07.08.2020 - Evonik Industries AG

Evonik kommt gut durch die Krise

Umsatz geht infolge schwacher Nachfrage um 14 Prozent, bereinigtes EBITDA um 19 Prozent zurück

Vor dem Hintergrund der weltweiten Rezession infolge der Corona-Pandemie kommt Evonik gut durch die Krise. Gleichwohl gingen Umsatz und Ergebnis im zweiten Quartal infolge deutlich schwächerer Nachfrage in einigen Märkten gegenüber dem Vorjahr zurück. Der Konzernumsatz sank um 14 Prozent auf 2,83 Milliarden €, das bereinigte EBITDA um 19 Prozent auf 456 Millionen €.

„Evonik hält der Krise stand“, sagt Christian Kullmann, Vorsitzender des Vorstandes. „Im zweiten Quartal haben wir die Folgen der Pandemie durchaus zu spüren bekommen. Der strategische Portfolioumbau und die Umsetzung unserer Effizienzprogramme trugen aber dazu bei, dass wir besser durchs erste Halbjahr gekommen sind als zunächst erwartet. Dies gilt insbesondere für unsere starken Wachstumssegmente.“

Die beiden Wachstumssegmente Resource Efficiency und Nutrition & Care zeigten sich im zweiten Quartal robust und erzielten eine gute bereinigte EBITDA-Marge von jeweils 20 Prozent. Das Segment Performance Materials wurde dagegen deutlich härter vom Einbruch der Nachfrage getroffen und litt zudem unter den Folgen des niedrigen Ölpreises.

Das bereinigte Konzernergebnis ging im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent auf 160 Millionen € zurück. Das bereinigte Ergebnis je Aktie verringerte sich von 0,49 € auf 0,34 €. Der Free Cashflow war mit 96 Millionen € deutlich positiv. Geringere Bonuszahlungen sowie Steuererstattungen haben die Effekte aus dem niedrigeren operativen Ergebnis sowie einem Aufbau des Nettoumlaufvermögens mehr als kompensiert.

„In der Krise zeichnen wir uns durch hohe Cash- und Kostendisziplin aus“, sagt Finanzvorstand Ute Wolf. „Inzwischen sehen wir in einigen Märkten auch erste Erholungstendenzen. Von einer generellen wirtschaftlichen Erholung kann bislang aber noch keine Rede sein. Die Corona-Krise ist noch nicht überstanden.“

Für das Gesamtjahr 2020 bestätigt Evonik den Ausblick vom 7. Mai. Der Konzern erwartet weiterhin einen Umsatz zwischen 11,5 Milliarden und 13,0 Milliarden € sowie ein bereinigtes EBITDA zwischen 1,7 Milliarden und 2,1 Milliarden €.

Entwicklung in den Segmenten

Resource Efficiency: Im Segment Resource Efficiency waren einzelne Geschäfte deutlich vom Rückgang der Nachfrage betroffen, andere behaupteten sich stabil. Bei den Vernetzern (Crosslinkers) verzeichneten Produkte für den Windenergiemarkt sogar eine höhere Nachfrage. Auch der Umsatz der Aktivsauerstoffprodukte stieg aufgrund der erstmaligen Einbeziehung von PeroxyChem, dem Anfang Februar erworbenen, US-amerikanischen Hersteller von Wasserstoffperoxid und Peressigsäure, sowie einer guten Entwicklung bei den Spezialitäten, etwa für Desinfektionsmittel. Dagegen führten die weltweite konjunkturelle Abschwächung sowie Einschränkungen der Produktion von Kunden, insbesondere im Automobilbereich, zu einem Mengenrückgang in den Geschäften mit Hochleistungskunststoffen sowie mit Kieselsäuren und Silanen für die Reifenindustrie. Auch die Nachfrage nach Öladditiven ging zurück. Der Umsatz von Resource Efficiency ging insgesamt im zweiten Quartal um 14 Prozent auf 1,24 Milliarden € und das bereinigte EBITDA um 22 Prozent auf 255 Millionen € zurück.

Nutrition & Care: Das Segment Nutrition & Care behauptet sich gut. Der Umsatz verringerte sich im zweiten Quartal lediglich um 4 Prozent auf 1,09 Milliarden €. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich um 14 Prozent auf 217 Millionen €. Die essenziellen Aminosäuren für die Tierernährung profitierten von höheren Verkaufspreisen und einer gestiegenen Mengennachfrage. Das Health-Care-Geschäft verzeichnete erneut eine erfreuliche Entwicklung bei Pharma und Food Ingredients sowie Pharma Polymeren. Additive für Polyurethanschäume verspürten dagegen eine rückläufige Nachfrage.

Performance Materials: Im Segment Performance Materials verringerte sich der Umsatz im zweiten Quartal um 42 Prozent auf 319 Millionen €. Die rückläufige Nachfrage insbesondere aus der Automobil- und Kraftstoffindustrie traf besonders Performance Intermediates. Zudem belastete der massive Rückgang des Ölpreises das Geschäft. Auch der Umsatz von Functional Solutions ging nachfragebedingt zurück. Das bereinigte EBITDA des Segments sank um 85 Prozent auf 11 Millionen €.

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