19.01.2011 - Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Start für das Helmholtz-Institut Ulm

Die Entwicklung effizienter Batteriesysteme für die Energieversorgung und die Mobilität der Zukunft ist Ziel des Helmholtz-Instituts Ulm für Elektrochemische Energiespeicherung (HIU). Die neue Forschungseinrichtung feierte am 17. Januar in Ulm ihren Auftakt. „Das neue Helmholtz-Institut für Elektrochemische Energieforschung in Ulm soll die Basis für zukünftige leistungsfähige Batteriegenerationen schaffen. Dies ist für den Technologie- und Wirtschaftsstandort Deutschland und insbesondere für Baden-Württemberg mit seinem starken Automobilsektor von hoher Bedeutung“, betonten Bundesforschungsministerin Professor Annette Schavan und der baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus.

Gründer und Träger des neuen Helmholtz-Instituts Ulm zur Batterieforschung ist das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), das als Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft die neue Einrichtung in Kooperation mit der Universität Ulm ins Leben ruft. Assoziierte Partner sind das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), ebenfalls Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, sowie das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). Ein erster Schritt hin zur engen Zusammenarbeit zwischen den vier Partnern startete bereits 2009 mit dem BMBF-Kompetenzverbund Süd „Elektrochemie für Elektromobilität“. Das neue Zentrum für eine zukunftsweisende Batterieforschung wird auf dem Campus der Universität Ulm angesiedelt sein und eine Brücke zwischen den beiden Standorten Ulm und Karlsruhe schlagen.

„Im Helmholtz-Institut Ulm führen wir die umfangreiche Expertise der Partner KIT und Universität Ulm sowie der assoziierten Partner DLR und ZSW auf verschiedenen Gebieten der Batterieforschung zu einem Exzellenzzentrum für elektrochemische Energiespeicherung zusammen“, betonte der KIT-Präsident Professor Eberhard Umbach bei der Auftaktveranstaltung.

Als Helmholtz-Einrichtung wird das HIU über das KIT zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu zehn Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert. Die Förderung des DLR-Anteils erfolgt über das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Der Grundhaushalt des neuen Instituts wird fünf Millionen Euro pro Jahr betragen.

Gemeinsam mit der Universität Ulm wird das Land für 12 Millionen Euro einen Neubau für das Institut als Teil der Science City Ulm errichten, der im Jahr 2013 bezogen werden soll. Im neuen Gebäude werden bis zu 80 Beschäftigte Platz finden. Bereits in diesem und im kommenden Jahr werden für das HIU an den Standorten Ulm und Karlsruhe voraussichtlich 35 neue Stellen geschaffen, wobei der Schwerpunkt zunächst auf der Grundlagenforschung für neue Lithium-Ionen-Technologien liegen wird. Insgesamt arbeiten bei den beteiligten Partnern rund 200 Wissenschaftler an der Entwicklung neuer Batteriesysteme.

Neben der Nutzung von Ressourcen der Partner entstehen vier neue Professuren am HIU, eine davon finanziert das DLR, das damit im Rahmen seiner Forschungsaktivitäten einen Beitrag zu Fragestellungen der Energiespeicherung und –wandlung sowie der Elektromobilität leistet. Ebenso ist der Aufbau eines Graduiertenkollegs geplant, um den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Batterieforschung mit Blick auf die internationale Konkurrenz gezielt zu fördern.

Mit dem offiziellen Gründungstermin am 1. Januar 2011 hat auch das Direktorium des HIU seine Arbeit aufgenommen. Dieses besteht aus den Professoren Horst Hahn (KIT; Gründungsdirektor des HIU), Dieter Kolb (Universität Ulm), Axel Groß (Universität Ulm) und Werner Tillmetz (ZSW) sowie den assoziierten Mitgliedern Dr. Andreas Gutsch (KIT) und Professor Ulrich Wagner (DLR).

