Geopolitik als Wettbewerbsvorteil: LANXESS profitiert von Lieferkettenstörungen in Asien

LANXESS bestätigt Prognose trotz verhaltenem Jahresstart

07.05.2026
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Symbolbild

Ein weiterhin schwaches Konjunkturumfeld, andauernde geopolitische Unsicherheiten und Portfolioabgänge des Vorjahres haben das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 beim Spezialchemie-Konzern LANXESS geprägt. Der Umsatz erreichte 1,378 Milliarden Euro und lag damit 13,9 Prozent unter dem Umsatz des ersten Quartals 2025 von 1,601 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen lag bei 94 Millionen Euro und damit 29,3 Prozent unter dem Wert des Vorjahresquartals von 133 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen für das erste Quartal betrug 6,8 Prozent nach 8,3 Prozent im Vorjahresquartal.

In einem nach wie vor schwachen Marktumfeld führten niedrigere Einstandspreise für Rohstoffe und der in einigen Geschäften anhaltende Preisdruck aus dem asiatischen Raum zu geringeren Verkaufspreisen. Darüber hinaus belasteten die Entwicklung der Wechselkurse und der Portfolioeffekt durch den Verkauf des Urethane Systems Geschäfts zum 1. April 2025 die Geschäftsergebnisse.

„Der Jahresstart war schwach, aber seit März sehen wir ein leicht positives Momentum. Durch den Konflikt im Nahen Osten sind die Lieferketten vieler asiatischer Wettbewerber gestört und Kunden wenden sich wieder stärker europäischen Anbietern wie LANXESS zu. Lieferfähigkeit ist derzeit ein bedeutender Wettbewerbsvorteil. Gleichzeitig haben wir für viele unserer Produkte die Preise erhöht, um die gestiegenen Kosten für Rohstoffe, Energie und Logistik weiterzugeben“, sagte Matthias Zachert, Vorstandsvorsitzender von LANXESS.

Prognose für 2026 bestätigt

LANXESS geht davon aus, dass diese Marktbedingungen zumindest in den kommenden Monaten fortbestehen. Der Konzern rechnet im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem ersten Quartal mit einem deutlichen Anstieg des EBITDA vor Sondereinflüssen auf 130 bis 150 Millionen Euro.

Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt der Konzern seine Prognose vom März und rechnet weiterhin mit einem EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 450 und 550 Millionen Euro.

Geschäftsentwicklung in den Segmenten

Im Segment Consumer Protection erzielte LANXESS im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von 458 Millionen Euro, das entspricht einem Rückgang von 10,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal mit einem Umsatz von 513 Millionen Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen lag mit 62 Millionen Euro um 15,1 Prozent unter dem Wert des letztjährigen Quartals von 73 Millionen Euro. Insbesondere die schwächere Nachfrage und die damit einhergehenden geringeren Absatzmengen sowie nachteilige Wechselkurseffekte führten zum Rückgang des Ergebnisses, das im Vorjahr noch einen hohen einstelligen Millionen-Euro-Betrag aus einer Versicherungsleistung enthielt. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen lag bei 13,5 Prozent nach 14,2 Prozent im Vorjahreszeitraum.

Das Segment Specialty Additives verzeichnete im ersten Quartal einen Umsatz von 521 Millionen Euro und lag damit 4,4 Prozent unter dem Wert des ersten Quartals 2025 von 545 Millionen Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen erreichte 44 Millionen Euro, das sind 15,4 Prozent unter dem Wert des Vorjahresquartals von 52 Millionen Euro. Nachteilige Wechselkurseinflüsse sowie niedrigere Einstandspreise für Rohstoffe, die sich in niedrigeren Verkaufspreisen widerspiegelten, sorgten für den Ergebnisrückgang. Die gestiegene Nachfrage nach Schmierstoffen und brombasierten Flammschutzmitteln konnte den Rückgang nicht kompensieren. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen betrug 8,4 Prozent nach 9,5 Prozent im Vorjahresquartal.

Im Segment Advanced Intermediates sank der Umsatz im ersten Quartal 2026 auf 396 Millionen Euro, ein Rückgang von 16,8 Prozent gegenüber dem Wert des Vorjahresquartals von 476 Millionen Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen erreichte 27 Millionen Euro und sank damit um 32,5 Prozent gegenüber 40 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Eine insgesamt schwache Nachfrage und die daraus resultierende niedrigere Auslastung sowie gesunkene Absatzmengen wirkten sich negativ auf das Ergebnis und die Marge aus. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen sank auf 6,8 Prozent nach 8,4 Prozent im Vorjahr.

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