Sächsischer Gründerpreis 2026: Oxaphil ist „Newcomer des Jahres“

Dresdner Start-up entwickelt Polyoxazoline als biokompatible PEG-Alternative für Pharma- und Kosmetikprodukte

24.06.2026

Die Ausgründung der Technischen Universität Dresden (TUD) Oxaphil ist mit dem Sächsischen Gründerpreis 2026 in der Kategorie „Newcomer des Jahres“ ausgezeichnet worden. Die Fachjury wählte das Team um Dr. Erik Wegener, David Bonnaire, Dr. Laura Fietzke und Leonardo Matassini aus insgesamt 116 Bewerbungen aus. An der Professur für Makromolekulare Chemie von Prof. Rainer Jordan entwickelten die Forschenden eine neuartige Klasse biokompatibler und synthetischer Polymere, die vor allem in der Biomedizin, Pharmazie und Materialwissenschaft ihren Einsatz finden sollen. Die Auszeichnung würdigt das innovative Gründungsvorhaben.

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Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (links), futureSAX Geschäftsführerin Susanne Stump (rechts) bei der Vergabe des Preises an das Team von Oxaphil: Dr. Laura Fietzke, Leonardo Matassini und Dr. Erik Wegener (v.l.n.r.)

Polyoxazoline (POx) sind eine neuartige Klasse biokompatibler und synthetischer Polymere. Sie sind physikalisch leistungsfähiger, chemisch vielseitiger und biologisch besser verträglich als bisher verwendete Stoffe, vor allem Polyethylenglykol (PEG). An der Professur für Makromolekulare Chemie von Prof. Rainer Jordan forschten Dr. Erik Wegener, David Bonnaire, Dr. Laura Fietzke und Leonardo Matassini über mehrere Jahre speziell an der Synthese von POx. Ihre Idee war eine neuartige Technologie, die POx als Lösungsvermittler für Pharma- und Kosmetikprodukte auf industriellen Maßstab ermöglicht. Die Löslichkeit und Stabilität von Inhaltsstoffen werden so verbessert und es entstehen leistungsfähigere Produkte.

Von der Idee zur Anwendung

Die Ergebnisse im Labor waren vielversprechend und so ist das Team Anfang 2025 mit einem EXIST Gründungstipendium gestartet. Mithilfe der Validierungsförderung des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Energie (SMWA) liefen bereits erste Anwendungstests gemeinsam mit Industriepartnern.

 „Durch die Skalierung der Technologie zur Herstellung dieser wertvollen Spezialpolymere können wir bereitgestellte Mengen steigern und Preise senken, während die Qualität der Stoffe gleichbleibt“, erklärt Dr. Erik Wegener, Geschäftsführer von Oxaphil. „Damit können wir Partnern aus verschiedenen Branchen biokompatible Polymere, mit auf die Kundenbedürfnisse angepassten Eigenschaften zur Verfügung stellen. Zukünftig werden wir diese erfolgreichen Technologien weiter ausbauen und mehr Anwendungsgebiete erschließen.“

Auf dem Weg von der Forschung zur Ausgründung wurde das Team durch das TUD|Excellence Center for Innovation, Transfer and Entrepreneurship (TUD|excite) und das Gründungsnetzwerk dresden|exists begleitet. Im LifeTechLab, dem Inkubationsprogramm für Ideen aus den Lebenswissenschaften, entstand ein erstes Geschäftsmodell. Zudem unterstützte das TUD|excite-Team die Gründerinnen und Gründer bei der Beantragung des EXIST-Gründungsstipendiums, beim IP-Transfer, durch Beratung und Coaching und unterstützte bei der Investorensuche.

Mit der Auszeichnung beim Sächsischen Gründerpreis erhält die junge Ausgründung nun zusätzliche Sichtbarkeit für ihren weiteren Wachstumskurs. Sie ist zudem erneuter Ausdruck der Innovations- und Transferstärke der TUD, die einen direkten Beitrag zur Wertschöpfung in Sachsen leistet.

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