Merck vermeldet trotz Gegenwind organisches Wachstum

Prognose für 2025 erfüllt, Fundament für Wachstum gelegt

06.03.2026
Merck KGaA

Merck hat seine Prognose für das Geschäftsjahr 2025 erfüllt und ist trotz erheblichen Gegenwinds organisch gewachsen. Dazu trugen maßgeblich Process Solutions im Unternehmensbereich Life Science, die Geschäftseinheit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen & Endokrinologie (CM&E) in Healthcare sowie das Geschäft Semiconductor Materials in Electronics bei.

„Wir haben 2025 erneut unsere Widerstandsfähigkeit unter Beweis gestellt – trotz erheblicher geopolitischer Herausforderungen und starker Währungsgegenwinde. Unsere konsequente, disziplinierte wirtschaftliche Leistung und unsere klare strategische Ausrichtung der letzten fünf Jahre haben sich ausgezahlt: Wir sind größer, profitabler, effizienter, flexibler und haben weniger Schulden. Ich bin sehr stolz darauf, wo wir heute stehen“, sagte Belén Garijo, Vorsitzende der Geschäftsleitung und CEO von Merck. „Als diversifiziertes globales Unternehmen mit einem robusten Portfolio und zentralen Wachstumstreibern in Process Solutions, Seltene Erkrankungen und Semiconductor Solutions sind wir gut aufgestellt für das kommende Jahrzehnt, in dem ein neues Kapitel für Merck beginnt.“

Geschäftsentwicklung 2025

Im Berichtsjahr erzielte Merck ein organisches Umsatzplus von 3,1 % im Vergleich zum Vorjahr. Die berichteten Umsatzerlöse gingen um 0,3 % auf 21,1 Mrd. € zurück. Grund waren vor allem negative Währungseffekte von –3,7 % durch den US-Dollar sowie verschiedene asiatische Währungen. Portfolioeffekte, insbesondere die Akquisition von SpringWorks und der Verkauf der Geschäftseinheit Surface Solutions, hatten insgesamt einen positiven Einfluss von 0,4 %. Im 4. Quartal 2025 legten die Umsatzerlöse des Konzerns organisch um 2,6 % zu, die berichteten Umsatzerlöse blieben jedoch 3,1 % hinter dem Wert des Vorjahresquartals zurück.

Das EBITDA pre des Unternehmens stieg im Gesamtjahr organisch um 5,6 % auf 6,1 Mrd. €. Währungseffekte lagen bei –5,0 %, während sich die Portfolioeffekte gegenseitig aufhoben und insgesamt bei 0,0 % lagen. Die EBITDA-pre-Marge verbesserte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 28,9 %. Im 4. Quartal 2025 ging das berichtete EBITDA pre um 3,2 % zurück, wuchs organisch jedoch um 3,1 %.

Das Ergebnis je Aktie pre lag im Geschäftsjahr 2025 bei 8,34 € (2024: 8,63 €). Die Geschäftsleitung und der Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 24. April 2026 eine Dividende in unveränderter Höhe zum Vorjahr von 2,20 € je Aktie vorschlagen. Dies wäre das 15. Jahr in Folge mit einer steigenden oder gleichbleibenden Dividende.

Merck hat mit der US-Regierung vereinbart, den Zugang zu seinen In-Vitro-Fertilisationsbehandlungen in den USA zu erweitern. Außerdem ist Merck dabei, für Pergoveris die beschleunigte Prüfung im Rahmen des „Commissioner's National Priority Voucher“-Programms der US-Arzneimittelbehörde FDA zu beantragen. Mit dem US-Handelsministerium hat das Unternehmen eine Vereinbarung getroffen, wonach es von Zöllen auf pharmazeutische Produkte gemäß Section 232 befreit wird. Zudem hat sich Merck verpflichtet, weiter in den USA zu investieren.

Ausblick Geschäftsjahr 2026

Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Merck einen Konzernumsatz zwischen 20,0 Mrd. € und 21,1 Mrd. € sowie ein EBITDA pre zwischen 5,5 Mrd. € und 6,0 Mrd. €. Dies entspricht einer organischen Umsatzentwicklung von –1 % bis +2 % und einer organischen Entwicklung des EBITDA pre von –4 % bis +1 %. Es wird erwartet, dass Währungseffekte die Umsatzerlöse mit −4 % bis −2 % und das EBITDA pre mit −7 % bis −3 % beeinflussen. Insgesamt entspricht das einem erwarteten Ergebnis je Aktie pre (EPS pre) von 7,10 bis 8,00 €. Dieser Prognose unterliegt die Annahme, dass in den USA ab März 2026 aufgrund des Generikawettbewerbs keine Umsätze mit Mavenclad mehr erzielt werden. Darüber hinaus berücksichtigt sie keine positiven Effekte aus einer möglichen US‑Marktzulassung von Pergoveris.

