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Umicore



  Die n.v. Umicore S.A. ist ein belgischer Materialtechnologie-Konzern mit Hauptsitz in Brüssel, Belgien.

Das Unternehmen beschäftigt weltweit etwa 17.000 Mitarbeiter und ist an der belgischen Börse Euronext gelistet. Im Jahr 2006 erwirtschaftete Umicore einen Umsatz von rund 8,8 Milliarden Euro.

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Inhaltsverzeichnis

Gründung und Firmengeschichte

Das Unternehmen wurde im Jahr 1909 unter dem Namen Union Minière du Haut Katanga (UMHK) ("Bergbau Union") als staatliche Bergbaugesellschaft gegründet. Schwerpunktmäßig war das Unternehmen in seinen Anfängen in Katanga tätig, das zum belgischen Kolonialbesitz Kongo in Afrika gehörte. Im Jahr 1989 erfolgte eine Fusion mit den Firmen Metallurgie Hoboken-Overpelt (MHO) und Vieille Montagne zu einem Basismetallerzeuger.

Das Unternehmen entwickelte sich dann in den 1990er Jahren zu einem Metall- und Werkstoffkonzern. Dieser Neuausrichtung wurde im Jahr 2000 durch die Umbenennung in den heutigen Namen "Umicore" auch Rechnung getragen. Im Sommer 2003 übernahm Umicore schließlich die ehemaligen Degussa-Aktivitäten im Edelmetall-Sektor (Unternehmen Dmc²) von der OM Group, Cleveland (USA) und erweiterte damit sein Portfolio um diesen Produktbereich.

Seit dem Kauf durch Umicore im Jahr 2003 wird das Traditionsgeschäft der Edelmetallscheidung (Refining) in Deutschland (einst das Herzstück und namensgebende Geschäft der Degussa) in mehreren Schritten von Hanau nach Hoboken (Belgien) verlagert, was dazu führte, dass hunderte von Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze vorloren. Die Edelmetallscheidung wird dann zukünftig, neben der größtenteils eigenständig operierenden Tochtergesellschaft Allgemeine Gold und Silberscheideanstalt AG in Pforzheim, nur noch in geringerem Umfang in Hanau weitergeführt.

Aktuelle Entwicklungen

Seit 2003 wandelt sich das Unternehmen hin zu einem Konzern für Spezialmaterialien im Bereich Chemie, Metallurgie und Materialwissenschaft. Man trennt sich daher vom ursprünglichen Bergbau-Geschäft (Kupfer, Zink). Die Kupfer-Aktivitäten wurden zum Jahresanfang 2005 über ein Spin-off mit rund 1500 Mitarbeitern in eine neue Gesellschaft namens Cumerio ausgegliedert. Im Dezember 2006 vereinbarten Umicore und die australische Zinifex ihre Zinkschmelz- und Zinklegierungsgeschäfte zum weltweit führenden Zinkproduzenten zusammenzulegen. Der Zusammenschluss soll bis zum 3.Quartal 2007 abgeschlossen sein, das Unternehmen Nyrstar heissen. Anschließend ist ein Börsengang vorgesehen.

Im März 2006 wurde für die Forschung und Entwicklung im Bereich Brennstoffzellen ein 50/50 Joint Venture namens SolviCore mit der belgischen Solvay vereinbart. Gegenstand des Unternehmens ist die Weiterentwicklung, Produktion und Vermarktung der sog. Membran-Elektroden-Einheit (MEA), dem Herz der Brennstoffzelle. Unabhängig davon setzen die beiden Unternehmen Ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich Brennstoffzellen weiterhin in ihren Spezialgebieten Membrane (Solvay) bzw. Edelmetallkatalysatoren (Umicore) getrennt fort.

Mitte 2006 interessierte sich Umicore für den Kauf der Bayer-Tochter H.C.Starck, die eine gute Ergänzung zum bisherigen Produktportfolio gewesen wäre. Sie kam dort aber nicht zum Zuge, stattdessen ging die Unternehmensgruppe im November 2006 an zwei Finanzinvestoren.

Im Sommer 2007 baute der Konzern seine Aktivitäten im Bereich Autoabgaskatalysatoren durch den Erwerb der Katalysatoren-Sparte des Delphi-Konzerns aus.

Ebenfalls im Jahr 2007 gründete Umicore, gemeinsam mit Norsk Hydro, ein Joint-Venture (HyCore) zur Entwicklung, Herstellung und dem Vertrieb von Silizium für die Produktion von Solarzellen. In diesem Bereich engagiert sich Umicore auch seit 2005 als Hauptsponsor eines Teams bei der World Solar Challenge, wo diese Technologie bereits Anwendung findet.

Produkte

Umicore ist weltweit führend in der Produktion und im Recycling von Spezialwerkstoffen und Metallen (z. B. Cobalt, Germanium, Nickel, Zink, Gold, Silber und Platin-Gruppenmetalle). Abnehmer sind hauptsächlich die weiterverarbeitende chemische Industrie, die Automobil-, Baustoff-, Schmuck- und Elektroindustrie.

Umicore ist untergliedert in folgende Geschäftsbereiche:

  • Neue Materialien (Elektro-optische Materialien, synthetische Diamanten, nickel- und cobalthaltige Pulver)
  • Edelmetall-Dienstleistungen (Recycling und Handel von Edelmetallen)
  • Edelmetall-Produkte (Katalysatoren für Verbrennungsmotoren, Schmuck, Edelmetallchemie, Kernkomponenten für Brennstoffzellen)
  • Zink-Spezialerzeugnisse (Zinklegierungen, Zink-Chemikalien, Produkte für den Bausektor und Recycling)

Zum Geschäftsfeld Edelmetall-Produkte gehört die Herstellung von Fahrzeugkatalysatoren. Ein wichtiger Fortschritt in der Weiterentwicklung von Autokatalysatoren ist der auf Palladium basierende Oxidationskatalysator für Dieselfahrzeuge. Die bisherigen Katalysatoren für Dieselfahrzeuge beinhalteten bis dato das wesentlich teurere Platin.

Edelmetallbarren wurden von Umicore noch bis Ende 2005 mit dem traditionellen Prägestempel der Degussa hergestellt. Nach Auslaufen der Lizenzvereinbarung werden diese jetzt nur noch mit dem Umicore-Firmenlogo produziert.

Standorte im deutschsprachigen Raum

Die größte deutsche Gesellschaft hat ihren Sitz im hessischen Hanau. Weitere deutsche Produktionsstandorte bzw. Vertriebsgesellschaften sind in Essen, Maintal, Alzenau, Rheinfelden (Baden), Pforzheim, Schwäbisch Gmünd, Pegnitz und Querfurt-Gatterstädt beheimatet. Österreichischer Firmensitz der Oegussa ist Wien. Vertriebsniederlassungen in der Schweiz gibt es in Lyss und Bösingen. Darüberhinaus hat der Konzern ein Unternehmen in Balzers, Liechtenstein.

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Umicore aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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