HAZOP - Ein Gewinn an Sicherheit

17.12.2012 - Deutschland

Die steigenden Komplexität verfahrenstechnischer Anlagen oder bestimmter Prozesse macht es notwendig, mögliche Risiken und Gefährdungen die von solchen Anlagen oder Prozessen ausgehen, schon im Rahmen der Planung zu identifizieren. Neben dem wirtschaftlichen Eigeninteresse der Unternehmen sichere Anlagen zu betreiben, müssen sich Betreiber aufgrund gesetzlicher Anforderungen mit Fragestellungen rund um die Anlagensicherheit beschäftigen. Häufig spielen dabei Belange des Schutzes von Mitarbeitern und der Umwelt eine entscheidende Rolle.Der Gesetzgeber hat die Bedeutung der Bewertung möglicher technischer Risiken erkannt und schreibt im Arbeitsschutzgesetz und der Störfallverordnung eine Beurteilung der mit der jeweiligen Tätigkeit verbundenen Gefahren und der sich daraus ergebenden erforderlichen Schutzmaßnahmen vor. Für bestimmte Anlagen ist im Rahmen eines Konzeptes zur Verhinderung von Störfällen die Erstellung einer systematischen Gefahrenquellenanalyse vorgeschrieben.

HAZOP als Lösung?

Eine etablierte und behördlich anerkannte Methode ist die Anwendung einer so genannten  HAZOP-Studie (Hazard and Operability). In Deutschland ist diese auch als PAAG-Verfahren bekannt. Das HAZOP-Verfahren hat, ursprünglich von privatwirtschaftlichen Unternehmen der chemischen Industrie entwickelt, mittlerweile in Form der IEC 61882 - “Hazard and operability studies (HAZOP studies) – Application guide” International Electrotechnical Commission, Geneva Einzug in die internationale Normung gefunden.

Der grundlegende Ansatz, den diese Methode verfolgt, zeigt sich in der im deutschen Sprachraum gängigen Interpretation PAAG. Diese Abkürzung steht für:

  • Prognose von Störungen
  • Auffinden der Ursache
  • Abschätzen der Auswirkungen
  • Gegenmaßnahmen

Dabei werden anhand von Leitworten, Abweichungen vom bestimmungsgemäßen Betrieb  (z. B. Überfüllen eines Behälters) angenommen, die möglichen Ursachen ermittelt (z. B. Fehlen einer Überfüllsicherung), die Auswirkungen abgeschätzt (z. B. Umwelt- oder Brandgefahr) und zuletzt die erforderlichen Gegenmaßnahmen (z. B. Installation einer Überfüllsicherung) festgelegt. In der Praxis sind viele prozesstechnische Anlagen so komplex, dass diese Fragestellungen von einem ganzen Team von Experten beantwortet werden müssen. Grundsätzlich muss das Gros der Teammitglieder aus der Belegschaft des Betreibers oder des Anlagenplaners kommen, da nur diese die jeweilige Anlage im Detail kennen und die Auswirkungen unterschiedlicher möglicher Gegenmaßnahmen auf die übrigen betrieblichen Belange abschätzen.

Unter den Teammitgliedern nimmt der HAZOP-Leader eine Sonderstellung ein. Er leitet und koordiniert die Sitzungen, bei denen das Team das vorgenannte Schema für die einzelnen Anlagenteile erarbeitet. Der HAZOP-Leader führt dabei unterschiedliche Sichtweisen von Errichtern und Betreibern zusammen und gewährleistet dabei die Einhaltung der systematischen Vorgehensweise, die die HAZOP-Methode so erfolgreich gemacht hat. Durch die Sonderstellung des HAZOP-Leaders ist diese Funktion prädestiniert dafür, mit unabhängigen Experten besetzt zu werden.

Die weyer Gruppe bietet die Durchführung von HAZOPs / PAAGs an.

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