24.08.2009 - Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

TU Berlin baut hochmodernes Gebäude für Elektronenmikroskopie

Die TU Berlin baut eigens für die Anschaffung eines hochmodernen Transmissionselektronenmikroskops ein neues Gebäude.

Das neue Elektronenmikroskopie-Gebäude wird höchsten technischen Standards genügen, die für die Installation eines hochsensiblen wissenschaftlichen Instrumentes wie einem Transmissionselektronenmikroskop erforderlich sind. Verantwortlich für den Bau ist das Gebäude- und Dienstemanagement der TU Berlin unter Leitung von Hans-Joachim Rieseberg. Im späten Frühjahr nächsten Jahres soll das Gebäude eingeweiht werden.

Damit ein solches Hightech-Instrument exakt arbeiten kann, müssen elektromagnetische Streufelder, mechanische Vibrationen, akustische Störungen und Temperaturschwankungen so gering wie möglich sein. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, wird unter anderem ein Haus-im-Haus-Prinzip umgesetzt. Das heißt: Das Mikroskop wird in einem Haus mit einem eigenen Fundament stehen. Dieses Kernhaus wird von einem zweiten Haus, das die übrigen Räume beherbergt, umschlossen.

Die Konzeption der Haustechnik ermöglicht es, dass die Temperatur in den Mikroskopräumen innerhalb einer halben Stunde nur um 0,1 Grad Celsius schwankt. Die Dächer werden begrünt und dienen als Klimapuffer. Die Klimaanlagen sind so ausgelegt, dass sie keine Geräusche produzieren. Um elektromagnetische Streufelder zu vermeiden, wurde bei der Standortwahl darauf geachtet, dass das Gebäude nicht in unmittelbarer Nähe steht von Wasser- und Fernheizungsleitungen, Geräten mit hohem Stromverbrauch und Stromleitungen. Um mechanische Vibrationen zu minimieren, wurde der Boden mittels 122 bis zu zehn Meter tiefen Pfählen verfestigt. Das Kernhaus wird auf einer ein Meter dicken Stahlbetonplatte errichtet. Damit sollen unter anderem Vibrationen des Straßenverkehrs der S- und U-Bahn sowie der Deutschen Bahn am Bahnhof Zoologischer Garten stark reduziert werden.

Zusammen mit der niederländischen Firma FEI entwickelt Prof. Dr. Michael Lehman, Leiter des Fachgebietes Elektronenmikroskopie und -holographie am Institut für Optik und Atomare Physik, ein speziell angepasstes Transmissionselektronenmikroskop "Titan 80-300 Berlin Holography Special". Die Mittel dafür wurden über einen Großgeräteantrag bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingeworben. Das Mikroskop wird anteilig von der DFG und der TU Berlin finanziert. Das Besondere dieses Transmissionselektronenmikroskops ist, dass es für die Methode der Elektronenholographie elektronenoptisch optimiert und damit weltweit einzigartig ist. Michael Lehmanns Spezialgebiet ist die Elektronenholographie, eine physikalische Mess- und Auswertemethode, bei der nicht nur ein Teil der Informationen aufgezeichnet, sondern die vollständige Information der Elektronenwelle in einem Elektronenhologramm gespeichert wird. Damit werden die Analysemöglichkeiten eines Transmissionselektronenmikroskops erheblich erweitert. Das Mikroskop wird dann u.a. für die wissenschaftlichen Untersuchungen im DFG-Sonderforschungsbereich Halbleiter-Nanophotonik (Sfb 787) und im DFG-Exzellenzcluster UniCat eingesetzt. Bei beiden ist die TU Berlin die Sprecherhochschule.

Im Spätsommer nächsten Jahres wird das "Titan" in dem neuen Elektronenmikroskopie-Gebäude installiert. Neben diesem werden drei weitere Mikroskope, die an der TU Berlin bereits im Einsatz sind bzw. bereits genehmigt wurden und ebenfalls auf besondere Bedingungen angewiesen sind, dort aufgestellt. "Damit schaffen wir an der TU Berlin sowohl für die Universtäten als auch für außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Unternehmen in der Region und darüber hinaus ein modernes Zentrum für Elektronenmikroskopie auf höchstem Niveau - mit kurzen Wegen und der schnellen Verfügbarkeit wissenschaftlicher Ergebnisse", sagt Michael Lehmann.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
Mehr über Deutsche Forschungsgemeinschaft
  • News

    Leibniz-Preise 2022: DFG zeichnet fünf Wissenschaftlerinnen und fünf Wissenschaftler aus

    Die neuen Trägerinnen und Träger des wichtigsten Forschungsförderpreises in Deutschland stehen fest: Der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erkannte fünf Wissenschaftlerinnen und fünf Wissenschaftlern den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2022 zu. Sie waren zuvor vom zu ... mehr

    Leibniz-Preise 2021 vergeben

    Die neuen Trägerinnen und Träger des wichtigsten Forschungsförderpreises in Deutschland stehen fest: Der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erkannte vier Wissenschaftlerinnen und sechs Wissenschaftlern den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2021 zu. Sie waren zuvor vom z ... mehr

