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Weltrekord: Schnellste Trennung chemischer Substanzen

10.06.2010

Auf dem aktuellen Titelblatt der Zeitschrift lab-on-a-chip wird über einen neuen Weltrekord in der Chemie berichtet: Wissenschaftler am Institut für Analytische Chemie der Universität Leipzig berichten von der schnellsten Trennung chemischer Substanzen in flüssiger Phase mit massenspektrometrischer Detektion.

In der Arbeitsgruppe um Prof. Detlev Belder wird daran geforscht, chemische Analysensysteme auf Chipgröße zu schrumpfen. Dadurch gelingt es, ähnlich wie in der Mikroelektronik, komplexe Prozesse in immer kürzerer Zeit zu erledigen. "Wenn chemischen Prozesse statt in großen Rohren und Kolben in solchen Mikrokanälen stattfinden, reduzieren sich nicht nur die Chemikalienmengen, sondern es können auch die Prozesszeiten von Minuten bzw. Stunden auf wenige Sekunden schrumpfen.", erklärt Prof. Belder.

Der Clou: Eine haarfeine Nanospraynadel

Der neue Weltrekord wurde mit einem kleinen Glaschip realisiert, in dem sich sehr feine Kanäle in der Dimension eines menschlichen Haares befinden.

In den Analsysechip der, auf dem sich kleinste Mengen eines flüssigen Stoffes (Mikrofluide) befinden, konnten die Leipziger Forscher eine haarfeine Nanospray-Nadel integrieren. Damit gelang eine direkte Kopplung der Chip-Technologie mit der Massenspektrometrie. Dann wurde ein elektrisches Feld angelegt. Erstmals war es dadurch möglich, Substanzen innerhalb einer Sekunde voneinander zu trennen und nahezu simultan massenspektrometrisch zu identifizieren.

"Dies macht diese Technologie besonders für die Pharmaindustrie attraktiv, wo innerhalb kürzester Zeit riesige Substanzbibliotheken potentieller Wirkstoffe einem Hochdurchsatz-Test unterzogen werden.", so Belder. Die Massenspektrometrie für die Identifizierung von chemischen Substanzen werde hierbei schon seit langem eingesetzt.

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    Dr. Katja Schellenberg

    Jg. 1984, absolvierte ihren Bachelor of Science in Molekularer Biotechnologie an der Technischen Univer­sität Dresden, bevor sie 2009 im internationalen Studiengang „Molecular Medicine“ der Charité Berlin mit dem Master of Science graduierte. Gefördert durch ein Charité-Stipendium erfolgte ... mehr

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