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Kolloidales Gold



  Als kolloidales Gold bezeichnet man Sole oder Gele aus winzigen Goldpartikeln mit einem Durchmesser von 12 - 18 nm. Charakteristisch für kolloidales Gold ist die tiefrote Farbe, die durch die kleine Goldpartikelgröße zustande kommt.


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Inhaltsverzeichnis

Herstellung

Durch Reduktion von Tetrachloridogoldsäure H[AuCl4] in siedender wässriger Lösung mit Citronensäure oder in etherischer Lösung mit weißem Phosphor [1] erhält man instabile Goldkolloide, die leicht koagulieren. Deswegen werden Stabilisatoren zugesetzt, z. B. Citrate und/oder Detergenzien wie Tween 20. Aus solchen stabilisierten Solen können Goldkolloide durch Zugabe von Ethanol ausgefällt werden.

Physikalische Eigenschaften

Bei Goldkolloiden kann die Plasmonenschwingung beobachtet werden, also das kollektive Schwingen der Goldelektronen gegen die Goldatomrümpfe. Die Wellenlänge des dabei absorbierten Lichtes hängt von der Partikelgröße und Partikeldichte ab: je größer und dichter beieinander die Partikel sind, desto größer ist die absorbierte Wellenlänge. Dabei ist die Dichte entscheidend, da es zu induzierter Dipolwechselwirkung zwischen den Goldpartikeln kommen kann.

Deswegen zeigen sich Goldkolloide wesentlich farbiger, als ein großer, fester, kompakter Goldbarren.

Verwendung

Goldkolloide werden als Kolloide zur Rotfärbung von Gläsern verwendet, aggregierte Goldkolloide vergolden Porzellan und Gläser.

In der Biochemie dient kolloidales Gold zum Markieren von Proteinen, z. B. zum direkten Färben von Western Blots [1]. Vorteil der Färbung ist ihre hohe Sensitivität und einfache Durchführung. Nachteilig ist, dass eine anschließende Immundetektion nicht mehr möglich ist und die Färbung nur unter recht harschen Bedingungen wieder entfärbt (unsichtbar) gemacht werden kann [2].

Außerdem können goldmarkierte Antikörper zur Elektronenmikroskopie verwendet werden. Antikörpermarkierte Bereiche der Probe fallen durch die elektronendichten Goldpartikel auf.

Momentan werden die optischen und elektronischen Eigenschaften von kolloidalem Gold,die große Fortschritte in der Mikroelektronik und Mikrosensorik versprechen, erforscht.

Siehe auch

Quellen

[1]: Moeremans M, Daneels G et al (1985) - Sensitive colloidal metal (gold or silver) staining of protein blots on nitrocellulose membranes - Anal. Biochem. 145(2) - 315-21

[2]: Nelson TJ (1993) - Destaining of nitrocellulose blots after staining with silver or colloidal gold - Anal. Biochem. 214- 325 - 328

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Kolloidales_Gold aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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