Clariant setzt Wachstumskurs fort

21.02.2014 - Schweiz

„Clariant hat 2013 gute Fortschritte erzielt. In einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld wurde die zunehmende operative Stärke des Unternehmens deutlich. Nach der Veräusserung mehrerer Geschäftseinheiten verfügt Clariant nun über ein ausgewogenes Portfolio und ist zu einem rentableren, weniger konjunkturabhängigen Akteur in der Spezialchemie geworden“, so CEO Hariolf Kottmann. „2014 wird ein Jahr des organischen Wachstums in den vier Geschäftsbereichen sein. Dadurch werden wir uns unserem mittelfristigen Ziel annähern, Clariant in der Spitzengruppe der Spezialchemieunternehmen mit einer EBITDA-Marge zwischen 16% bis 19 % im Jahr 2015 und darüber hinaus zu positionieren.“

Gesamtjahr 2013 – Leistung verbessert, Ziele erreicht

Clariant gab für das Geschäftsjahr 2013 einen Umsatz aus fortgeführten Aktivitäten von 6,076 Mrd. CHF im Vergleich zu 6,038 Mrd. CHF im Vorjahreszeitraum bekannt. Dies entspricht einem Wachstum von 4 % in Lokalwährungen und 1 % in Schweizer Franken. Das organische Umsatzwachstum von 4 % war fast ausschliesslich auf höhere Absatzmengen zurückzuführen.

Der regionale Umsatz in Lokalwährungen entwickelte sich überwiegend positiv, litt jedoch 2013 stark unter ungünstigen Währungseffekten. Diese ergaben sich grösstenteils aus der Abwertung von Währungen der Schwellenmärkte gegenüber dem Schweizer Franken.

In Lateinamerika verzeichnete Clariant in Lokalwährungen mit 16 % ein starkes Wachstum. Der Umsatz in Asien stieg in Lokalwährungen um 3 % infolge eines Umsatzwachstums von 10 % im Schlüsselmarkt China. In Nordamerika führten die Belebung der Industrienachfrage und günstige Wetterbedingungen zu einem Umsatzplus von 6 % in Lokalwährungen. Die stabile Entwicklung in Deutschland, das zweistellige Wachstum in Osteuropa und eine leichte Konjunkturerholung in den südeuropäischen Ländern resultierten in Europa in einem Umsatzplus von 2 % in Lokalwährungen. In der Region Naher Osten & Afrika nahm der Umsatz verglichen mit dem Vorjahreszeitraum in Lokalwährungen um 14 % ab. Dieser Rückgang war auf das schwächere Katalysatorengeschäft und den rückläufigen Umsatz in der Sparte Water Treatment und dem Geschäftsbereich Oil & Mining Services zurückzuführen.

In einem insgesamt schwierigen Geschäftsumfeld erzielten alle Geschäftsbereiche mit Ausnahme von Catalysis & Energy ein Umsatzwachstum im niedrigen bis hohen einstelligen Bereich. Im Bereich Care Chemicals verzeichneten sowohl Consumer Care als auch Industrial Applications ein solides Wachstum. Die Umsatzsteigerung im Geschäftsbereich Natural Resources war insbesondere der Stärke der Sparten Oil Services und Refinery Services zu verdanken. Im Geschäftsbereich Plastics & Coatings leistete Pigments mit einem Zuwachs im mittleren einstelligen Bereich den grössten Wachstumsbeitrag. Die Geschäftseinheiten Additives und Masterbatches wuchsen nur moderat. Im Geschäftsbereich Catalysis & Energy nahm der Umsatz um 2% ab, da der Austauschzyklus in der Petrochemie in 2013 erwartungsgemäss schwächer ausgefallen ist und es einige Verzögerungen bei der Umsetzung von Projekten in Asien gab.

Die Bruttomarge lag mit 28,7 % leicht unter dem Vorjahresniveau (28,9 %). 
Die günstigere Entwicklung des Volumen-/Mixeffekts wurde durch ungünstige Währungseffekte und geringfügig höhere Kosten für die Unterauslastung von Produktionskapazitäten mehr als ausgeglichen. Die Verkaufspreise lagen im Jahresvergleich etwas höher, während die Rohstoffkosten leicht rückläufig waren.

Das EBITDA vor Einmaleffekten aus fortgeführten Aktivitäten stieg um 5 % auf 858 Mio. CHF, verglichen mit 817 Mio. CHF im Vorjahr. Die dazugehörige EBITDA-Marge verbesserte sich auf 14,1 % (gegenüber 13,5 % im Geschäftsjahr 2012) und veranschaulicht so allmählich das Ergebnispotenzial des Unternehmens.

