Sartorius verzeichnet positiven Start ins Jahr: Deutlicher Umsatzzuwachs und stabile Marge

Konzernumsatz steigt um 7,5 Prozent

23.04.2026
Sartorius AG

Sartorius hat seinen Wachstumstrend bei Umsatz und Erträgen im ersten Quartal des Geschäftsjahres wie erwartet fortgesetzt. „Sartorius ist mit einem deutlichen Umsatzanstieg ins Jahr 2026 gestartet – wir bleiben auf Wachstumskurs. Die Entwicklung ist insbesondere durch einen erheblichen Zuwachs im wiederkehrenden Geschäft mit Verbrauchsmaterialien in beiden Sparten getrieben. Wie erwartet verläuft das Geschäft mit Anlagen und Instrumenten weiterhin verhalten, sollte sich aber in den kommenden Quartalen dieses Übergangsjahres verbessern. Gleichzeitig verzeichnet die Laborsparte wieder Wachstum. Unsere Marge hat sich im ersten Quartal trotz geopolitischer Spannungen, anhaltender makroökonomischer Unsicherheiten und Gegenwind durch Zölle robust gezeigt“, sagte Sartorius-Vorstandschef Dr. Michael Grosse. „In der Biopharma-Industrie ist Innovation mehr denn je nicht nur entscheidend, um die Zeit bis zur Markteinführung eines Medikaments zu beschleunigen, sondern auch, um die Kosteneffizienz grundlegend zu verbessern. Gleichzeitig erhöht die wachsende Zahl von Molekülen in den Pipelines, darunter zahlreiche neue Modalitäten, die Nachfrage nach Technologien, die Prozesse vereinfachen und die Produktivität in der Entwicklung und Herstellung neuer Therapien steigern. Genau das ist unser Fokus. Mit Blick auf die Marktentwicklung, unser starkes Geschäftsmodell und die gute Performance im ersten Quartal bestätigen wir unsere Prognose für das Gesamtjahr 2026.“

Geschäftsentwicklung des Konzerns

Der Umsatz des Sartorius-Konzerns erhöhte sich in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres gegenüber der Vorjahresperiode deutlich um wechselkursbereinigt 7,5 Prozent auf 899 Millionen Euro. Wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war das starke wiederkehrende Geschäft mit Verbrauchsmaterialien und Services; das Geschäft mit Anlagen und Instrumenten zeigte sich erwartet volatil, wobei für den weiteren Jahresverlauf eine Verbesserung prognostiziert wird. MATTEK, der Anfang Juli 2025 übernommene Spezialist für Mikrogewebe, trug 0,5 Prozentpunkte zum Umsatzwachstum bei. Das nominale Konzernwachstum lag, bedingt durch stärkere negative Währungseffekte, bei 1,8 Prozent. 

Zur positiven Geschäftsentwicklung trugen alle Regionen bei: In EMEA erhöhte sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr wechselkursbereinigt um 8,0 Prozent auf 392 Millionen Euro, in der Region Amerika um 6,0 Prozent auf 308 Millionen Euro. Die Region Asien/Pazifik schloss das Quartal mit einem Plus von 8,9 Prozent ab und erreichte 199 Millionen Euro.

Der Ertrag des Konzerns gemessen am operativen EBITDA stieg zwischen Januar und März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht um 1,6 Prozent auf 267 Millionen Euro. Positive Volumen‑ und Skaleneffekte wurden dabei teilweise durch Produktmixeffekte, Auswirkungen von Zöllen sowie Investitionen in Wachstumsinitiativen ausgeglichen. Vor diesem Hintergrund zeigte sich die entsprechende Marge resilient bei 29,7 Prozent (VJ 29,8 Prozent). Das maßgebliche Periodenergebnis verringerte sich leicht um 1,9 Prozent auf 83 Millionen Euro gegenüber 85 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Gewinn je Stammaktie lag hauptsächlich aufgrund höherer Abschreibungen für den globalen Kapazitätsausbau bei 1,20 Euro (VJ 1,22 Euro), der bereinigte Gewinn je Vorzugsaktie bei 1,21 Euro (VJ 1,23 Euro).

