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Hans Meerwein



Hans Leberecht Meerwein (* 20. Mai 1879 in Hamburg; † 24. Oktober 1965 in Marburg) war ein deutscher Chemiker.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Sein Chemiestudium begann Meerwein 1898 an der Chemieschule Fresenius in Wiesbaden, später wechselte er an die Universität Bonn. Dort wurde er bei Georg Schröter promoviert und dort habilitierte er sich auch. 1914 wurde er in Bonn Titularprofessor und 1922 schließlich außerordentlicher Professor. Im selben Jahr nahm er einen Ruf als ordentlicher Professor nach Königsberg an. 1929 schließlich wurde er Nachfolger von Karl von Auwers an der Universität Marburg, wo er bis 1952 Direktor des chemischen Instituts war und auch als Emeritus noch bis 1965 wissenschaftlich arbeitete. 1945 wurde das Chemische Institut in Marburg durch einen Bombenangriff weitgehend zerstört. Meerwein verlor damit auch seine Dienstwohnung im Institut und seine gesamte Habe, darunter alle wissenschaftlichen Aufzeichnungen und seine Privatbibliothek. Der Neubau an gleicher Stelle wurde erst nach seiner Emeritierung 1953 eingeweiht.

Werk

In Marburg führte Hans Meerwein grundlegende Arbeiten zur synthetischen und mechanistischen organischen Chemie durch und entdeckte die Carbokationen, was wegweisend für das Verständnis vieler organisch-chemischer Reaktionen war, insbesondere für Polymerisationsreaktionen. Durch seine Forschungen wurde er zu einem der Begründer der physikalischen organischen Chemie, der die Reaktionskinetik zur Aufklärung von Reaktionsmechanismen einsetzte.

Wegen ihrer großen Bedeutung für das deutsche Autarkiestreben im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs wurden seine Arbeiten von den I.G. Farben erheblich gefördert.

Nach ihm benannt sind die Wagner-Meerwein-Umlagerung von α-Pinen, die Meerwein-Methylierung, die Meerwein-Arylierung und die Meerwein-Ponndorf-Verley-Reduktion von Ketonen.

Auszeichnungen

Literatur

  • Hans Meerwein. Marburg (Lahn), 15. September 2006. Broschüre aus der Reihe Historische Stätten der Chemie, hrsg. von der Gesellschaft Deutscher Chemiker und der Universität Marburg, Frankfurt am Main und Marburg 2006
 
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