5,2 Millionen Euro für zwei Kasseler LOEWE-Projekte

22.04.2013 - Deutschland

Mit zusammen knapp 5,2 Millionen Euro aus dem Forschungsförderungsprogramm des Landes werden zwei LOEWE-Schwerpunkte unter Federführung der Universität Kassel unterstützt: Für das kürzlich gestartete Projekt „Elektronendynamik chiraler Systeme“ – kurz ELCH – werden von 2013 bis 2015 rund 4,2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Untersucht wird hier, warum sich scheinbar gleiche Stoffe oft völlig unterschiedlich verhalten. Das Projekt VENUS, das Gestaltungprinzipien allgegenwärtiger technisch-sozialer Vernetzung erforscht, bekommt 2013 etwa 983.000 Euro. Es wurde von 2010 bis 2012 bereits mit 4,2 Millionen Euro gefördert.

Der Präsident der Universität, Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep, freute sich über die Finanzierung und hob hervor: „An der Universität Kassel findet exzellente Forschung statt – wie bei anderen Vorhaben so auch bei ELCH und VENUS. Beide LOEWE-Forschungsgruppen gehören auf ihrem jeweiligen Gebiet zur internationalen Spitze. Die Projekte stehen zudem exemplarisch für die Tradition an unserer Universität, Forschung fachgebietsübergreifend zu betreiben.“

ELCH: Warum sich scheinbar gleiche Stoffe oft unterschiedlich verhalten

Der LOEWE-Schwerpunkt ELCH beschäftigt sich mit der Dynamik von Elektronen in links- und rechtsdrehenden Umgebungen. In der Natur sind Stoffe vorhanden, die sich nur durch ihre Händigkeit (Chiralität) unterscheiden – zwei Moleküle eines Stoffes können aus denselben Bausteinen, aber spiegelbildlich aufgebaut sein, mit oft weitreichenden Folgen: So riecht eine Form des Stoffes Carvon nach Kümmel, die andere nach Pfefferminz. Eine andere Chemikalie ist linksdrehend giftig und rechtsdrehend ein Medikament. Ein Ziel des Projekts ELCH ist es, Methoden und Geräte zu entwickeln, mit deren Hilfe sich die Konfiguration eines Stoffs direkt analytisch bestimmen lässt. Die Forscher wollen zudem versuchen, chemische Reaktionen so zu beeinflussen, dass nur die gewünschte Form der Händigkeit entsteht. „Wir wollen vor allem zur Entschlüsselung der grundlegenden Prinzipien bei der Entstehung von Chiralität auf einer bisher experimentell wenig zugänglichen Skala beitragen“, erläuterte Prof. Dr. Arno Ehresmann, Leiter des Fachgebiets Experimentalphysik IV.

VENUS: Wie vernetzte, allgegenwärtige Informationssysteme arbeiten

Mit VENUS fördert LOEWE ein Schlüsselprojekt am interdisziplinären „Forschungszentrum für Informationstechnik-Gestaltung (ITeG)“ der Universität Kassel. Ziel ist es, die sozial akzeptable, ökonomisch sinnvolle und rechtlich mögliche technische Gestaltung von Systemen der Informationstechnik unter Berücksichtigung der Wechselwirkungen zwischen Technik, Nutzern und sozialen Netzen zu erforschen. Am Beispiel allgegenwärtiger Datenverarbeitung werden grundlegende Methoden dafür entwickelt, wie Software nutzergerecht, vertrauenswürdig und rechtsverträglich gestaltet werden kann.

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