Biosprit ohne Nebenwirkung
Butanol aus Pflanzenabfällen ist für den Motor verträglich und tritt nicht in Konkurenz zur Nahrungsmittelproduktion
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Biosprit aus Butanol ist für Benzinmotoren ohne weitere Aufrüstung verträglich. Ein an der Universität Frankfurt entwickeltes Verfahren, das den Treibstoff aus Pflanzenabfällen gewinnt und daher nicht in Konkurrenz mit der Nahrungsmittelproduktion steht, hat jetzt den ersten Investor gefunden. Gemeinsam entwickeln das Spin-Off Unternehmen Butalco GmbH und der niedersächsische Investor Volkswind GmbH das Verfahren zur Industrie-Reife. Entsprechende Patente sind bereits eingereicht. "Ziel ist es, die Technologie für künftige Biosprit-Hersteller zu lizensieren", erläutert Prof. Eckhard Boles von der Universität Frankfurt, der Butalco im August 2007 mit dem Chemiker und Ökonomen Dr. Gunter Festel gründete.
Der Prozess beruht auf der Fermentation von Lignozellulose, einer mit Ligninresten verunreinigten Zellulose aus Holz, Jute, Stroh oder Bambus, durch gentechnisch veränderte Hefen. In der Natur vorkommende Hefen können nur hochwertige Pflanzenzucker verarbeiten, etwa aus Mais oder Getreide. Damit auch die in Pflanzenabfällen vorkommenden minderwertigen Zucker zu Biosprit verdaut werden können, hat Eckhard Boles die Hefen mit zusätzlichen Genen ausgestattet. Was von der Mahlzeit der Hefen übrig bleibt, wird verfeuert und liefert so einen Beitrag zur Energie, die für die diversen Verfahrensschritte benötigt wird.
Das jetzt zur Patentreife geführte Verfahren eignet sich sowohl für die Herstellung von Bioethanol als auch des höherwertigen Alkohols Butanol. Für die Produktion von Butanol sollen die Butalco-Hefen mit den Mitteln des Investors weiter aufgerüstet werden. Als Kraftstoff für Autos ist das Butanol dem Bioethanol deutlich überlegen, weil es weniger aggressiv ist und ohne Modifizierung des Motors getankt beziehungsweise herkömmlichem Kraftstoff in beliebigen Mengen beigemischt werden kann.
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