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Cannizzaro-Reaktion



Bei der Cannizzaro-Reaktion disproportionieren Aldehyde ohne Wasserstoffatom in α-Stellung zum aldehydischen Kohlenstoffatom in Gegenwart von starken Basen. Als Oxidationsprodukt entsteht die Carbonsäure, als Reduktionsprodukt der Alkohol. Ist ein α-ständiges Wasserstoffatom im Aldehyd vorhanden, ist die Aldolreaktion bevorzugt. Die Reaktion wurde nach ihrem Entdecker Stanislao Cannizzaro benannt.

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Als erstes wird das Hydroxidion der Base an das Aldehyd addiert. Ein Dianion entsteht in stark basischer Lösung.


Potenziell ist eine Weiterreaktion aus beiden Spezies möglich. Die intermolekulare Hydridwanderung wird durch den elektronenschiebenden Einfluss der O--Substituenten ermöglicht. Hierbei entsteht ein Alkoholat und eine Carbonsäure bzw. ein Carboxylat.


Eine besondere Variante ist die sog. gekreuzte Cannizzaro-Reaktion. Sie wird häufiger als die eigentliche Cannizzaro-Reaktion angewendet, da bei der Cannizzaro-Reaktion immer aus einem Mol Aldehyd zur einen Hälfte Alkohol und zur anderen Hälfte Carbonsäure entsteht. Also, außer in seltenen Fällen, in denen Alkohol und Carbonsäure Verwendung finden, die Hälfte des Eduktes als Abfall anfällt. Man verwendet Formaldehyd, der immer zur Ameisensäure oxidiert wird und erhält den entsprechenden Alkohol in hoher Ausbeute. So entsteht der vierwertige, mit vier Hydroxy-Gruppen ausgestattete Alkohol Pentaerythritol z.B. durch dreifache Aldolreaktion mit anschließender gekreuzter Cannizzaro-Reaktion aus Formaldehyd und Acetaldehyd.

Die Cannizzaro-Reaktion ist auch der Grund für den zwar geringen, aber unvermeidbaren Gehalt an Ameisensäure in wässrigen Lösungen von Formaldehyd.

Siehe auch: Namensreaktionen

 
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