Fakten, Hintergründe, Dossiers
Mehr über KIT
  • News

    Innovativer Sensor spürt Moleküle gezielt und genau auf

    Einen neuartigen Sensor für Gasmoleküle haben Forschende am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und an der Technischen Universität Darmstadt entwickelt. Dazu haben sie einen Graphen-Transistor mit einer maßgeschneiderten metallorganischen Beschichtung kombiniert. Der innovative Sensor ... mehr

    Grüner Wasserstoff: Katalysatorenoberfläche im Blick

    Wasserstoff, der mit Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt wird, gilt als Schlüsselelement der Energiewende: Er kann aus Wind und Sonne gewonnene Energie CO₂-neutral chemisch speichern. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forschende die Prozesse an der Oberfläche des Ir ... mehr

    Rekordverdächtige Lithium-Metall-Batterie

    Eine extrem hohe Energiedichte von 560 Wattstunden pro Kilogramm bei bemerkenswert guter Stabilität bietet eine neuartige Lithium-Metall-Batterie. Dafür haben Forschende am vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in Kooperation mit der Universität Ulm gegründeten Helmholtz-Institut Ul ... mehr

  • Videos

    Bioliq: Energiegewinnung aus Reststoffen – komplette Prozesskette läuft

    Die bioliq®-Pilotanlage am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) läuft erfolgreich über die gesamte Prozesskette. Alle Stufen des Verfahrens sind nun miteinander verbunden: Schnellpyrolyse, Hochdruck-Flugstromvergasung, Heißgasreinigung und Synthese. Durch bioliq® wird Restbiomasse in u ... mehr

    Sicherheit von Lithium-Ionen-Batterien erhöhen

    Lithium-Batterien sollten bei Transport, Montage und im Betrieb wirklich sicher sein. KIT-Wissenschaftler erklären, welche Faktoren dazu beitragen, die Sicherheit von Lithium-Ionen-Batterien zu erhöhen. mehr

    Kleben wie ein Gecko: selbstreinigend und haftsicher

    Geckos haben Klebestreifen eines voraus: Selbst nach wiederholtem Kontakt mit Schmutz und Staub kleben ihre Füße noch auf glatten Flächen einwandfrei. Forscher des KIT und der Carnegie Mellon Universität in Pittsburgh haben nun den ersten Klebstreifen entwickelt, der nicht nur genauso hafts ... mehr

  • Forschungsinstitute

    Institut für Funktionelle Grenzflächen (IFG) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

    Forschungsgegenstand des Instituts für Funktionelle Grenzflächen (IFG) ist das Studium molekularer Interaktionen an fest/gas und fest/flüssig Grenzflächen. Aus der Untersuchung von Grundlagenprozessen auf der Nano-Ebene gewonnene Erkenntnisse werden konsequent auf die Makro-Ebene technische ... mehr

    Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

    Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und staatliche Einrichtung des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Das ... mehr

  • q&more Artikel

    Analytische Quantifizierung von Gluten in Lebensmitteln

    Der Gesetzgebung zufolge dürfen Lebensmittel, die mit einem Glutenfrei-Symbol versehen sind, nicht mehr als 20 mg Gluten pro Kilogramm enthalten, was für Zöliakie-Betroffene aus gesundheitlichen Gründen lebenswichtig ist. mehr

    Bewertung der Lungentoxizität von Luftschadstoffen

    Die aktuellen Diskussionen zu Fahrverboten in europäischen Städten zeigen einerseits den hohen Stellenwert, den die Bevölkerung der Luftqualität zumisst, und andererseits den Mangel an Methoden, die von Luftschadstoffen ausgehende Beeinträchtigung der menschlichen Gesundheit direkt zu bewerten. mehr

    Biochemie in der Mikrowelle

    Die Entwicklung neuer Pharmazeutika beruht auf dem zunehmenden Verständnis intrazellulärer Vorgänge. Insbesondere durch die Erforschung von Ligand-Rezeptor-Wechselwirkungen können Wirkstoffe ­besser angepasst werden. Um Medikamente an ihren Wirkungsort ­zu bringen, werden sog. „Carrier“-Mol ... mehr

  • Autoren

    Prof. Dr. Katharina Scherf

    Katharina Scherf, Jahrgang 1985, studierte Lebensmittelchemie an der Technischen Universität München (TUM). Ihre Promotion und Habilitation erwarb sie ebenfalls an der TUM und war als leitende Wissenschaftlerin am Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der TUM tätig. 2019 wurde ... mehr

    Majlinda Xhaferaj

    Majlinda Xhaferaj, Jahrgang 1992, schloss ihr Lebensmittelchemiestudium im Jahr 2018 am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ab. Seit 2019 ist sie Doktorandin in der Abteilung für Bioaktive und Funktionelle Lebensmittelinhaltsstoffe mit dem Schwerpunkt der Glutenanalytik zur Verbesseru ... mehr