    Optimales Design von Molekülsystemen

    Die Chemikerin Dr. Sabine Richert von der Universität Freiburg hat bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eine Förderung von 1,8 Millionen Euro für eine Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe eingeworben. Unter ihrer Leitung wird die Gruppe in den kommenden sechs Jahren erforschen, wie Materi ... mehr

  • Verbände

    Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

    Die Deutsche Forschungsgemeinschaft ist die zentrale Selbstverwaltungsorganisation der deutschen Wissenschaft. Sie verfolgt die ihr gestellten Aufgaben vor allem mit Hilfe zweier Instrumente - ihrer Gremien und der DFG-Geschäftsstelle. Im internationalen Kontext vertritt die DFG in etlichen ... mehr

Mehr über TU Berlin
  • News

    Grüner Wasserstoff für die Massenproduktion

    Für die erfolgreiche Demonstration einer neuartigen alkalischen Elektrolyse wurde Prof. Dr. Peter Strasser, Leiter des Fachgebiets Elektrochemie und Elektrokatalyse, gemeinsam mit seinem Team und Kolleg*innen der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg mit dem „f-cell“ Award in der Kategorie „F ... mehr

    Bis zu 10 Millionen Euro Förderung für Transfer im Bereich Grüne Chemie

    Ein Konsortium aus insgesamt 29 Partner*innen erhält für das Konzept GreenCHEM eine Förderung in Höhe von bis zu 10 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, um die Hauptstadtregion zum internationalen Hotspot für chemische Deep-Tech Innovationen weiterzuentwickeln Zum ... mehr

    Neuer KI-Algorithmus generiert innovative Substanzen auf Basis von gewünschten Eigenschaften

    In der Medizin, in der Batterieforschung oder in der Materialwissenschaft – überall sind Wissenschaftler*innen auf der Suche nach innovativen Substanzen. Dabei können die Forscher*innen oft sehr detailliert die gewünschten chemischen und physikalischen Eigenschaften bis auf die atomare Eben ... mehr

  • Videos

    Science friction: Adhesion of complex shapes

    We investigate experimentally and numerically adhesion of contacts having complex shape. mehr

    Katalysatoren für die Umwandlung von Methan

    Methan ist Hauptbestandteil von Biogas und Erdgas. Bei der Erdölförderung werden Milliarden Kubikmeter Methan ungenutzt abgefackelt, weil oft wirtschaftliche Transportmöglichkeiten fehlen. Dieses Problem will der Berliner Exzellenzcluster „Unifying Concepts in Catalysis“ (UniCat) mit Hilfe ... mehr

  • q&more Artikel

    Wasser statt Mineralöl

    Grundlage vieler Medikamente sind Wirkstoffe aus chiralen Bausteinen. Für die chemische Herstellung sind teure Edelmetallkatalysatoren notwendig, die sich aufgrund ihrer thermischen Instabilität bei höheren Temperaturen zersetzen und daher nur einmal verwendet werden können. mehr

    David gegen Goliath

    Wo der Laie nur ekligen Schimmel sieht, offenbart sich beim Blick durch das Mikroskop eine ganz besondere Welt der Ästhetik. Ein ­filigranes Netzwerk aus lang gestreckten und verzweigten Pilz­hyphen durchsetzt das Substrat, Lufthyphen erobern den Luftraum und bilden farbige Sporen, mit dene ... mehr

  • Autoren

    Dr.-Ing. Henriette Nowothnick

    Jg. 1980, studierte Chemie an der Technischen Universität Berlin. Sie promovierte 2010 in der Arbeitsgruppe von Prof. R. Schomäcker über die Reaktionsführung der Suzuki-Kupplung in Mikro­emulsionen mit dem Ziel des Katalysator Re-using und der Produktisolierung. 2011 bis 2012 arbeitete sie ... mehr

    Dipl. Ing. Sonja Jost

    Jg. 1980, studierte Wirtschafts­ingenieurwesen / Technische Chemie an der Technischen Universität Berlin. Von 2006 bis 2011 erhielt sie verschiedene Forschungsstipendien im Bereich der homogenen chiralen Katalyse. 2011 bis 2012 war sie Projektleiterin eines Drittmittelprojekts zum Thema „Ka ... mehr

    Prof. Dr. Vera Meyer

    Vera Meyer, geb. 1970, studierte Biotechnologie an der Universität ­Sofia und der Technischen Universität Berlin, wo sie 2001 promovierte. Nach Forschungs- aufenthalten am Imperial College London und der Universität Leiden habilitierte sie 2008 an der Technischen Universität Berlin. Von 200 ... mehr

Mehr über FEI
  • Firmen

    FEI Europe B.V.

    Im Nanobereich wartet ein ganz neues Universum darauf, entdeckt zu werden. Von kleineren, leistungsfähigeren elektronischen Geräten, über extrem belastbare Materialien, von „intelligenten“ Medikamenten bis hin zu Nanogeräten für In-Vitro-Behandlungen – einige der wichtigsten Erfindungen die ... mehr

    FEI Munich GmbH

    mehr