird, zielt der neue Studiengang auf eine Technologieentwicklung und -integration ,smarter‘ Materialien ab. Schwerpunkte in Augsburg liegen im Bereich anorganischer, molekularer Materialien, Festkörperverbindungen und funktionaler (Hybrid-)Materialien.

In der Praxis sind Chemikerinnen und Chemiker mit einer solchen Spezialisierung nicht nur in Anwendungsbereichen wie Photovoltaik, Brennstoffzellen und 3-D-Druck anzutreffen, sondern auch beispielweise an der Entwicklung eines Leuchtdisplays in einem Smartphone beteiligt. Dafür sei ein erhebliches naturwissenschaftliches Verständnis notwendig, sagt Prof. Volkmer und ergänzt: „Personen, die über Kenntnisse zum Design, zur Herstellung aber auch zur Integration von Funktionsmaterialien in Technologieplattformen haben, werden auf dem Arbeitsmarkt dringend gesucht.“ Deshalb sei auch die computergestützte Materialmodellierung wesentlicher Bestandteil des Materialchemie-Masters.

Mit welchem Bachelor zur Materialchemie?

„Kleine Jahrgänge garantieren ein engmaschiges und individualisiertes Betreuungsverhältnis“, erklärt Prof. Dirk Volkmer. Der Studiengang „Materialchemie“ steht Bachelorabsolventen und -absolventinnen aus den Materialwissenschaften, der Physik und der Chemie sowie verwandter Fachdisziplinen (z.B. Geochemie oder Chemieingenieur) offen. Der Studiengang ist als Vollzeitstudium mit einer Regelstudienzeit von vier Semestern angelegt. Eine Einschreibung im Sommer- und Wintersemester ist möglich.

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