Meine Merkliste
my.chemie.de  
Login  

Granatgruppe




Granatgruppe
Chemismus XII3YIII2(SiO4)3
Mineralklasse Silikate, Germanate - Inselsilikate (Nesosilikate)
Kristallsystem kubisch
Kristallklasse kubisch-hexakisoktaedrisch 4/m\ \bar{3}\ 2/m
Farbe variabel, häufig rotbraun, gelbgrün, schwarz
Strichfarbe weiß
Mohshärte 6 bis 7,5
Dichte (g/cm³) 3,5 bis 4,3
Glanz Glas-, Fett-, Harzglanz
Transparenz durchsichtig bis undurchsichtig
Bruch muschelig, splitterig, spröde
Spaltbarkeit unvollkommen
Habitus gedrungen
Häufige Kristallflächen {110}, {211}, {111}, {100}
Zwillingsbildung
Kristalloptik
Brechzahl
Doppelbrechung
(optische Orientierung)
Pleochroismus keiner
Winkel/Dispersion
der optischen Achsen
2vz ~
Weitere Eigenschaften
Phasenumwandlungen
Schmelzpunkt
Chemisches Verhalten
Ähnliche Minerale
Radioaktivität nicht radioaktiv
Magnetismus ferrimagnetisch
Besondere Kennzeichen

Die Granatgruppe besteht aus Silikat-Mineralen, deren chemische Zusammensetzung sich durch XII3YIII2(SiO4)3 bezeichnen lässt. XII steht dabei für eines der zweiwertigen Metall-Kationen Calcium, Magnesium, Eisen(II) oder Mangan, YIII für eines der dreiwertigen Metall-Kationen wie Aluminium, Eisen(III), Titan, Vanadium oder Chrom, welche untereinander ausgetauscht werden können (Substitution).

Strukturell sind Granate Inselsilikate, die im kubischen Kristallsystem kristallisieren. Ihre Härte liegt je nach Zusammensetzung bei 6 bis 7,5. Die Farbe ist sehr variabel, häufig aber rotbraun, gelbgrün oder schwarz, nie jedoch blau, während die Strichfarbe weiß ist.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Etymologie und Geschichte

Der Name Granat leitet sich vom griechischen Wort granum (deutsch: Korn) ab. Schon in der Antike wurden Granate als Schmucksteine genutzt; im Mittelalter waren sie zusammen mit Rubinen und Spinellen unter der Bezeichnung Karfunkel (auch Karfunkelstein) bekannt - die meisten stammten damals aus Indien. Besonders populär waren sie aber im 19. Jahrhundert, als böhmische Pyrope so begehrt waren, dass sie bis nach Amerika verschifft wurden.

Einzelminerale und Varietäten

Folgende Minerale und ihre Varietäten (mit nachstehend chemischer Formel) zählen zur Granatgruppe:

Aluminium-Granate (Pyralspit-Reihe)

Calcium-Granate (Ugrandit-Reihe)

  • Uwarowit - Ca3Cr2Si3O12
  • Grossular - Ca3Al2Si3O12
    • Hessonit
    • Tsavorit
  • Andradit - Ca3Fe2Si3O12
    • Demantoid
    • Melanit
    • Schorlomit - Ca3(Ti4+,Fe3+)2[(Si,Fe3+,Fe2+)O4]3

Die oben genannten Varianten sind die so genannten Endglieder der Granatgruppe, das heißt in ihnen werden die in der allgemeinen Formel unbestimmten Positionen X und Y vollständig mit Atomen eines Elementes besetzt.

Bildung und Fundorte

Granate kommen in massiver Form oder körnig, häufig aber auch als makroskopische Kristalle vor, die bis zu 700 kg schwer werden können. Die genaue chemische Zusammensetzung steht immer mit jener des umgebenden Gesteins im Zusammenhang: So kommt beispielsweise der magnesiumreiche Pyrop häufig in Peridotiten und Serpentiniten vor, während grüner Uwarowit vor allem in chromhaltigem Serpentinitgestein auftritt.

Besonders häufig findet man Granate in metamorphen Gesteinen wie Gneis oder Eklogit; daneben treten sie auch in magmatischen Gesteinen und als Mineralseifen in Flusssedimenten auf.

Die meisten natürlich gefundenen Schmuckstein-Granate stammen heute aus den USA, aus Südafrika und Sri Lanka.

Verwendung

als Rohstoff

Neben seinem Wert als Schmuckstein wird insbesondere künstlich hergestellter Granat wegen seiner Härte auch als Schleifmittel und in feinmechanischen Instrumenten eingesetzt. Yttrium-Aluminiumgranat (YAG, Y3Al2[Al O4]3), bei dem etwa ein Prozent der Yttrium3+-Ionen durch Neodym3+-Ionen ersetzt wird, ist ein häufig eingesetzter Laserkristall (Nd:YAG-Laser). Yttrium-Eisen-Granat (YIG) und Verwandte werden als Mikrowellenferrit, Resonator oder Filter in der Hochfrequenztechnik eingesetzt.

als Schmuckstein

Granate finden in verschiedenen Varianten als Schmucksteine Verwendung. Man unterscheidet unter anderem den dunkelroten Pyrop, der auch Kaprubin genannt wird, den rotschwarzen Almandin, den smaragdgrünen Uwarowit, den gelbgrünen Andradit, den schwarzen Schorlomit und Melanit, den transparent-grünlichen Demantoid und den orangeroten Spessartin. Daneben gibt es noch Grossular. Außerdem gibt es seit einigen Jahren eine neu Variante, den orangefarbenen Mandaringranat. Granate werden auch als Edelsteine des kleinen Mannes bezeichnet.

Siehe auch

Literatur

  • Edition Dörfler: Mineralien Enzyklopädie. Nebel Verlag, ISBN 3-89555-076-0
  • Dr. S. Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. 4. Auflage. Christian Weise Verlag, München 2002, ISBN 3-921656-17-6
  • P. Ramdohr, H. Strunz: Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie. 16. Auflage. Enke Verlag 1978, ISBN 3-432-82986-8
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Granatgruppe aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.