Life Science: Process Solutions treibt Rückkehr zum Wachstum an

Während des Geschäftsjahres 2025 war Process Solutions der Wachstumstreiber im Unternehmensbereich Life Science. Die Geschäftseinheit verbuchte vier Quartale in Folge ein organisches Umsatzwachstum von rund 10 %. Life Science erzielte Umsatzerlöse von 9,0 Mrd. €. Das organische Wachstum von 4,0 % und Portfolioeffekte von 0,1 % wurden durch negative Währungseffekte von –3,4 % gedämpft.

Das EBITDA pre blieb mit 2,6 Mrd. € ungefähr gleich. Dem organischen Wachstum von 3,9 % standen negative Währungseffekte von –4,3 % gegenüber.

Die Geschäftseinheit Process Solutions konnte über das gesamte Portfolio hinweg und in allen Regionen organisch Zuwächse verzeichnen. Sie bietet Lösungen für die gesamte Wertschöpfungskette der Arzneimittelherstellung. Die Nachfrage nach Bioprozesslösungen und neuartigen Therapiemodalitäten wie Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten unterstützte das Wachstum. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Umsatzerlöse von Process Solutions organisch um 10,7 % auf 3,8 Mrd. €. Ausschlaggebend hierfür waren vor allem die gestiegene Nachfrage im Zusammenhang mit neuen Kundenprojekten sowie eine Normalisierung des Markts. Die Geschäftseinheit verzeichnet eine anhaltend starke Auftragslage: Das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz (Book-to-Bill-Ratio) liegt weiterhin komfortabel über 1. Process Solutions ist strategisch gut aufgestellt, um von der Marktdynamik und den Chancen durch die zunehmende Ausrichtung der Industrie auf Biologika zu profitieren.

Die Geschäftseinheit Science & Lab Solutions verzeichnete ein organisches Wachstum von 0,3 % und positive Portfolioeffekte von 0,2 %. Währungseffekte beeinträchtigten die Umsatzentwicklung mit –3,4 %. In Summe ergaben sich daraus Umsatzerlöse von 4,5 Mrd. €. Das Angebot der Geschäftseinheit umfasst Produkte und Dienstleistungen für die pharmazeutische, biotechnologische und akademische Forschung. Im Jahresverlauf wirkten sich Änderungen der US‑Politik und ein lang andauernder US‑Government‑Shutdown auf die Ausgaben von Hochschul‑ und staatlichen Laboren aus. Hinzu kamen anhaltende Herausforderungen im Marktumfeld, insbesondere in China. Zudem stagnierte die Frühphasenfinanzierung für Biotech‑Startups. Das führte zu einer geringeren Nachfrage nach Laborprodukten.

In der Geschäftseinheit Life Science Services wirkten sich nicht wiederkehrende Projekte aus dem Vorjahr auf die Umsatzerlöse aus. Diese beliefen sich im Jahr 2025 insgesamt auf 659 Mio. €.

Mit Wirkung vom 1. Januar 2026 hat Life Science eine Umstrukturierung seiner Geschäftseinheiten vorgenommen. Ziel ist es, die Vermarktungsstrategien noch stärker an konkreten Kundenerfahrungen auszurichten.

Healthcare: Geschäftseinheit Seltene Erkrankungen legt Grundlage für zukünftiges Wachstum

Healthcare verzeichnete in allen Geschäftseinheiten ein solides Jahr. Die Umsatzerlöse des Unternehmensbereichs legten im Berichtsjahr organisch um 3,7 % auf 8,6 Mrd. € zu. Portfolioeffekte aus der Akquisition von SpringWorks trugen 2,2 % zum Umsatzwachstum bei. Dieser positiven Entwicklung standen negative Währungseffekte von –4,1 % gegenüber.

Das EBITDA pre wuchs organisch um 11,5 %. Dem gegenüber standen Währungseffekte von –8,5 % und ein geringfügiger Portfolioeffekt von –0,1 %. Insgesamt stieg das EBITDA pre auf 3,1 Mrd. €.

