01.09.2017 - Technische Universität Berlin

TU Berlin: Prädikat herausragend

Die Forschungsprojekte des Mathematikers Timo de Wolff und des Chemikers Johannes Teichert werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen des Emmy-Noether-Programms gefördert

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert zwei neue Emmy-Noether-Nachwuchsgruppen an der TU Berlin im Bereich der Mathematik und der Chemie. Dr. Timo de Wolff leitet die Nachwuchsgruppe „New Certificates of Nonnegativity and Their Application in Science and Engineering“. Prof. Dr. Johannes Teichert forscht zu nachhaltigen wasserstoffvermittelten Synthesemethoden.

Mit dem Emmy-Noether-Programm möchte die DFG herausragenden Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit geben, frühzeitig wissenschaftlich selbstständig zu arbeiten und sich zügig für eine Karriere als Hochschullehrerin oder Hochschullehrer zu qualifizieren. Voraussetzungen sind unter anderem ein exzellentes Forschungsprojekt und eine substanzielle internationale Forschungserfahrung.

Die Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe von Dr. Timo de Wolff (35) ist am Institut für Mathematik angesiedelt. Er forscht an der Schnittstelle zwischen reeller algebraischer Geometrie, nichtlinearer Optimierung und Anwendungsproblemen aus den Natur- und Ingenieurswissenschaften. Ziel seiner Forschung an der TU Berlin ist die Weiterentwicklung und Nutzbarmachung neuer Zertifikate für Nichtnegativität, die er in den letzten Jahren entwickelte, mit Hilfe konvexer Optimierungsmethoden. Dies beinhaltet neben der mathematischen Forschung die Entwicklung und Implementierung entsprechender Software sowie ihre Anwendung auf konkrete Fragestellungen in der Praxis, die für traditionelle konvexe Optimierungsmethoden problematisch sind. Seine Forschungen werden voraussichtlich mit circa 899.000 Euro gefördert.

Dr. Timo de Wolff promovierte an der Goethe-Universität in Frankfurt/Main. Bevor er an die TU Berlin kam, war er Postdoktorand an der Universität des Saarlandes und Visiting Assistant Professor an der Texas A&M University.

Prof. Dr. Johannes Teichert (37) ist seit 2016 Juniorprofessor am Institut für Chemie. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit der Entwicklung nachhaltiger katalytischer Reaktionen, einer großen Herausforderungen der aktuellen Synthesechemie. Derartige Umsetzungen bieten den Vorteil, dass Produkte wie zum Beispiel Agrochemikalien oder Pharmazeutika mit wenig oder idealerweise keinem beeinträchtigenden Umwelteinfluss bereitgestellt werden können. Durch die Verwendung von Diwasserstoff (H2) sollen sinnvolle Synthesebausteine für die organische Chemie unter minimaler Abfallproduktion zugänglich gemacht werden. Damit soll ein entscheidender Beitrag für die Entwicklung nachhaltiger Synthesemethoden geleistet werden.

Teichert promovierte an der Rijksuniversiteit Groningen (Niederlande) bei Nobelpreisträger Ben Feringa. Nach einem Aufenthalt als Postdoc an der ETH Zürich kam er 2013 mit einem Liebig-Stipendium an die TU Berlin. Die Emmy-Noether-Nachwuchsgruppen von Prof. Dr. Johannes Teichert wird fünf Jahre mit knapp 750.000 Euro finanziert.

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    Dr.-Ing. Henriette Nowothnick

    Jg. 1980, studierte Chemie an der Technischen Universität Berlin. Sie promovierte 2010 in der Arbeitsgruppe von Prof. R. Schomäcker über die Reaktionsführung der Suzuki-Kupplung in Mikro­emulsionen mit dem Ziel des Katalysator Re-using und der Produktisolierung. 2011 bis 2012 arbeitete sie ... mehr

    Dipl. Ing. Sonja Jost

    Jg. 1980, studierte Wirtschafts­ingenieurwesen / Technische Chemie an der Technischen Universität Berlin. Von 2006 bis 2011 erhielt sie verschiedene Forschungsstipendien im Bereich der homogenen chiralen Katalyse. 2011 bis 2012 war sie Projektleiterin eines Drittmittelprojekts zum Thema „Ka ... mehr

    Prof. Dr. Vera Meyer

    Vera Meyer, geb. 1970, studierte Biotechnologie an der Universität ­Sofia und der Technischen Universität Berlin, wo sie 2001 promovierte. Nach Forschungs- aufenthalten am Imperial College London und der Universität Leiden habilitierte sie 2008 an der Technischen Universität Berlin. Von 200 ... mehr