BASF legt bei operativem Quartalsgewinn deutlich zu
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Ludwigshafen (dpa) - Die BASF erwartet einem Zeitungsbericht zufolge ein deutliches Plus beim operativen Gewinn. Das Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen werde im dritten Quartal im Jahresvergleich um 272 Millionen Euro auf 600 Millionen Euro steigen, berichtet die Ludwigshafener Tageszeitung «Die Rheinpfalz» (Freitagausgabe) unter Berufung auf Unternehmenskreise.
Für das Gesamtjahr dürfte der operative Gewinn den Informationen zufolge bei 2,8 Milliarden Euro (2001: 2,29 Mrd Euro) liegen, schrieb das Blatt. Ein BASF-Sprecher wollte die Angaben der «Rheinpfalz» nicht kommentieren und verwies auf die Pressekonferenz am 14. November.
Nach Informationen der «Rheinpfalz» profitierte die BASF im dritten Quartal vor allem von einer «außerordentlich starken» Entwicklung des Chemikaliengeschäftes. Das übliche Sommerloch im Chemiegeschäft sei kaum zu spüren gewesen. Damit hebe sich die BASF deutlich von der schwachen Branchenkonjunktur ab. Im Pflanzenschutzgeschäft sei hingegen ein Rückgang zu verzeichnen, für den das schwache US-Geschäft verantwortlich sei.
Das Ergebnis des dritten Quartals wird laut BASF wegen der Beilegung des Vitamin-Streits mit direkten und indirekten Kunden in den USA mit 100 Millionen Euro belastet. Diese Summe falle laut BASF unter anderem für Vergleiche an, mit denen alle noch anhängigen Schadenersatzklagen dieser Kunden beendet würden. Zudem würden damit noch anhängige Klagen indirekter Kunden in den USA reguliert.
Die BASF hatte wegen illegaler Preisabsprachen bei Vitaminen in den USA bereits rund 211 Millionen Euro Buße zahlen müssen und wurde auch von der EU zur Zahlung von 296 Millionen Euro verpflichtet. Insgesamt sei für die BASF im Zusammenhang mit dem Vitaminkartell bislang ein Betrag von mehr als einer Milliarde Euro angefallen, sagte ein Sprecher. Eine genaue Zahl nenne die BASF aber nicht.
Der BASF und anderen Vitaminherstellern war 1999 vorgeworfen worden, sie hätten die Preise seit 1988 gezielt in die Höhe getrieben. Mit der Annahme der Buße in den USA vermieden die Konzerne ein Strafverfahren wegen weltweiter Preisabsprachen bei Vitaminen. Gegen die im November 2001 von der EU erhobene Buße hat die BASF allerdings Klage beim Europäischen Gerichtshof eingereicht, weil das Unternehmen die Strafe für unangemessen hoch hält.