LANXESS streicht 550 weitere Stellen und senkt Arbeitszeit auf 35 Stunden

Spezialchemie-Konzern will bis 2028 zusätzlich 100 Millionen Euro pro Jahr sparen und sieht Erholung erst ab Mitte 2026

20.03.2026
LANXESS

LANXESS erwartet Belebung des Geschäfts frühestens im 2. Halbjahr 2026

Ein nach wie vor schwaches Marktumfeld und hohe geopolitische Unsicherheiten haben das Geschäftsjahr 2025 beim Spezialchemie-Konzern LANXESS geprägt. Der Umsatz lag mit 5,673 Milliarden Euro um 10,9 Prozent unter dem Vorjahreswert von 6,366 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen sank um 16,9 Prozent von 614 Millionen Euro im Vorjahr auf 510 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen für das Gesamtjahr lag bei 9,0 Prozent nach 9,6 Prozent im Vorjahr.

Haupttreiber für die Entwicklung war die anhaltend schwache Nachfrage in fast allen Kundenindustrien verbunden mit entsprechend geringeren Absatzmengen. Niedrigere Einstandspreise für Rohstoffe und der in einigen Geschäften anhaltende Preisdruck aus dem asiatischen Raum führten zu einer Senkung der Verkaufspreise. Darüber hinaus trugen der fehlende Ergebnisbeitrag nach dem Verkauf des Geschäftsbereichs Urethane Systems zum 1. April 2025 sowie nachteilige Währungseffekte zum Rückgang der Geschäftsergebnisse bei.

„Das Jahr 2025 war für die gesamte Chemieindustrie und auch für LANXESS extrem hart. Für 2026 sehen wir positive Impulse frühestens im zweiten Halbjahr, etwa durch das Infrastrukturpaket der Bundesregierung“, sagte Matthias Zachert, Vorstandsvorsitzender von LANXESS. „Für uns gilt daher auch in 2026 die Maßgabe: Wir steuern die Dinge, die wir steuern können. Das heißt: weiter Kosten senken, Prozesse verschlanken und neue Marktchancen kreieren.“

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet das Unternehmen mit einem EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 450 und 550 Millionen Euro.

Weitere Maßnahmen zur Kostensenkung

Für 2026 hat LANXESS zusätzliche Maßnahmen zur Kostensenkung auf den Weg gebracht, mit denen der Konzern bis Ende 2028 weitere rund 100 Millionen Euro pro Jahr dauerhaft einsparen will. Um das zu erreichen, plant das Unternehmen neben strikter Kostendisziplin auf allen Ebenen den Abbau von 550 weiteren Stellen, rund zwei Drittel davon in Deutschland. Betroffen sind vor allem Verwaltungsfunktionen. Der Stellenabbau soll möglichst sozialverträglich über natürliche Fluktuation und demografische Effekte erfolgen.

Im August 2025 hatte LANXESS bereits Optimierungen im Produktionsnetzwerk angekündigt. Sie sollen dauerhaft etwa 50 Millionen Euro pro Jahr einsparen, so dass bis Ende des Jahres 2028 insgesamt etwa 150 Millionen Euro Einsparungen geplant sind.

Zusätzlich senkt das Unternehmen kurzfristig die Arbeitskosten: Für Tarifmitarbeitende hat LANXESS zunächst bis Ende des Jahres eine 35-Stunden-Woche vereinbart. Im Management- und außertariflichen Bereich gibt es eine Nullrunde bei den Fixgehältern.

Durch den im Jahr 2023 initiierten Aktionsplan „FORWARD!“ erzielt LANXESS seit Ende 2025 schon dauerhaft jährliche Einsparungen von rund 150 Millionen Euro.

Verschuldung reduziert

Die Nettofinanzverbindlichkeiten hat LANXESS insbesondere durch die Erlöse aus dem Verkauf des Urethane Systems Geschäfts weiter reduziert. Sie beliefen sich zum Ende des Jahres 2025 auf 2,023 Milliarden Euro und sanken damit um 15,0 Prozent gegenüber 2,381 Milliarden Euro zum Jahresende 2024.

Geschäftsentwicklung in den Segmenten

Das Segment Consumer Protection erreichte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 1,889 Milliarden Euro, ein Rückgang von 9,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 2,081 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen entwickelte sich stabil und lag mit 290 Millionen Euro um 1,4 Prozent über dem Vorjahreswert von 286 Millionen Euro. Kosteneinsparungen aus dem Aktionsplan „FORWARD!“ hatten einen positiven Effekt und wirkten der Belastung aus niedrigeren Verkaufspreisen und der schwachen Nachfrage entgegen. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen stieg auf 15,4 Prozent nach 13,7 Prozent im Vorjahr.

Das Segment Specialty Additives verzeichnete im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 2,056 Milliarden Euro und lag damit 6,9 Prozent unter dem Wert des Jahres 2024 von 2,209 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen sank um 11,5 Prozent von 227 Millionen Euro im Vorjahr auf jetzt 201 Millionen Euro. Nachteilige Wechselkurseinflüsse sowie eine weiterhin schwache Nachfrage und die damit einhergehende geringere Auslastung sorgten für einen Rückgang von Ergebnis und Marge. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen betrug 9,8 Prozent nach 10,3 Prozent im Vorjahr.

Im Segment Advanced Intermediates sank der Umsatz im Geschäftsjahr 2025 auf 1,653 Milliarden Euro, ein Rückgang von 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 1,804 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen erreichte 128 Millionen Euro und sank damit um 39,0 Prozent von 210 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Eine schwache Nachfrage, anhaltender Wettbewerbsdruck aus Asien und die außergewöhnlich geringe Auslastung der Anlagen wirkten sich negativ auf das Ergebnis und die Marge aus. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen sank auf 7,7 Prozent nach 11,6 Prozent im Vorjahr.

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