Die neu geschaffene Geschäftseinheit Seltene Erkrankungen trug seit dem 3. Quartal 2025 wesentlich zum Ergebnis bei, was sich in dem Portfolioeffekt zeigt. Sie umfasst die Umsatzerlöse von Ogsiveo zur Behandlung fortschreitender Desmoidtumore sowie von Gomekli/Ezmekly zur Behandlung von plexiformen Neurofibromen bei Neurofibromatose Typ 1. Merck erlangte die weltweiten Rechte an diesen Arzneimitteln im Anschluss an die Akquisition von SpringWorks. Ein weiteres Produkt im Portfolio der Geschäftseinheit ist Pimicotinib, eine systemische Therapie für Patienten mit tenosynovialem Riesenzelltumor. Das Unternehmen rechnet damit, dass die Geschäftseinheit Seltene Erkrankungen über das Jahr 2026 hinweg zum organischen Umsatzwachstum beitragen wird.

Den größten Umsatzbeitrag im Unternehmensbereich Healthcare leistete die Geschäftseinheit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen & Endokrinologie (CM&E) mit allen ihren Therapiegebieten. Gegenüber dem Vorjahr erzielte sie ein organisches Umsatzplus von 7,3 %. Das Portfolio umfasst das Diabetesmedikament Glucophage, den Betablocker Concor, das Schilddrüsenpräparat Euthyrox sowie Saizen, welches vor allem bei der Behandlung von Wachstumshormonstörungen eingesetzt wird.

Die Umsatzerlöse der Geschäftseinheit Neurologie & Immunologie (N&I) legten im Jahresvergleich organisch um 1,9 % zu. Das Medikament Mavenclad zur Behandlung schubförmiger Multipler Sklerose (MS) erzielte Umsatzerlöse in Höhe von 1,2 Mrd. €. Das entspricht einem organischen Plus von 16,6 %. Getragen wurde das Wachstum insbesondere durch eine steigende Nachfrage in Nordamerika und Europa. Rebif, eine weitere Therapie für schubförmige MS, verzeichnete – wie erwartet – einen organischen Umsatzrückgang von 23,0 %.

Die Geschäftseinheit Onkologie verbuchte einen organischen Umsatzzuwachs von 0,3 %. Erbitux erzielte ein organisches Umsatzwachstum von 6,6 % trotz eines herausfordernden Wettbewerbsumfelds in China. Das Medikament wird bei der Behandlung von metastasiertem Kolorektalkarzinom und Kopf-Hals-Tumoren angewendet. Bavencio, eine Therapie für lokal fortgeschrittenes oder metastasiertes Urothelkarzinom, verzeichnete aufgrund des starken Wettbewerbs einen organischen Umsatzrückgang in Höhe von 13,8 %.

Die Umsatzerlöse der Geschäftseinheit Fertilität beliefen sich bei einem organischen Wachstum von 0,4 % im Geschäftsjahr 2025 in etwa auf Vorjahresniveau. Der Umsatz von Gonal-f, einem follikelstimulierenden Hormon zur Behandlung von Unfruchtbarkeit, ging organisch um 6,7 % zurück. Pergoveris, das zur Stimulation der Follikelreifung bei Frauen indiziert ist, erzielte ein organisches Umsatzplus von 22,6 % über alle Regionen hinweg.

Electronics: Semiconductor Materials liefert anhaltende Wachstumsdynamik

Der Boom im Bereich künstlicher Intelligenz (KI) bescherte dem Unternehmensbereich Electronics eine unverändert starke Nachfrage. Semiconductor Materials war der Wachstumsmotor von Electronics. Das Geschäft verbuchte im Berichtsjahr organische Umsatzzuwächse im hohen einstelligen Bereich. Es legte acht Quartale in Folge gegenüber dem jeweiligen Vorjahreszeitraum stark zu. Das Geschäft Delivery Systems & Services (DS&S) musste durch anhaltende Verzögerungen bei großen Kundenprojekten einen deutlichen organischen Umsatzrückgang hinnehmen. Dies war der Hauptgrund dafür, dass die Umsatzerlöse von Electronics im Geschäftsjahr 2025 organisch um –0,6 % zurückgingen. Der Verkauf von Surface Solutions führte trotz eines positiven Beitrags aus der Akquisition von Unity-SC zu einem Portfolioeffekt von –3,2 %. Hinzu kamen negative Währungseffekte von –3,3 %. Insgesamt gingen die Umsatzerlöse auf 3,5 Mrd. € zurück.

