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Dimethyltryptamin



Strukturformel
Allgemeines
Name Dimethyltryptamin
Andere Namen
  • N,N-Dimethyltryptamin
  • 2-(1H-indol-3-yl)-N,N-dimethylethanamin
Summenformel C12H16N2
CAS-Nummer 61-50-7
Eigenschaften
Molare Masse 188,27 g·mol–3
Aggregatzustand fest
Schmelzpunkt 44.6-46.8°C
Siedepunkt 60-80°C
Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung

R- und S-Sätze R: ?
S: ?
LD50

32 mg/kg (Maus)

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

N,N-Dimethyltryptamin, kurz DMT, ist ein halluzinogenes Tryptamin-Alkaloid, welches sich in etlichen Pflanzen sowie in den Hautdrüsensekreten der Aga-Kröte findet. In hohen Dosen geraucht oder injiziert, ist es eines der stärksten bekannten Halluzinogene bzw. Entheogene. Eine Wirkung bei peroraler Aufnahme wird nur erreicht bei gleichzeitiger bzw. vorheriger Einnahme von Monoaminooxidase-Hemmern (kurz MAOH oder MAOI), da DMT sehr rasch (First-Pass-Effekt) vom körpereigenen Enzym Monoaminooxidase abgebaut wird.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

MAO-Hemmung

Eine zum Zwecke der Berauschung gebräuchliche Quelle von MAO-Inhibitoren bieten z.B. die Samen der Steppenraute (Peganum harmala), welche MAO-hemmende Stoffe beinhalten (z.B. Harmalin). Abhängig von der Art und Anwendungsdauer von MAO-Hemmern müssen mehr oder weniger strenge Diätvorschriften beachtet werden, da Teile des Stoffwechsels vorübergehend außer Kraft gesetzt werden und dadurch der Konsum bestimmter Lebensmittel (Wein, Käse, Bananen etc.) sowie die Kombination mit bestimmten anderen Substanzen, einschließlich bestimmter Medikamente, tödlich sein kann.

Wirkungen

Konsumenten der Droge DMT berichten unter anderem von Reisen zu anderen Planeten, mystischen Gotteserfahrungen und außerkörperlichen Erfahrungen. Halluzinogene DMT-Dosen rufen in aller Regel starke Reaktionen hervor, so kann es auch zu traumatisierenden Angstzuständen kommen. DMT wirkt intensiv auf den visuellen Cortex des Gehirns ein und führt zu einer ausgeprägten Veränderung des visuellen Erlebens. Der Konsument bleibt sich in der Regel der Tatsache bewusst, dass er berauscht ist, und unterliegt im strengsten Sinn keinen halluzinierten Sinnestäuschungen, sondern extremen Formen von Pseudohalluzinationen. Höhere Dosierungen führen teils zum Erleben anderer Wirklichkeitsdimensionen, die durchaus als real existent erfahren werden. Bei oraler Einnahme, kombiniert mit MAO-Hemmern, stellt sich meist starkes Erbrechen ein, teils begleitet von Durchfall.

Gesundheitliche Risiken

Wie bei allen psychoaktiven Substanzen sind psychische Schäden wie Traumatisierung oder das Auslösen von latenten psychischen Störungen nicht auszuschließen. Physiologisch ist die Substanz als unbedenklich einzustufen.

Endogenes DMT – Stoff der Träume?

Ob DMT endogen in der Zirbeldrüse gebildet und ausgeschüttet wird und eine wesentliche Rolle bei der Erzeugung von Träumen und Nahtoderfahrungen spielt, ist Gegenstand von Spekulationen (R. Strassman). Es bestehen viele Parallelen, wie das "Über dem Körper schweben", eine gesteigerte Selbstreflexion (das ganze Leben nochmal erleben) und eine veränderte visuelle Wahrnehmung. Beweise dafür, dass diese Annahmen mit den tatsächlichen Gegebenheiten übereinstimmen, existieren nicht.

Pharmakologie

DMT wirkt als Voll-Agonist am 5-HT2A-Rezeptor. Im Gegensatz zu typ-verwandten Halluzinogenen wie LSD, Psilocin und Meskalin bildet DMT keine Toleranz aus, der Grund dafür ist unklar. Dies wäre jedoch ein weiteres Indiz dafür, dass es als endogener Neurotransmitter eine wichtige Rolle spielt und aus diesem Grund auch nicht zur Ausbildung einer Toleranz führt.

Vorkommen

DMT ist der Hauptwirkstoff von Ayahuasca, einem kultisch verwendeten Gebräu indigener Kulturen Südamerikas. Ayahuasca besteht aus einer DMT-Quelle (meist Psychotria viridis) sowie MAOH-haltigen Zutaten (meist Banisteriopsis caapi, eine Lianenart).

Weitere Pflanzen, in denen DMT enthalten ist, sind Psychotria viridis, Phalaris arundinacea (Rohrglanzgras) und andere Unterarten sowie viele Arten der Gattung Acacia.

Rechtsstatus in Deutschland

DMT ist in der Bundesrepublik Deutschland aufgrund seiner Aufführung in der Anlage 1 BtMG ein nicht verkehrsfähiges Betäubungsmittel. Der Umgang ohne Erlaubnis ist grundsätzlich strafbar. Weitere Informationen sind im Hauptartikel Betäubungsmittelrecht in Deutschland zu finden.

Literatur

  • Rick Strassman: "DMT, Das Molekül des Bewusstseins" (ISBN 3855029679 / ISBN 0892819278 [englisch])
  • Bert Marco Schuldes: "Psychoaktive Pflanzen", Nachtschatten Verlag, ISBN 3-9258-1764-6
  • Jonathan Ott: "Ayahuasca Analoge" (ISBN 3-930442-08-6)
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Dimethyltryptamin aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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