10.03.2004 - Frost & Sullivan

Der westeuropäische Markt für Durchflussmesser

Mit moderner Durchflussmesstechnik sauberer und kostengünstiger produzieren

Der westeuropäische Markt für Durchflussmesser ist mit einem Jahresumsatz von zurzeit 958 Millionen US-Dollar zwar relativ gesättigt, nach einer neuen Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan (www.frost.com) kann er aber auch langfristig mit stetigem Wachstum rechnen. Bis zum Ende des Prognosezeitraums im Jahr 2009 soll sich sein Umsatzvolumen auf 1,13 Milliarden US-Dollar erhöhen. Für eine weiter steigende Nachfrage sorgen dabei sowohl neue Umwelt- und Hygienevorschriften als auch das nach wie vor große Interesse an der Optimierung industrieller Prozesse. Gleichzeitig herrscht zunehmend Bedarf an komplexeren und damit teureren Durchflussmessertypen.

Durch die ökologischen und hygienischen Anforderungen verschiedener neuer EU-Richtlinien sehen sich Unternehmen in der Lebensmittel- und Getränke- sowie der Pharmaindustrie veranlasst, ihre Produktionsverfahren entsprechend anzupassen. Dabei spielen Durchflussmesser zur Dosierung von Flüssigkeiten eine wichtige Rolle. Gleichzeitig tragen sie aber auch ganz allgemein zur Optimierung von Prozessen in diesen Branchen und damit zur Kostensenkung bei. Dieser Gesichtspunkt hat vor allem durch das schwierigere wirtschaftliche Umfeld an Bedeutung gewonnen und zusätzlichen Bedarf an Geräten geschaffen, die eine Senkung der Betriebskosten ermöglichen.

Intelligente Systeme gefragt

"Zusätzlich gestärkt wird das Wachstum durch technologische Innovation und kontinuierliche Produktentwicklung auf dem Gebiet der Durchflussmesser", stellt Mik Sabiers, Research Manager bei Frost & Sullivan, fest. "So steigt beispielsweise das Interesse an intelligenten Instrumenten, die mit Mikroprozessoren ausgestattet sind und neben dem Messen der Durchflussmenge weitere Daten liefern können." Intelligente Mehrphasen-Durchflussmesser werden in der Öl- und Gasindustrie, der Lebensmittelbranche sowie in Wasserversorgung und Abwasserentsorgung immer häufiger eingesetzt. Die Geräte sind zwar teurer, die Kunden werden sich aber nach Sabiers "zunehmend des erheblichen Kostensenkungspotenzials bewusst, durch das die höheren Investitionen in modernere Instrumente kompensiert werden können. Das sollte positive Auswirkungen auf die zukünftige Nachfrage haben."

Höchste Wachstumsraten bei Ultraschalldurchflussmessern

So werden die herkömmlichen elektromagnetischen bzw. induktiven Durchflussmesser, Turbinendurchflusszähler und Verdrängungs(volumen)zähler allmählich durch modernere Geräte wie Ultraschall- und Coriolismassen-Durchflussmesser verdrängt. Diese beiden Produktsegmente, die im Jahr 2002 bereits einen Marktanteil von 7,7 Prozent (Ultraschalldurchflussmesser) bzw. 15,5 Prozent (Coriolismassen-Durchflussmesser) erreichten, verzeichnen dank größerer Genauigkeit und Zuverlässigkeit sowie wegen des geringeren Wartungsaufwands die größten Zuwächse. Die höchste und mit 7,2 Prozent erheblich über dem Marktdurchschnitt von 2,6 Prozent liegende Wachstumsrate wird dabei im Zeitraum von 2002 bis 2009 für Ultraschalldurchflussmesser erwartet.

Ersatzbeschaffung und Modernisierung sorgen für kontinuierlichen Absatz

Ein wesentlicher Teil der Nachfrage nach Durchflussmessern dient der Ersatzbeschaffung, weshalb sich die Hersteller bemühen, spezielle Ersatz- und Modernisierungsprogramme zu etablieren Die große Zahl bereits installierter Durchflussmesser in Europa verheißt auch in Zukunft einen kontinuierlichen Absatz, da die vorhandenen Geräte regelmäßig repariert oder modernisiert werden müssen. Das gilt insbesondere für die Sektoren Chemie, Öl, Gas und Energieerzeugung, wo der Verzicht auf die rechtzeitige Erneuerung der Messfühler gravierende Folgen für die Sicherheit hätte.

Preiskrieg drückt Gewinnmargen

Das große Absatzpotenzial dürfte aber kaum zu höheren Gewinnen führen. Der intensive Wettbewerb unter den mehr als 60 Anbietern hat einen regelrechten Preiskrieg entfesselt, der auf die Gewinnmargen durchschlägt. Und der Wettbewerbsdruck dürfte hoch bleiben, weil die Marktführer ihre Gesamtposition noch verbessern wollen.

Insgesamt entfällt auf die fünf führenden Marktteilnehmer Emerson Process Management, Endress + Hauser, Krohne, ABB und Danfoss mehr als die Hälfte des gesamten Umsatzes. Trotz weiter steigender Tendenz dürfte der Spielraum dieser Hersteller für noch stärkeres Wachstum begrenzt sein, wenn sie nicht auch wie kleinere Anbieter auf alternative Strategien wie die Durchdringung von Sonderanwendungen und Nischenmärkten setzen. "In einer Reihe von Marktnischen ist es Spezialanbietern gelungen, sich eine starke Kundenbasis aufzubauen", vermerkt Sabiers. "Diese kleinen Firmen konzentrieren sich oft gezielt auf Anwendungen in ausgewählten Branchen, von denen sie erwarten können, dass auch weiter in die Technologie investiert wird."

Alles in allem werden zwar für viele Produktsektoren positive Entwicklungen erwartet, doch werden alle Anbieter sämtliche Chancen nutzen müssen, die der Markt bietet. "Wettbewerbsfähig bleibt nur, wer sich durch neue Einsatzschwerpunkte zusätzliches Wachstumspotenzial schafft", schließt die Analyse.

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