14.10.2016 - Bundesanstalt für Gewässerkunde

Neue Werkzeuge zum Nachweis von Schadstoffen in der Umwelt

Tagtäglich wird eine nicht zu überschauende Anzahl von Substanzen in unsere Umwelt eingetragen, die diese beeinträchtigen und im ungünstigsten Fall auch die menschliche Gesundheit gefährden können. Um die Gefahr einzustufen, die für Mensch und Umwelt von organischen Mikroverunreinigungen und deren Transformationsprodukten ausgeht, soll eine neue Nachweismethode entwickelt werden. Daran arbeitet die Bundesanstalt für Gewässerkunde gemeinsam mit einem israelischen Partner im Forschungsprojekt TREES.

Beabsichtigt oder unbeabsichtigt – durch den Menschen wird ein großes Spektrum von Substanzen in die Umwelt eingebracht, die z. B. über Grundwasser oder die Nahrungskette eine Gesundheitsgefahr darstellen können. Eine umfassende Überwachung dieser eingebrachten Verbindungen mittels einer gezielten chemischen Analyse ist aufgrund der Vielzahl der Substanzen nicht möglich, nicht zuletzt weil Stoffe in der Umwelt verschiedensten Umwandlungsprozessen unterliegen. Dadurch können unbekannte Umwandlungsprodukte entstehen, die sich den gängigen Messmethoden entziehen, aber durchaus nachteilige Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben können.

An diesem Punkt setzt das Projekt „TREES - TRacking Effects of Environmental organic micro-pollutants in the Subsurface“ an. Die Grundidee des Vorhabens besteht in einer direkten Kopplung von Dünnschichtchromatographie zur Trennung von Substanzgemischen mit biologischen und chemischen Nachweismethoden. Durch die Nutzung spezifischer biologischer Verfahren, z. B. zur Erkennung hormonell aktiver Substanzen, werden alle Stoffe in einer Probe erkannt, die diese in der Umwelt unerwünschte Eigenschaft haben. Dies schließt die oben genannten, unbekannten Umwandlungsprodukte mit entsprechender biologischer Wirkung mit ein. Die so nachgewiesenen Substanzen können anschließend durch chemische Methoden identifiziert werden.

Dieser methodische Ansatz kann für eine Vielzahl von Fragestellungen und Aufgaben, z. B. die Überwachung von Oberflächen-, Grund- und Trinkwasser, aber auch die Kontrolle von Kläranlagen oder Deponiesickerwässern eingesetzt werden. Damit kann diese Technik entscheidend dazu beitragen, Mensch und Umwelt vor schadhaften Effekten durch freigesetzte Substanzen zu schützen.

Im Verbundprojekt TREES arbeiten die Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz gemeinsam mit der Hebrew University, Jerusalem, an der Entwicklung neuartiger Werkzeuge zum Nachweis von Schadstoffen in der Umwelt. TREES hat eine Laufzeit von drei Jahren und wird im Rahmen der deutsch-israelischen Kooperation in der Wassertechnologieforschung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie vom israelischen Wissenschaftsministerium (MOST) gefördert.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
Mehr über Bundesanstalt für Gewässerkunde
  • News

    Mikroplastik transportiert metallische Schadstoffe

    Über die Anreicherung und den Transport persistenter organischer Schadstoffe durch Mikroplastik gibt es vergleichsweise viele Studien. Doch die Daten über die Anreicherung von für die Umwelt giftigen Metallen sind sehr rar und bisweilen wissenschaftlich unzuverlässig. Ein Team aus Wissensch ... mehr

    Wenn der Rhein austrocknet: Unternehmen rüsten sich für künftige Ernstfälle

    (dpa) Zapfsäulen ohne Benzin, Hochöfen auf Sparflamme, Kraftwerke im Hitzemodus - der Sommer und der Herbst 2018 haben Wirtschaft und Verbraucher in Deutschland vor erhebliche Probleme gestellt. Monatelange Trockenheit ließ die Wasserstände des Rheins und der anderen großen Flüsse immer tie ... mehr

    Abwasser mittels naturnaher Systeme reinigen

    Deutsch-israelisches Verbundvorhaben gestartet: Es untersucht, wie naturnahe technische Systeme – wie technische Feuchtgebiete (z. B. Pflanzenkläranlagen) oder Sandfilter – die Belastung des gereinigten Abwassers mit Arzneistoffen, Haushaltschemikalien, Krankheitserregern und antibiotika-re ... mehr

  • Forschungsinstitute

    Bundesanstalt für Gewässerkunde

    Die großen Fließ-, Küstengewässer und Kanäle unseres Landes sind Lebensadern, die auf vielfältige Weise genutzt werden. Als wissenschaftliches Institut im Rang einer Bundesoberbehörde dokumentieren wir kontinuierlich ihren Zustand. Wir geben kompetente Antworten auf Machbarkeitsfragen und v ... mehr

  • Autoren

    Marcus von der Au

    Marcus von der Au, Jahrgang 1990, schloss sein Chemiestudium 2016 an der Universität Hamburg mit einer Masterarbeit am Helmholtz-Zentrum Geesthacht in der Abteilung „Marine Bioanalytische Chemie“ ab. Seit 2016 absolviert er ein Promotionsstudium mit Schwerpunkt in der anorganischen Analytik ... mehr