Die Zahl der Mitarbeitenden des Sartorius-Konzerns erhöhte sich zum 31. März 2026 in allen Regionen vor allem aufgrund der Einstellung zusätzlicher Beschäftigter in der Fertigung auf 14.242 und lag damit um 200 Personen über dem Stand zum Jahresende 2025. 

Die zentralen Bilanz- und Finanzkennziffern des Konzerns sind weiter auf solidem Niveau. Die Eigenkapitalquote belief sich zum 31. März 2026 auf 39,4 Prozent (31. Dezember 2025: 39,8 Prozent). Der dynamische Verschuldungsgrad verringerte sich weiter planmäßig und lag bei 3,53 (31. Dezember 2025: 3,55). Die Investitionen in die weltweite Forschungs- und Produktionsinfrastruktur betrugen im ersten Quartal 78 Millionen Euro nach 76 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die auf den Umsatz bezogene Investitionsquote erreichte mit 8,6 Prozent den Vorjahreswert.

Geschäftsentwicklung der Sparte Bioprocess Solutions

Die Sparte Bioprocess Solutions, die mehr als Dreiviertel des Konzernumsatzes ausmacht und eine breite Palette innovativer Technologien für die effiziente und nachhaltige Herstellung von Biopharmazeutika bietet, setzte ihren deutlichen Wachstumskurs im ersten Quartal 2026 fort. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum wechselkursbereinigt erheblich um 8,1 Prozent (nominal: 2,4 Prozent) und erreichte 735 Millionen Euro.

Das operative EBITDA der Sparte stieg um 3,4 Prozent auf 233 Millionen Euro. Positive Volumen‑ und Skaleneffekte wurden dabei teilweise durch Produktmixeffekte und Auswirkungen von Zöllen ausgeglichen. Die entsprechende Marge erhöhte sich auf 31,8 Prozent (VJ 31,5 Prozent). 

Mit Fokus auf die Bedürfnisse ihrer Kunden hat die Bioprozesssparte ihr Produktportfolio im ersten Quartal des Geschäftsjahres gezielt weiterentwickelt. So kam die Eveo Cell Therapie Platform auf den Markt – ein grundlegend neuer Ansatz für die effizientere Herstellung von Zelltherapien. Durch die Kombination von Reagenzien, Produktions-Equipment, Software und QC-Tests in einem geschlossenen, automatisierten System optimiert die Plattform Produktionsprozesse erheblich. Darüber hinaus stellte das Team eine neue gentechnisch veränderte CHO-Wirtszelllinie vor, die auf die wachsende Nachfrage nach schnellerer und effizienterer Zelllinienentwicklung ausgerichtet ist.

Geschäftsentwicklung der Sparte Lab Products & Services 

Die kleinere der beiden Konzernsparten, Lab Products & Services, die auf Life-Science-Forschung und Pharmalabore spezialisiert ist, kehrte im ersten Quartal des Geschäftsjahres vor dem Hintergrund einer niedrigeren Vergleichsbasis im Vorjahr zu robustem Wachstum zurück. Neben einem starken wiederkehrenden Geschäft zeigte auch das bioanalytische Portfolio eine positive Dynamik. Der Umsatz der Sparte belief sich auf 164 Millionen Euro, ein Anstieg von wechselkursbereinigt 4,9 Prozent (nominal: -0,6 Prozent), einschließlich eines anorganischen Beitrags von 2,8 Prozentpunkten aus der Akquisition von MATTEK.

Das operative EBITDA der Sparte betrug 34 Millionen Euro, nach 37 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wobei positive Volumen‑ und Skaleneffekte durch Produktmixeffekte und Auswirkungen von Zöllen überkompensiert wurden. Die entsprechende Marge lag bei 20,7 Prozent (VJ 22,6 Prozent).

