Meine Merkliste
my.chemie.de  
Login  

Tarifrunde 2019: Ostchemie kämpft um Wettbewerbsfähigkeit

16.10.2019

Die regionale Tarifrunde für die 47.000 Beschäftigten der ostdeutschen Chemie-Industrie ist nach intensiven Verhandlungen ergebnislos vertagt worden. Der Arbeitgeberverband Nordostchemie hält die Forderungen der Gewerkschaft aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage sowie umfangreicher notwendiger Investitionen für nicht erfüllbar. Am 21. Oktober werden die Verhandlungen auf Bundesebene fortgesetzt.

Die Forderungen der Gewerkschaft nach „einem spürbaren Lohnplus beim Entgelt“ sowie zusätzlichen finanziellen Leistungen gehen laut Arbeitgeberseite in die völlig falsche Richtung. „In den vergangenen Jahren sind die Entgelte stärker gestiegen als die Produktivität. Die Arbeitskosten dürfen in der jetzigen Situation nicht weiter steigen. Ansonsten läuft der Chemie-Standort Ostdeutschland Gefahr, seine Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren“, warnt Jens Haselow, Verhandlungsführer der Arbeitgeber.  

Die Forderung nach der Einführung eines mit jährlich 1.000 Euro zu befüllenden Zukunftskontos und mehr Zeitsouveränität sieht die Arbeitgeberseite ebenfalls kritisch. „Der Wunsch nach noch mehr Freizeit ist in Zeiten des Fachkräftemangels kein gangbarer Weg. Ferner haben wir im Osten mit dem Potsdamer Modell und LephA-TVplus bereits Tarifverträge, die den Arbeitnehmern die Flexibilisierung der Arbeitszeit, mehr Freiräume für Familienzeiten, Pflegezeiten oder Zeit für die individuelle Qualifizierung bieten. Das flexible Arbeiten in unterschiedlichsten Zeitmodellen ist ebenfalls möglich“, betont Haselow.

„Die Chemie-Industrie befindet sich mitten in einer Rezession, die Prognosen geben zudem keinen Anlass zur Hoffnung, dass sich die Lage bessert. Zusätzlich erfordert der tiefgreifende Strukturwandel umfangreiche Investitionen, um sowohl die Produktion als auch die Arbeitsplätze zukunftsfähig zu machen. In der Summe ist schlichtweg kein Lohnplus möglich“, resümiert Haselow.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
Mehr über Arbeitgeberverband Nordostchemie
  • News

    Schlechte Aussichten: Wachstum der Ostchemie schwächt sich ab

    Schlechte Aussichten für die chemische Industrie in Ostdeutschland. Die Branche hat das Geschäftsjahr 2018 mit einem halbierten Umsatzwachstum abgeschlossen. Das geht nach Berechnungen der Nordostchemie aus aktuellen Daten der statistischen Landesämter hervor. Danach erwirtschafteten die Ch ... mehr

    Neue Arbeitszeitmodelle für Zehntausende Beschäftigte der Ost-Chemie

    (dpa) Die rund 30.500 Beschäftigten der ostdeutschen Chemie-Industrie verabschieden sich von der 40-Stunden-Woche und arbeiten bei vollem Lohnausgleich künftig 90 Minuten weniger. Die Gewerkschaft IG Bergbau, Chemie und Energie sowie der Arbeitgeberverband Nordostchemie verständigten sich a ... mehr

    Studium - und dann?

    Der diesjährige „Tag der Chemie“ findet am 27. Juni 2013 an der Universität Potsdam statt. Geboten wird ein öffentliches Forum zum Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer zwischen Studierenden, Wissenschaftlern und Vertretern der chemischen Industrie in der Region Berlin-Brandenburg zum The ... mehr

  • Verbände

    Arbeitgeberverband Nordostchemie e.V.

    Der Allgemeine Arbeitgeberverband Nordostchemie e.V. ist ein arbeitgeberseitiger Berufsverband, der die allgemeinen arbeits- und sozialrechtlichen Interessen seiner Mitglieder wahrnimmt und fördert, ohne eine automatische Tarifbindung zu vermitteln. mehr

Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.