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Eine Datenvisualisierung von CO2-Fußabdrücken

Carbon Catalogue, zerlegt CO2-Fußabdruck eines Produkts während seines gesamten Lebenszyklus

21.02.2019

CoClear

Dieses Tool macht es jedem leicht, Hunderte von Produkten hinsichtlich ihrer CO2-Emissionen zu untersuchen

Ein Columbia-Forscher, der dem Data Science Institute angegliedert ist, hat ein Datenvisualisierungstool entwickelt, das die CO2-Bilanz von Hunderten von Konsumgütern zeigt. Das Tool macht es jedem leicht, die CO2-Emissionswerte der Produkte und die verschiedenen Strategien, die Unternehmen zur Emissionsreduzierung anwenden, zu erforschen.

Das Visualisierungstool, genannt Carbon Catalogue, zerlegt den CO2-Fußabdruck eines Produkts während seines gesamten Lebenszyklus und veranschaulicht den CO2-Ausstoß während der Rohmaterial-, Herstellungs- und späteren Downstream-Phasen. Die Daten zeigen, dass mehrere Unternehmen erhebliche Verbesserungen bei der Reduzierung der Emissionen ihrer Produkte erzielt haben. Einige haben nachhaltige Praktiken eingeführt, wie z.B. die Reduzierung von Verpackungen für Lebensmittel- und Getränkeprodukte, während andere fossile Brennstoffe durch Bioenergie ersetzt oder den Energieverbrauch von Computern gesenkt haben.

"Dieses kostenlose Tool kann anderen Unternehmen als Inspiration dienen, um die Emissionen ihrer Produkte zu reduzieren, zumal kleinere CO2-Bilanzen oft mit reduzierten Produktionskosten korrelieren", sagt Christoph Meinrenken, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Earth Institute und Chefdatenwissenschaftler bei CoClear, einem Umweltanalytikunternehmen.

Die Visualisierung sieht aus wie ein Rad mit farblich gekennzeichneten Speichen, die jeweils ein Konsumprodukt wie ein Handy, ein Auto oder eine Jeans darstellen. Wenn ein Benutzer mit der Maus über eine Speiche fährt, erscheint ein Popup-Fenster mit einer Zusammenfassung der Lebenszyklusdaten eines Produkts, einschließlich Verbesserungen, die Unternehmen zur Reduzierung seiner CO2-Emissionen vorgenommen haben. In Zusammenarbeit mit CoClear analysierte Meinrenken die CO2-Emissionsdaten von 866 Produkten von 145 Unternehmen aus 28 Ländern. Die Unternehmen haben die Daten freiwillig an CDP (ehemals Carbon Disclosure Project) übermittelt, ein gemeinnütziger Verein, der Unternehmen auffordert, detaillierte Fragebögen zu den Emissionsdaten ihrer Produkte auszufüllen. Die Forscher nutzten die an das CDP übermittelten Lebenszyklusdaten zu Produkten von 2013-2017 für die Visualisierung, deren Menü es den Zuschauern ermöglicht, nach Unternehmen, Branchen oder Jahren zu suchen.

"Wir haben einen kostenlosen und für alle zugänglichen Kohlenstoffkatalog entwickelt, um das Bewusstsein für Kohlenstoffquellen und Möglichkeiten zu deren Reduzierung zu stärken", sagt Meinrenken, der auch zum Forschungsprogramm des Earth Institute on Sustainability Policy and Management gehört. "Das Tool bietet Verbrauchern und CDP-Mitgliedsunternehmen wie Nestle, Bloomberg und Dell eine interaktive Plattform, um die CO2-Bilanz von Produkten zu untersuchen."

Meinrenken und seine CoClear-Kollegen fanden heraus, dass nicht wie zu erwarten, mehr als 75 Prozent der Gesamtemissionen eines Produkts während des Herstellungsprozesses entstehen, sondern während der Lieferkette, etwa bei der Beschaffung von Rohstoffen oder bei der späteren Nutzung der Produkte durch die Verbraucher. So hatte beispielsweise die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie, die stark von landwirtschaftlichen Betriebsmitteln abhängig ist, einen der höchsten Upstream-Emissionen, während die IT-Industrie mit ihren energieverbrauchenden Bildschirmen und Computern einen der höchsten Downstream-Emissionen aufwies.

"Nur durch den Vergleich von Upstream- und Downstream-Emissionen können Sie die Hotspots finden, die Ihnen sagen, wo Sie den größten Teil des Kohlenstoffs einsparen können", sagt Meinrenken. "Wir hoffen, dass Produktmanager die Visualisierung nutzen werden, um zu sehen, wie sich die CO2-Bilanzen ihrer Produkte im Vergleich zu vergleichbaren Produkten von Wettbewerbern entwickeln und Wege zur Emissionsreduzierung finden."

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