23.05.2011 - European Patent Office (EPO) / Europäisches Patentamt (EPA)

Europäischer Erfinderpreis 2011 verliehen

Der Europäische Erfinderpreis 2011 geht an Pioniere auf den Gebieten Medizinforschung, Implantologie, saubere Energie, Bauwesen und Wasseraufbereitung

Die Erfindungen der Preisträger reichen von vielversprechenden Methoden zur Diagnose der Alzheimer-Krankheit und moderner Implantologie über hochsta­bilen Beton und effiziente Biomasseöfen bis hin zur Wasseraufbereitung mit UV-Licht und decken damit ein breites Spektrum technologischer Pionierleistungen ab, die von der Innovationskraft Europas zeugen. Diese herausragenden Erfinder wurden vom Europäischen Patentamt (EPA) in Zusammenarbeit mit der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft und der Europäischen Kommission mit Europas angesehenstem Innovationspreis gewürdigt. Die Preisverleihung in fünf Kategorien fand in der Akademie der Wissenschaften in Budapest statt.

Die Preisträger im Einzelnen

Lebenswerk: Per-Ingvar Brånemark (Schweden).

Brånemark ist der Pionier der Osseointegration, einer heute nicht mehr wegzudenkenden medizinischen Technik auf der Basis von Titanimplan­taten, die eine stabile Verbindung zwischen Implantat und Knochen schafft. Sie ist inzwischen das Standardverfahren der Zahnimplantologie und findet breite Anwendung in der wiederherstellenden Chirurgie. Millionen Menschen auf der ganzen Welt kam Brånemarks bahn­brechendes Verfahren bereits zugute.

Industrie: Ann Lambrechts, Bekaert (Belgien)

Lambrechts' Erfindung hat durch eine Steigerung der Biegefestigkeit von bewehrten Betonkonstruktionen eine Fülle von neuen architektonischen Möglichkeiten eröffnet. Die von ihr entwickelten Stahlfaserelemente erhöhen beträchtlich die Biegezugfestigkeit von Beton, verkürzen die Bauzeit und haben neue spektakuläre Bauwerke wie den Gotthardtunnel ermöglicht.

KMU: Jens Dall Bentzen, Dall Energy Aps (Dänemark)

Dall Bentzens Spezialofen mit geringem Schadstoff- und Partikelausstoß verwertet Biobrennstoffe mit bis zu 60 % Restfeuchtigkeit und ist deshalb für die umweltneutrale, hocheffiziente und kostengünstige Energiege­winnung aus Biomasse in Fabriken und Produktionsstätten ideal geeignet.

Forschung: Christine Van Broeckhoven, Vlaams Interuniversitair Instituut voor Biotechnologie (Belgien)

Van Broeckhovens innovatives Verfahren zur Identifikation der Krank­heitsgene bei Alzheimer-Patienten ist wegweisend für die Entwicklung moderner Arzneimittel und Therapien im Kampf gegen Alzheimer. Jedes der von ihr identifizierten Gene und Proteine dient als potenzieller Angriffspunkt für Forscher, die Behandlungen für neurodegenerative Erkrankungen entwickeln.

Außereuropäische Staaten: Ashok Gadgil und Vikas Garud, University of California/Lawrence Berkeley National Laboratory, WaterHealth International (USA/Indien)

Das UV-Entkeimungsgerät von Gadgil und Garud kann unter Aus­nutzung der Schwerkraft und mithilfe einer ausgeklügelten Hydraulik für eine gleichmäßige Wasserzufuhr mit einer 40-Watt-UV-Lampe 1 000 Liter Wasser pro Stunde entkeimen. Das Wasseraufbereitungsgerät wurde bereits weltweit in mehr als zehn Ländern installiert und versorgt über zwei Millionen Menschen mit sauberem Wasser.

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