EU-Projekt UNCOVER will CO₂ in zehn marktfähige Produkte verwandeln

19 Partner testen CO₂-Umwandlung im industriellen Maßstab

24.09.2026
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Symbolbild

Die Europäische Kommission fördert das Horizon Europe Projekt UNCOVER mit 7 Millionen Euro, mit dem Ziel Technologien zur CO₂-Umwandlung näher an den industriellen Einsatz und die Markteinführung zu bringen. Das Steinbeis Europa Zentrum leitet das Arbeitspaket zu Verwertung, Skalierung und Markteintritt und ist für die Verwaltung der Projektdaten zuständig.

Europas Klimaneutralität und Kreislaufwirtschaft voranbringen

Carbon Capture and Utilisation (CCU), die Abscheidung und Nutzung von Kohlenstoff, ist ein zentraler Baustein beim Übergang zur Klimaneutralität und zu einer stärker kreislauforientierten Wirtschaft in Europa. Indem das abgeschiedene CO₂ in nützliche Produkte umgewandelt wird, gelingt es die Abhängigkeit von fossilen und ressourcenintensiven Rohstoffen zu verringern. Dies reduziert zugleich entsprechende Importe und stärkt die Energiesouveränität Europas. Die breite Einführung von CCU-Technologien wird jedoch aktuell noch durch den hohen Energiebedarf, Technologiekosten, den Einsatz neuer kritischer Rohstoffe, die begrenzte technologische Reife einiger Umwandlungswege sowie eine unzureichende Integration entlang der CCU- Wertschöpfungskette eingeschränkt.

Das EU-Projekt UNCOVER geht diese Herausforderungen an, indem es zeigt, wie CO₂-Umwandlungstechnologien skaliert und zugleich nachhaltiger und wirtschaftlich tragfähiger gestaltet werden können. Das Projekt arbeitet mit CO₂-Emissionen aus drei repräsentativen europäischen Industrien: einer Biogasaufbereitungsanlage in einem Abfallwirtschaftsbetrieb, einem Biomassekessel in einem holzverarbeitenden Betrieb und einem Klinkerofen in einem Zementwerk.

Von CO₂-Emissionen zu zehn marktfähigen Produkten

Das im September 2026 gestartete vierjährige Projekt bringt 19 Partner aus acht europäischen Ländern zusammen, um sechs Technologien zur CO₂-Umwandlung (CO₂ Conversion Technologies - CCTs) und eine sekundäre Umwandlungstechnologie (Secondary Conversion Technology - SCT) vorzuführen. Mit den Technologien sollen zehn verschiedene Produkte aus CO₂ gebildet werden, darunter drei verschiedene Pigmente, Mikroalgenbiomasse, Biomethanol, Bioformaldehyd, mikrobielles Protein, Polyhydroxybutyrat und Carbonat-basierte Zementstoffe.

Diese Produkte werden für Anwendungen in den Bereichen Chemie, Kraftstoffe und Bauwesen validiert, mit dem Ziel, ihr Potenzial als Ersatz für fossile und ressourcenintensive Alternativen nachzuweisen. UNCOVER wird die Technologien und Produkte mit Hilfe integrierter Lebenszyklusanalysen (LCA) und techno- ökonomischer Analysen (TEA) bewerten und belastbare Erkenntnisse zu Umweltleistung, Energiebedarf, Kosten und Skalierbarkeit liefern.

„UNCOVER soll zeigen, dass CO₂ als Rohstoff genutzt werden kann, um biologisch abbaubare Kunststoffe, Harze für Holzwerkstoffplatten, kohlenstoffarme Kraftstoffe und zementbasierte Materialien herzustellen, die hinsichtlich Kosten, Leistung und Nachhaltigkeit mit fossilen Alternativen konkurrieren können. Durch die Demonstration von sieben CCU-Routen im industriellen Maßstab an drei realen industriellen Emissionsquellen schaffen wir die Evidenzbasis, die die europäische Industrie benötigt, um die CO₂-Nutzung zu skalieren und die industrielle Dekarbonisierung zu beschleunigen“, sagt Pablo González, UNCOVER-Projektkoordinator, vom Instituto Tecnológico de Aragón, Spanien (ITA).

Von der Demonstration zur industriellen Umsetzung

Der Anspruch von UNCOVER reicht über die vierjährige Projektlaufzeit hinaus. Bis 2032 soll das Projekt die Einführung von drei großskaligen CCTs unterstützen, wobei drei bis fünf CO₂-basierte Produkte beginnen sollen, fossile und ressourcenintensive Rohstoffe zu ersetzen.

Mit Blick auf die Zeit danach schätzt die Projektpartner, dass bis 2040 insgesamt 31 UNCOVER-CCTs eingesetzt werden könnten, die rund 0,1 Mt CO₂ abscheiden und schätzungsweise 150 neue Arbeitsplätze sowie 180 Millionen Euro Gewinn für CCT-Entwickler schaffen. Bis 2050 könnte die breitere Einführung der UNCOVER-Technologien dazu beitragen, europaweit bis zu 250 Mt CO₂ abzuscheiden, davon 1,6 Mt durch UNCOVER-Technologien, und zugleich Europas Abhängigkeit von importierten fossilen Ressourcen, um bis zu 10 % zu verringern.

Ein multidisziplinäres europäisches Konsortium

Unter der Leitung des Instituto Tecnológico de Aragón (ITA) und mit der University of Valladolid (UVA) als technischem Koordinator, vereint das Konsortium komplementäre Expertise und Fachwissen entlang der gesamten Innovationskette.

Das Steinbeis Europa Zentrum hat bei der Antragstellung mitgewirkt und bei der Ermittlung der wichtigsten Kennzahlen für den Teil „Impact“ geholfen und eine vorläufige Strategie für die Markteinführung der UNCOVER-Lösungen entwickelt. Als Projektpartner leitet es nun das Arbeitspaket zu Verwertung, Skalierung und Markteintritt und ist für die Verwaltung der Projektdaten zuständig.

UNCOVER wird von einem multidisziplinären Konsortium umgesetzt, dem sechs große Industrieunternehmen, fünf KMU, drei Forschungs- und Technologieorganisationen, vier Universitäten und ein Branchenverband angehören, darunter:

  • Urbaser S.A. (URB), Sonae Arauco España-Soluciones de Madera S.L. (SON), Holcim Polska S.A. (HOL), Allmicroalgae Natural Products S.A. (ALM), Viscofan España S.L. (VIS) und Ercros S.A. (ERC);
  • Energo S.A.S. (ENE), Syspro Automation S.L. (SYS), Biotrend – Inovação e Engenharia em Biotecnologia S.A. (BIO), Chimar (Hellas) A.E. (CHI) und Steinbeis Innovation gGmbH (SIG);
  • Associação Oceano Verde – Laboratório Colaborativo para o Desenvolvimento de Tecnologias e Produtos Verdes do Oceano (GCL) und Holcim Innovation Center SAS (HIC);
  • University of Zaragoza (UZ), Imperial College London (IC) und Silesian University of Technology (SUT);
  • CO₂ Value Europe (CVE)

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