Hinsichtlich des Produktangebots hat die Laborsparte im ersten Quartal mit dem CellCelector CLD eine Neuheit vorgestellt, die ebenfalls auf die effiziente Zelllinienentwicklung abzielt. Die automatisierte Plattform für Bildgebung und Zellisolierung hilft Kunden, die aussichtsreichsten Klone schneller zu identifizieren und zu dokumentieren. Die Markteinführung ist die jüngste Ergänzung des Portfolios an bioanalytischen Instrumenten und folgt auf drei erfolgreiche Produkteinführungen im Jahr 2025.

Prognose für das Gesamtjahr 2026 bestätigt

Auf Basis der guten Geschäftsergebnisse des ersten Quartals und der übergreifenden Marktentwicklung bestätigt die Unternehmensleitung ihre Prognose für das Gesamtjahr 2026.

„Wir fühlen uns mit unserer Anfang Februar abgegebenen Prognose weiterhin gut aufgestellt und erwarten, dass das zweite Halbjahr in absoluten Zahlen stärker ausfallen wird als das erste“, sagte Grosse. „Unsere Annahme stützt sich auf die positive zugrundeliegende Entwicklung im Biopharmamarkt und darauf, dass wir mit der anhaltenden Volatilität und Unsicherheit durch geopolitische und makroökonomische Spannungen gut umgehen können.“

Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet die Unternehmensleitung einen währungsbereinigten Umsatzzuwachs im Konzern zwischen rund 5 und 9 Prozent, einschließlich eines Beitrags von etwa 1 Prozentpunkt aus der MATTEK-Akquisition sowie den US-Zollzuschlägen. Die operative EBITDA-Marge sollte sich durch Volumen- und Skaleneffekte auf etwas über 30 Prozent erhöhen (VJ 29,7 Prozent). 

Die auf den Umsatz bezogene Investitionsquote wird voraussichtlich auf einem ähnlichen Niveau wie im Jahr 2025 (VJ 12,5 Prozent) liegen. Dies reflektiert die fortgesetzten, gezielten Investitionen in Forschungs- und Produktionskapazitäten, Technologien und Innovationen zur Unterstützung der mittelfristigen Wachstumsambitionen des Konzerns. Den dynamischen Verschuldungsgrad, ohne Berücksichtigung möglicher Kapitalmaßnahmen und/oder Akquisitionen, erwartet die Unternehmensleitung bei etwas über 3 (VJ 3,55).

Die Sparte Bioprocess Solutions sollte ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von rund 6 bis 10 Prozent erreichen, hauptsächlich getrieben durch das Geschäft mit Verbrauchsmaterialien, während für das Anlagengeschäft eine mindestens stabile Entwicklung erwartet wird. Die operative EBITDA-Marge sollte bei etwas über 32 Prozent liegen (VJ 31,7 Prozent). 

Für die Sparte Lab Products & Services erwartet die Unternehmensleitung ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von rund 2 bis 6 Prozent, worin ein Wachstumsbeitrag von MATTEK von rund 1,5 Prozentpunkten enthalten ist. Dies reflektiert ein weiterhin starkes Geschäft mit Verbrauchsmaterialien und Services sowie ein mindestens stabiles Instrumentengeschäft. Die operative EBITDA-Marge sollte etwas unter 21 Prozent (VJ 21,5 Prozent) liegen, hauptsächlich beeinflusst durch verstärkte Investitionen in den Bereich Advanced Cell Models, ungünstige Währungs- und Produktmixeffekte sowie den Verwässerungseffekt der derzeit bestehenden Zölle.

Aufgrund der weiterhin hohen Dynamiken und Volatilitäten in der gesamten Life-Science-Industrie unterliegt die Prognose von Geschäftszahlen immer noch einer größeren Unsicherheit, was sich in der aktuellen Bandbreite der Prognose widerspiegelt. Hierin sind potenzielle Änderungen bei US-Zöllen ebenfalls nicht berücksichtigt.

Weitere News aus dem Ressort Wirtschaft & Finanzen

Diese Produkte könnten Sie interessieren

Loading...

Meistgelesene News

Weitere News von unseren anderen Portalen

Revolutioniert künstliche Intelligenz die Chemie?