Das EBITDA pre verringerte sich im Jahresvergleich um 14,1 % auf 833 Mio. €. Einmaleffekte im 2. Quartal 2025 und die geringeren Umsätze von DS&S waren stärker als das Wachstum von Semiconductor Materials. Organisch gingen die Umsätze um 9,0 % zurück. Außerdem hatten Währungseffekte von –4,4 % sowie Portfolioeffekte von –0,7 % einen negativen Einfluss.

Semiconductor Solutions erzielte Umsatzerlöse von 2,5 Mrd. €. Das entspricht organisch –1,4 %. Die Umsatzerlöse von Semiconductor Materials legten organisch stark zu. Ausschlaggebend hierfür war die Nachfrage nach hochwertigen Materialien, die für KI-Chip-Systeme und sogenannte Advanced Nodes benötigt werden. Advanced Nodes sind die neuesten Halbleiterfertigungsprozesse, die kleinere Strukturgrößen und leistungsstärkere Chips ermöglichen. DS&S verzeichnete einen Umsatzrückgang im zweistelligen Prozentbereich. Merck geht davon aus, dass sich das Geschäft im Jahr 2026 stabilisieren und mittelfristig wieder auf Wachstumskurs zurückkehren wird.

Optronics erzielte Umsatzerlöse von 772 Mio. €. Die Geschäftseinheit umfasst die Geschäfte mit Flüssigkristallen, Fotolacken für Displayanwendungen, OLED-Materialien sowie Mess- und Prüfgeräten für die Herstellung von Halbleitern und optoelektronischen Komponenten. Das Plus von insgesamt 3,2 % resultierte aus einem organischen Wachstum von 0,6 % und Portfolioeffekten von 5,8 % durch die Übernahme von Unity-SC.

Durch den Ende Juli 2025 abgeschlossenen Verkauf von Surface Solutions hat sich Electronics zu einem reinen Anbieter für die Elektronikindustrie weiterentwickelt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Halbleitermarkt.

Merck bringt Wissenschaft und Technologie voran

Merck hat seine wissenschaftlichen und technologischen Ambitionen deutlich vorangetrieben. Im Unternehmensbereich Life Science hat das Unternehmen mit der Akquisition von HUB Organoids seine Position bei zukunftsweisenden Technologien auf dem Gebiet der Biologie weiter gefestigt. Organoide sind eine wichtige Ressource für Forschende. Dabei handelt es sich um zellbasierte dreidimensionale Miniaturmodelle menschlicher Organe. Durch sie lassen sich frühzeitigere und aussagekräftigere Erkenntnisse gewinnen. Das wiederum ermöglicht fundiertere Entscheidungen während der gesamten Arzneimittelentwicklung. Parallel hierzu hat die Partnerschaft mit imec das Entwickeln von Mikrofluidiksystemen zum Ziel, die die Funktionen menschlicher Organe anhand lebender Zellen simulieren. Die Expertise von Merck auf dem Gebiet von Zellen und Organen in Kombination mit der fortschrittlichen Sensortechnologie von imec liefert Wissenschaftlern wertvolle Erkenntnisse über die Reaktionen von Zellen auf Medikamente. Merck hat außerdem 500 Mio. € in die Megasite von Semiconductor Solutions in Kaohsiung, Taiwan, investiert. Der Standort ist auf Halbleitermaterialien und insbesondere die Dünnschichttechnologie spezialisiert. Mit dieser Technologie können Materialien auf atomarer Ebene abgeschieden und entfernt werden. Das ermöglicht mehr Schichten, eine höhere Komplexität und somit neue Chip-Architekturen, die für moderne Halbleiter unerlässlich sind.

Auch in Sachen Nachhaltigkeit hat Merck Fortschritte gemacht. Das Unternehmen hat sich verpflichtet, seine absoluten direkten (Scope 1) und indirekten (Scope 2) Treibhausgasemissionen bis 2030 um 50 % zu senken. Dieses selbst gesteckte Klimaziel hat Merck bereits übertroffen: Ende 2025 – und damit bereits fünf Jahre früher – hat das Unternehmen seine Emissionen gegenüber dem Bezugsjahr 2020 bereits um 60 % reduziert. Dies ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Ziel, bis 2040 klimaneutral zu sein.

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