Ausweitung der Kryo-Elektronenmikroskopie über Wasser hinaus
Die Tohoku-Universität löst das Problem der schnellen Verdunstung organischer Lösungsmittel bei der Probenvorbereitung
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Von Farben und Druckfarben bis hin zu Katalysatoren und Materialien für die Wirkstoffabgabe – viele fortschrittliche Technologien basieren auf Substanzen, die in organischen Lösungsmitteln dispergiert sind. Die direkte Beobachtung dieser Materialien in ihrer natürlichen flüssigen Umgebung stellte jedoch bislang eine große Herausforderung dar, was die Möglichkeiten der Wissenschaftler einschränkte, zu verstehen, wie mikroskopische Strukturen und Elementverteilungen die Leistungsfähigkeit beeinflussen. Forscher der Tohoku-Universität haben diese Hürde nun überwunden, indem sie die Kryo-Transmissionselektronenmikroskopie (Kryo-TEM) auf gefrorenes Methanol ausgeweitet haben. Damit haben sie einen neuen Weg eröffnet, um Materialien unter Bedingungen zu untersuchen, die ihren realen Einsatzumgebungen viel näher kommen.
Die Kryo-TEM wird häufig zur Beobachtung biologischer Proben in ihrem natürlichen Lösungszustand eingesetzt und wurde kürzlich auch auf in Wasser dispergierte nicht-biologische Materialien angewendet. Die Ausweitung der Technik auf organische Lösungsmittel hat sich jedoch als schwierig erwiesen, da herkömmliche Probenvorbereitungsmethoden für wässrige Systeme entwickelt wurden. Schnelle Verdunstung führt oft dazu, dass organische Lösungsmittelschichten austrocknen oder für die Beobachtung zu dick werden, was die reproduzierbare Herstellung von vitrifizierten Dünnschichten verhindert, die für die Kryo-TEM-Analyse geeignet sind.
Um diese Herausforderung zu bewältigen, entwickelte das Forschungsteam eine neue Probenvorbereitungstechnik namens „Gradient Blotting“. Anstatt das gesamte TEM-Gitter mit Filterpapier zu blotten, berührt die Methode nur die Hälfte des Gitters, wodurch eine allmähliche Variation der Dicke über das Gitter hinweg entsteht. Dieser Ansatz erzeugt konsistent Bereiche mit optimalen Schichtdicken von etwa 100–300 Nanometern für die Kryo-TEM-Beobachtung.
Diese Errungenschaft erweitert die Anwendbarkeit der Kryo-TEM über wasserbasierte Systeme hinaus und bietet ein neues Analysewerkzeug für die Untersuchung von Materialien unter realistischen Verarbeitungsbedingungen. Da organische Lösungsmittel in zahlreichen industriellen und funktionalen Materialien eine zentrale Rolle spielen, könnte die Methode die Entwicklung und Qualitätsbewertung von Farben, Tinten, Beschichtungen, Katalysatoren und Materialien zur Wirkstoffabgabe unterstützen.
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