Meine Merkliste
my.chemie.de  
Login  

Farbstoff Titandioxid wegen möglicher Krebsgefahren auf dem Prüfstand

19.09.2019

(dpa) Der sehr weit verbreitete weiße Farbstoff Titandioxid steht wegen möglicher Krebsgefahren auf dem Prüfstand. Ein EU-Expertengremium beriet am Mittwoch über die Empfehlung, ob der Stoff in Pulverform als krebserregend eingestuft werden soll, wenn er von Menschen eingeatmet wird. Dann müsste diese Form von Titandioxid mit Warnhinweisen versehen werden. Die Chemie- und die Lackindustrie warnen dringend vor einer solchen Beschränkung.

Für die neue Einstufung plädiert die EU-Kommission. Sie stützt sich auf eine Beurteilung der europäischen Chemikalienagentur ECHA von 2017. Die Debatte mit den EU-Staaten und den Betroffenen zieht sich jedoch seit Monaten hin. Auch für die Sitzung am Mittwoch wurde noch keine Entscheidung erwartet. Man arbeitete jedoch an einer Annahme der neuen Vorschrift «ohne Verzug», erklärte die EU-Kommission.

Der Verband der Chemischen Industrie und der Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie halten die Pläne für überzogen und zweifeln an der wissenschaftlichen Begründung für die mögliche Einstufung. Die ausschlaggebende Studie sei mehr als 20 Jahre alt. Dabei hätten Ratten über einen sehr langen Zeitraum staubförmiges Titandioxid einatmen müssen.

Titandioxid werde breit verwendet und es gebe keine Alternativen, erklärte der Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie. Der Stoff macht etwa Farben gut deckend und witterungsbeständig. Nach einer neuen Einstufung könnte die Nutzung in Deckmal-Farbkästen und farbigen Straßenmalkreiden für Kinder womöglich ausgeschlossen werden. «Wir haben nicht den Eindruck, dass die Kommission weiß, welche Auswirkungen ihr neuer Vorschlag hat», heißt es in einer Mitteilung.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
Mehr über Europäische Kommission
  • News

    Insektizid Chlorpyrifos soll verboten werden

    (dpa) Wegen Gesundheitsbedenken soll ein seit Jahren eingesetztes Pflanzenschutzmittel in Europa verboten werden. Die EU-Kommission will nach eigenen Angaben vorschlagen, die im Januar auslaufende Zulassung für die Stoffe Chlorpyrifos and Chlorpyrifos-Methyl nicht zu verlängern. Die Brüssel ... mehr

    EU will Förderung innovativer Produkte forcieren

    (dpa) Schneller von der originellen Idee zum Hightech-Produkt: Ein neuer Europäischer Innovationsrat und mehr als zwei Milliarden Euro EU-Fördermittel bis 2020 sollen Firmen helfen, ihre Innovationen auf den Markt zu bringen. EU-Forschungskommissar Carlos Moedas stellte am Montag in Brüssel ... mehr

    Brüssel will hormonschädigende Stoffe stärker in den Blick nehmen

    (dpa) Die EU-Kommission will die Auswirkungen von hormonschädigenden Chemikalien in Europa näher in den Blick nehmen. In den kommenden Wochen und Monaten solle die diesbezügliche EU-Gesetzgebung auf Schlupflöcher hin untersucht werden, teilte die Brüsseler Behörde am Mittwoch mit. Eine öffe ... mehr

Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.