Transformation hin zur Klimaneutralität braucht starken Industriestandort

Gemeinsames Signal von Industrie, Arbeitgebern und Gewerkschaft

07.07.2026
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Symbolbild

Die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland steht vor einer doppelten Herausforderung: Sie will ihre Transformation hin zur Klimaneutralität entschlossen vorantreiben – gleichzeitig verschärfen wirtschaftliche Belastungen und internationale Konkurrenz die Wettbewerbslage. Anlässlich der Veranstaltung „Standort unter Druck“ der Nachhaltigkeitsinitiative Chemie³ von BAVC, IGBCE und VCI heute in Berlin haben Vertreterinnen und Vertreter aus Branchenverbänden und Gewerkschaft gemeinsam betont, dass die Transformation gelingen kann, wenn die politischen Rahmenbedingungen stimmen.

„Die Unternehmen der chemisch-pharmazeutischen Industrie stehen zum Ziel der Klimaneutralität und treiben die Transformation voran“, erklärt Markus Steilemann, Präsident des Verbands der Chemischen Industrie (VCI). „Damit diese Transformation in Deutschland und Europa gelingt, brauchen wir jedoch einen klaren politischen Kurs: wettbewerbsfähige Energiepreise, schnellere Genehmigungen und ein innovationsfreundliches Umfeld. Nur so können wir Investitionen hier halten und neue anziehen.“

Die Branche bleibe ein zentraler Pfeiler der industriellen Wertschöpfung: „Die Chemie ist Grundlage für zahlreiche Zukunftstechnologien – etwa bei der Energieerzeugung, der Mobilität oder der Kreislaufwirtschaft. Es liegt im gemeinsamen Interesse, diese industrielle Basis zu stabilisieren und auch wieder zu stärken“, so Steilemann weiter.

Auch für die Chemie-Arbeitgeber sind wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen von zentraler Bedeutung. Katja Scharpwinkel, Präsidentin des Bundesarbeitgeberverbands Chemie (BAVC), betont: „Die Transformation ist ein harter Stresstest für unsere Branche, gerade angesichts der geopolitischen Krisen und der großen Herausforderungen am Standort Deutschland. Aber unser Land hat mit seinem Know-how und seinen Fachkräften große Potenziale, die uns im internationalen Wettbewerb Vorteile verschaffen. Wir müssen mit strukturellen Reformen dafür sorgen, dass uns hohe Kosten für Energie, Arbeit und Bürokratie nicht länger ausbremsen. Nur wenn wir Wettbewerbsfähigkeit zurückgewinnen, können wir Arbeitsplätze in der Branche halten und unseren Beitrag zu ökologischen Zielen wie CO2-Reduktion oder Kreislaufwirtschaft leisten.“

Die Industriegewerkschaft IGBCE hebt die Perspektive der Beschäftigten und die soziale Dimension der Transformation hervor. „Deutschland verliert aktuell mehr als 10.000 Industriearbeitsplätze pro Monat – und ein Teil davon ist aus der Chemie“, sagt Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IGBCE. „Das sind gut bezahlte, tariflich abgesicherte Arbeitsplätze mit hoher Wertschöpfung für den Standort Deutschland. Wir müssen diesen Aderlass endlich stoppen und die Industrie wieder auf Wachstumskurs bringen. Dazu braucht es jetzt dringend eine Agenda für ein zukunftsfähiges Deutschland. Da ist nicht die Politik allein gefragt, sondern auch die Unternehmen und die Gewerkschaften. Wir laden alle ein, gemeinsam in ein Jahrzehnt des Aufbruchs zu starten“, so Vassiliadis.

Die Spitzen der drei Organisationen betonen die Bedeutung brückenbauender Initiativen wie Chemie³. Die Nachhaltigkeitsinitiative der Chemie- und Pharmabranche erarbeitet Unterstützungsangebote zur praktischen Umsetzung und schafft Räume für konstruktive Dialoge, in denen Herausforderungen und Zielkonflikte offen benannt und tragfähige Lösungen entwickelt werden können. Maßstab bleibt dabei der gleichrangige Dreiklang der Nachhaltigkeit: Wirtschaftlichkeit, Soziales und Umweltschutz.

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