Einmaleffekte einschliesslich Restrukturierungs-, Wertminderungs- und Transaktionskosten kosten schlugen mit 104 Mio. CHF zu Buche; im Vorjahr betrugen sie noch 135 Mio. CHF. Diese Kosten entstanden 2013 vornehmlich im Zusammenhang mit der geplanten Veräusserung der Water Treatment Sparte und laufenden Schliessungen kleinerer Standorte sowie dem Abschluss der Süd-Chemie Integration. Das Nettoergebnis aus fortgeführten Aktivitäten verbesserte sich um 59 % auf 323 Mio. CHF, verglichen mit 203 Mio. CHF im Vorjahr. Der Anstieg war auf das bessere operative Ergebnis und geringere Zinskosten nach der Rückzahlung und Umwandlung von zwei Anleihen in der ersten Jahreshälfte zurückzuführen.

Der operative Cash-flow aus betrieblichen Aktivitäten erreichte 301 Mio. CHF, verglichen mit 468 Mio. CHF im Vorjahr. Der Cash-outflow aus den ersten sechs Monaten wurde erwartungsgemäss durch den in der zweiten Jahreshälfte 2013 generierten Cashflow wieder ausgeglichen.

Die Nettoverschuldung ging auf 1,500 Mrd. CHF zurück und war somit niedriger als im Vorjahr mit 1,789 Mrd. CHF. Der Rückgang war aufgrund niedriger Erlöse und verspäteter Zahlungen im Zusammenhang mit der Veräusserung einiger Geschäftseinheiten geringer als geplant. Der Verschuldungsgrad des Unternehmens (Nettoverschuldung geteilt durch Eigenkapital) verbesserte sich jedoch auf 54 % im Vergleich zu 67 % im Jahr 2012.

Entwicklung im vierten Quartal 2013 – Dynamisches Umsatzwachstum in alle Geschäftsbereichen

Clariant erzielte im vierten Quartal 2013 in Lokalwährungen ein Umsatzwachstum von 8 %. Zu verdanken war dies hauptsächlich einer Absatzsteigerung von 7 %. Die Verkaufspreise trugen mit 1 % zum Umsatzwachstum bei, während die Rohstoffkosten unverändert auf dem Vorjahresniveau blieben. In Schweizer Franken war der Umsatz 4 % höher und betrug 1,563 Mrd. CHF, verglichen mit 1,509 Mrd. CHF vor einem Jahr. Alle Geschäftsbereiche verzeichneten im vierten Quartal ein starkes Umsatzwachstum, allen voran Catalysis & Energy mit einem Plus von 12 %. Natural Resources und Plastics & Coatings erzielten jeweils einen Umsatzzuwachs von 9 %. Care Chemicals entwickelte sich mit einem Umsatzplus von 7 % ebenfalls sehr erfreulich. Die Geschäftseinheit Catalysts profitierte von der üblichen Nachfragespitze des Geschäfts im viertern Quartal und der teilweisen Realisierung von Projekten in Asien, welche aus dem dritten ins vierte Quartal geschoben wurden. Consumer Care und Natural Resources konnten an den Wachstumskurs der früheren Quartale 2013 anknüpfen, während sich Plastics & Coatings deutlich von den Tiefständen im Vorjahrszeitraum erholte. Auf regionaler Ebene verzeichneten die Regionen Asien/Pazifik, Lateinamerika und Nordamerika in Lokalwährungen jeweils ein Wachstum im zweistelligen Bereich. In der Region EMEA blieb der Umsatz unverändert. Europa erholte sich von den Tiefständen im Vorjahreszeitraum, doch diese positive Entwicklung wurde von der anhaltenden Schwäche in der Region Naher Osten & Afrika aufgehoben.

Die Bruttomarge lag mit 28,2 % unter dem Vorjahreswert von 29,3 %. Hauptursache waren ungünstige Währungseffekte in den Schwellenmärkten und Japan sowie geringfügig höhere Kosten infolge der Unterauslastung von Produktionsanlagen. Die EBITDA-Marge vor Einmaleffekten blieb mit 15,0 % gegenüber 15,1 % im vierten Quartal 2012 nahezu unverändert.

Der Operative Cash-flow aus betrieblichen Aktivitäten belief sich auf 261 Mio. CHF, verglichen mit 284 Mio. CHF im vierten Quartal 2012. Er folgt damit dem üblichen saisonalen Muster mit einem hohen Cashflow in der zweiten Jahreshälfte.