    Dipl. Ing. Sonja Mülhopt

    Sonja Mülhopt erwarb 2000 ihr Diplom für Maschinenbau an der Berufsakademie (heute DHBW) Mannheim. Die begleitende Ausbildung durchlief sie am Forschungszentrum Karlsruhe, dem heutigen Karlsruher Institut für Technologie (KIT). 2014 erhielt sie den Master of Science für Chemieingenieurwesen ... mehr

Mehr über Helmholtz-Institut Ulm für Elektrochemische Energiespeicherung
Mehr über Helmholtz-Gemeinschaft
  • News

    Selbstorganisierte, molekulare Monolagen für effiziente Perowskit-Solarzellen

    Ein Team am HZB hat ein neues Verfahren entdeckt, um effiziente Kontaktschichten in Perowskit-Solarzellen zu realisieren: Es basiert auf Molekülen, die sich selbstorganisierend anordnen und eine Monolage bilden. In den letzten Jahren konnten Solarzellen auf der Basis von Metall-Halid Perows ... mehr

    Helmholtz will Kontakte zu israelischen Forschern und Start-ups knüpfen

    (dpa) Deutschland und Israel hatten Anfang des Monats beschlossen, die wissenschaftliche Zusammenarbeit auszubauen - jetzt eröffnet die Helmholtz-Forschungsgemeinschaft ein Auslandsbüro in Tel Aviv. Damit will Helmholtz Kontakte zu israelischen Forschern und Start-ups knüpfen. Helmholtz ist ... mehr

    Rückenwind für Gründer

    Mit Meeres-Chemie Knochenschwund schneller erkennen, Lastenräder mit leistungsfähigen Brennstoffzellen ausrüsten oder die Energieeffizienz-messung von Gebäuden vereinfachen – dies sind drei der insgesamt sechs neuen Geschäftsideen, die für das Förderprogramm „Helmholtz Enterprise“ ausgewähl ... mehr

  • Videos

    Die Batterie der Zukunft

    Am Karlsruher Institut für Technologie, einem Zentrum der Helmholtz-Gemeinschaft entwickeln Maximilian Fichtner und sein Team die Batterie der Zukunft. Dafür experimentiert er mit neuen chemischen Kombinationen. Mithilfe der Fluorid-Ionen-Technik sollen künftige Batterien deutlich mehr Ener ... mehr

  • Forschungsinstitute

    Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V.

    Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen. Sie ist mit 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 16 Forschungszentren und einem Ja ... mehr

Mehr über Uni Ulm
  • News

    Molekulare „Matrjoschka“ löst chemisches Problem

    Einem deutsch-katalanischen Forschungsteam ist es erstmals gelungen, eine mehrschalige „Matrjoschka“-Architektur für die chemische Synthese zu verwenden. Die Chemiker aus Ulm und Girona haben dafür eine dreidimensionale Konstruktion aus ineinander geschachtelten Molekülen entwickelt. Diese ... mehr

    Was Lithium-Akkus explosiv macht

    Brennende Smartphones oder sogar Elektroautos sind nicht nur Gegenstand etlicher YouTube-Videos. Weltweit gehen Forschende den Auslösern solcher Batteriebrände nach. Dabei handelt es sich oftmals um astartige Auswüchse ("Dendriten"), die beim Aufladen der Akkus entstehen. Bisher war allerdi ... mehr

    Filmpremiere mit Super-Mikroskop und Nanoröhrchen

    Atome sind die Bausteine unserer Welt: Dabei ist die Frage, wie sich diese winzigen Teilchen verbinden und voneinander lösen noch nicht vollständig beantwortet. Das Entstehen und Brechen dieser chemischen Verbindungen in Echtzeit festzuhalten, gehörte bislang zu den großen Herausforderungen ... mehr

  • q&more Artikel

    Synthetische Rezeptoren für Viren

    Durch die Fortschritte in der Polymerchemie und Nanotechnologie können Nanomaterialien heute mit einer Vielzahl an Eigenschaften und Funktionalitäten synthetisch hergestellt werden. Dies motiviert die Herstellung bioinspirierter Strukturen und Systeme, die beispielsweise in ihren Bindungse ... mehr

  • Autoren

    Prof. Dr. Boris Mizaikoff

    Boris Mizaikoff, Jahrgang 1965, promovierte 1996 in Analytischer Chemie an der Technischen Universität Wien und hat sich im Jahr 2000 ebendort für das Fach Analytische Chemie habilitiert. Im Anschluss war er 2000–2007 am Georgia Institute of Technology (Atlanta, USA) an der School of Chemis ... mehr