16.09.2022 - Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Neue Oxidationsstufe von Rhodium entdeckt

Interdisziplinäre Zusammenarbeit von Physik und Chemie ermöglicht seltenes Forschungsergebnis

Mayara da Silva Santos, Doktorandin am Physikalischen Institut der Universität Freiburg, hat eine neue Oxidationsstufe des Rhodiums entdeckt. Das chemische Element findet als eines der katalytisch wichtigen Platinmetalle zum Beispiel in Autokatalysatoren Verwendung. Rhodium ist eigentlich bereits gut untersucht. Bei der seltenen Entdeckung einer überraschend hohen Oxidationsstufe half ein neuer Ansatz: Im Rahmen ihrer Doktorarbeit untersucht da Silva Santos ungewöhnliche Übergangsmetalloxide. Ihre Entdeckung des so genannten Rhodium(VII) ist in der Fachzeitschrift „Angewandte Chemie“ publiziert worden.

Oxide in einer Ionenfalle

„Entdeckungen sind immer spannend”, sagt die Freiburger Chemikerin: „Unsere Oxide sind hochreaktiv, könnten aber eine wichtige Rolle als reaktive Zwischenstufen spielen.“ Weil diese sehr kurzlebig sind, lassen sie sich in chemischen Reaktionen nur schwer beobachten. „Wir konnten die Oxide in einer speziellen Ionenfalle bei tiefen Temperaturen über längere Zeit speichern und so in Ruhe untersuchen.”

Dritthöchste Oxidationsstufe aller Elemente

Dieser interdisziplinäre Ansatz, der sowohl Physik und Chemie als auch Experiment und Theorie verbindet, sei für den Erfolg ausschlaggebend gewesen, sagt Prof. Dr. Tobias Lau, Professor am Physikalischen Institut der Universität Freiburg: „Das Zusammenspiel der unterschiedlichen Disziplinen hat sehr bei der Probenherstellung, Massenspektrometrie, Röntgenspektroskopie und Datenauswertung geholfen.”

Eine wichtige Erkenntnis dieser fachübergreifenden Arbeit besteht darin, dass bei Rhodium mehr Valenzelektronen als bisher gedacht an chemischen Bindungen teilnehmen können und dass Rhodium die dritthöchste Oxidationsstufe aller Elemente annehmen kann. Diese höchste Oxidationsstufe von Rhodium – Rhodium(VII) – war bislang unbekannt, könnte aber in chemischen Reaktionen eine Rolle spielen.

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    Julia M. Wagner studierte Pharmazie in Freiburg (Approbation 2008). Seit 2008 ist sie Doktorandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitskreis von Professor Dr. M. Jung. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit der zellulären Wirkung von Histon-Desacetylase-Inhibitoren. mehr

    Prof. Dr. Manfred Jung

    Manfred Jung hat an der Universität Marburg Pharmazie studiert (Approbation 1990) und wurde dort in pharmazeutischer Chemie bei W. Hanefeld promoviert. Nach einem Postdoktorat an der Universität Ottawa, Kanada begann er 1994 am Institut für Pharmazeutische Chemie der Universität Münster mit ... mehr