Veränderungen in der Berichtsstruktur und Neudarstellungen ab dem 1. Januar 2013

Zum 1. Januar 2013 hat Clariant für die Berichterstattung ihre sieben Geschäftseinheiten (Business Units, BU) in vier Geschäftsbereiche zusammengefasst: Care Chemicals (BU ICS), Catalysis & Energy (BU Catalysts, Energy Storage), Natural Resources (BU Oil & Mining Services, BU Functional Minerals) sowie Plastics & Coatings (BU Additives, BU Masterbatches, BU Pigments). Ausserdem gehört der Bereich Medical Specialties nicht mehr zur BU Functional Minerals, sondern wurde der BU Masterbatches zugeordnet. Für das Jahr 2012 wurden entsprechende Neudarstellungen vorgenommen.

Auf Konzernebene wurde zum 1. Januar 2013 IAS 19 (revidiert) – betreffend Leistungen an Arbeitnehmer – eingeführt. Dies führte zu einer Neudarstellung der Zahlen für 2012. Im vierten Quartal 2012, einschliesslich nicht fortgeführter Aktivitäten, hatte IAS 19 einen positiven Effekt auf EBITDA und EBIT von 4 Mio. CHF. Der Nettogewinn sank dagegen um 3 Mio. CHF. Im Gesamtjahr 2012 hatte IAS 19 einen positiven Effekt auf EBITDA und EBIT von 18 Mio. CHF. Der Nettogewinn sank dagegen um 10 Mio. CHF.

Clariant hat inzwischen die angekündigte Veräusserung der fünf Geschäftseinheiten Textile Chemicals, Paper Specialties, Emulsions, Detergents & Intermediates und Leather Services stringent umgesetzt. Zum 30. September 2013 verkaufte Clariant der US-amerikanischen Investmentgesellschaft SK Capital die Einheiten Textile Chemicals, Papier Specialties und Emulsions. Am 15. Oktober 2013 wurde die Veräusserung der Geschäftseinheit Detergents & Intermediates an die International Chemical Investors Group (ICIG) bekannt gegeben, eine auf Chemie- und Pharmaunternehmen mittlerer Grösse spezialisierte private Industrieholding. Die Transaktion wurde zum 1. Januar 2014 abgeschlossen. Der Verkauf der Geschäftseinheit Leather Services an Stahl wurde am 30. Oktober 2013 angekündigt und dürfte vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen in den nächsten Monaten abgeschlossen werden. Clariant wird eine Beteiligung von 23 % am kombinierten Unternehmen halten. Demnach werden diese fünf Geschäfte als „nicht fortgeführte Aktivitäten“ ausgewiesen.

Im vierten Quartal 2013 verzeichneten die nicht fortgeführten Aktivitäten einen Umsatz von 142 Mio. CHF, gegenüber 427 Mio. CHF im Vorjahreszeitraum und ein Nettoergebnis von -5 Mio. CHF (gegenüber einem Ertrag von 11 Mio. CHF im vierten Quartal 2012). Das Nettoergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten umfasst in 2013 Buchverluste, Projekt- und Ausgliederungskosten sowie Währungsdifferenzen in Verbindung mit der Veräusserung aller fünf Geschäftseinheiten.

Ausblick 2014 – Fokussierung auf Leistung, Wachstum und Innovation

Aufgrund des soliden Ergebnisses wird der Verwaltungsrat der ordentlichen Generalversammlung eine Dividendenerhöhung auf 0.36 CHF pro Aktie vorschlagen, im Vergleich zu 0.33 CHF pro Aktie im Vorjahr. Die Dividendenausschüttung soll aus der Reserve aus Kapitaleinlagen erfolgen, die nicht der schweizerischen Verrechnungssteuer unterliegt.

Für 2014 rechnet Clariant mit einem anhaltend schwierigen Umfeld, das von einer heterogenen Entwicklung der Weltwirtschaft und von volatilen Währungsmärkten geprägt sein dürfte. Letzteres dürfte insbesondere auf die Schwellenmärkte zutreffen. Das wirtschaftliche Umfeld in den Schwellenmärkten dürfte weiterhin vorteilhaft, aber volatil bleiben. In den Industrieländern hingegen, vor allem in den Vereinigten Staaten, dürfte sich das moderate Wachstum fortsetzen. In diesem Szenario wird sich Clariant auf das profitable Wachstum der vier Geschäftsbereiche und auf Kosteneffizienz konzentrieren.

Für das Gesamtjahr 2014 rechnet Clariant mit einem Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich in Lokalwährungen sowie einer höheren EBITDA-Marge vor Einmaleffekten als im Geschäftsjahr 2013.

Clariant bestätigt ihr mittelfristiges Ziel, eine Position in der Spitzengruppe der Spezialchemieunternehmen zu erreichen. Dies entspricht einer EBITDA-Marge vor Einmaleffekten von 16% bis 19 % und einer Rendite auf das investierte Kapital (ROIC) über dem Branchendurchschnitt im Jahr 2015 und darüber hinaus.

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